Nächste Sendung: "Aktenzeichen XY … ungelöst" am 03.07.2024 um 20:15 Uhr im ZDF!

VF 077 (Sendung vom 13.11.1982)

Aus Aktenzeichen XY ... ungelöst - Wiki

Filmfälle

Brillen für Blinde - Hoffnung und Enttäuschung

  • Details: Der 11-jährige Ralf Hübner ist blind und guter Schüler; liest im Unterricht aus Braille-Buch; Ralfs Mutter hat vor 11 Jahren Beruf aufgegeben, um sich ganz ihrem Sohn widmen zu können; Nachbarin hat "Brille für Blinde" in Illustrierter entdeckt; Ralfs Vater skeptisch, schließlich aber doch gemeinsamer Besuch bei Firma "SEHFORM"; Geschäftsführer Schneider stellt zwei Apprate vor: Stimulationsbrille bringe noch keine direkten Sehergebnisse, aber trainiere Sehnerv für eigentliche elektronische Sehhilfe; beide Brillen über Kabel mit Kästchen an Trageriemen verbunden; Ralf brauche als vollständig Erblindeter erst einmal Stimulationsbrille; Ralfs Vater fragt nach Funktionsweise; Schneider erklärt Minikamera in Brille, die Signal über Glasfaserkabel an Tuner in Kästchen sende, wo das Bild in Schwingungen umgewandelt werde, die Ralfs Sehnerv ansprächen; Ralf testet Stimulationsbrille und meint tatsächlich, etwas "helleres" wahrzunehmen, Eltern voller Hoffnung; Schneider lobt Ralf, da bei den meisten dieser Effekt erst nach Wochen auftrete; Stimulationsbrille koste 9.150 DM; Ralf bekommt Gerät gleich wieder abgesetzt; später würden 36.000 DM für eigentliche Sehhilfe fällig; Ralfs Eltern wollen Zuschussantrag bei der Krankenkasse stellen, wovon ihnen Schneider abrät; Kasse könnte Hübners die Sehhilfe ausreden; besser erst selbst zahlen und nach ersten Erfolgen Kasse zur Zahlung drängen; Schneider räumt großzügig Bedenkzeit ein. Wenige Tage später: Schneider bei Hübners zur Vertragsunterzeichnung; 9.150 DM können nur dank Überziehungskredit der Bank aufgebracht werden. Schneider verabschiedet sich und sagt Ralf, dass er täglich mindestens zwei Stunden mit der Brille trainieren müsse. Mehrere Monate später: Ralf tippt auf Braille-Schreibmaschine und hat keinen Bock mehr auf die Stimulationsbrille, wirft das Ding ins Regal. Im Schuluntterricht plagen Ralf Kopfschmerzen; Klasse lacht über Jürgens Fehler, den Oberrhein im Norden zu verorten (Rainer korrigiert, dass Oberlauf eines Flusses immer an der Quelle liegt). Ralf mit Mutter beim Augenarzt; stellt keine Veränderungen an den Augen fest; Doktor hält SEHFORM-Stimulationsbrille für "Humbug"; rät Frau Hübner, zur Polizei zu gehen.
  • Zitate: "Eine Brille, die Wunder wirkt. Ob da was dran ist?"
  • Bewertung: **
  • Besonderheiten: Mutter Hübner stark gebräunt.

Mißerfolg mit der Miß-Wahl

  • Details: Walter Schreiner hat vor einiger Zeit Lokal "Zum Löwen" in nordhessischer Stadt übernommen; distinguierter Gast stellt sich als Vertreter des "Deutschen Kraftfahrt-Touristik-Vereins" vor; auf der Suche nach Partnerlokalen für regelmäßige Geschäftsfahrten der Mitglieder; bringt als "tolles Ding" außerdem die Veranstaltung einer Miss-Wahl im Lokal ins Spiel; Wirt kann sich durch solche Attraktion regen Zulauf vorstellen; Phantasiesequenz mit Nummerngirl auf Bühne im "Löwen"; Vertreter verspricht regelmäßige Busladungen voller Gäste, Schreiner kommt Besuch des Vetreters wie "kleiner Lottogewinn" vor, will deshalb die neue Geschäftsbeziehung nicht aufs Spiel setzen, als ihn Vertreter um Inserat in Vereinszeitschrift des DKTV bittet; Schreiner baff über den stolzen Preis in Höhe von 550 DM plus Mehrwertsteuer, zahlt dann schließlich zähneknirschend die 621,50 DM in bar, obwohl er weder den DKTV kennt, noch etwas über den Bezieherkreis und die Auflage des Heftchens weiß. Ede: Für Schreiner gab es weder Busse voller hungriger Vereinsmitglieder noch Miss-Wahlen. Nach Beschwerde beim Verein warf ihm der "Vereins-Manager" vor, nicht genug Werbung für Veranstaltungen gemacht zu haben, weshalb sich diese in seinem Lokal nicht gelohnt hätten. Bezahlte Inserate seien zwar gedruckt worden, aber nur so viele Hefte, wie es Belegexemplare brauchte.
  • Darsteller: Otto Sawicki als Walter Schreiner, Wolfgang Borchert als Vertreter DKTV
  • Zitate: "Ein Schönheitswettbewerb. Die jungen Mächen sind ganz wild auf so was." – "Also, gegen hübsche Mädchen hab' ich nichts."; "Ich glaube, Sie können ganz zufrieden sein mit der Bestellung, die ich Ihnen da gebracht habe. Ich hab jetzt nur noch eine kleine Bitte ..." – "Aha ... jetzt kommt das dicke Ende!"
  • Bewertung: *
  • Besonderheit: Das ZDF sagt Nein zur Schleichwerbung: "Pepsi"-Schriftzug wieder vorbildlich überklebt.

Nach dem Schreck abkassiert

  • Details: Die verwitwete Rentnerin Wilma Lund sucht eine neue Haushaltshilfe für grobe Arbeiten und Einkäufe, da sie die Arbeiten in ihrem großen Einfamilienhaus nicht allein bewältigen kann und ihre bisherige Hilfskraft, eine Nachbarin, wegen Wegzug aufhört. Ein zu diesem Zweck geschaltetes Inserat führt zu prompter Rückmeldung einer jungen Frau, welche sich als Helga Braun vorstellt. Sie sei Diplom-Kosmetikerin und hätte noch nicht viele Kunden, so dass sie eine Nebentätigkeit suche. Den Stundensatz zu 10 DM akzeptiert sie. Die neue Hilfe arbeitet sich subito ein und die beiden verstehen sich gut. Mit der Zeit jedoch stibitzt die Hilfskraft einige kleinere, aber wertvolle Gegenstände aus dem Haus, was zunächst nicht auffällt. Eines Tages kommt dann unerwartet ein Besucher namens Röpke, nach eigenen Angaben vom Gesundheitsamt. Die Hausherrin fragt ihn gleich nach dem Ausweis, kann es aber ohne Brille nicht lesen, was Frau Braun aber hilfsbereit übernimmt. Die vermeintliche Amtsperson trägt im Anschluss vor, dass eine Anzeige erstattet worden wäre wegen Ungezieferbefall. Frau Lund und scheinbar auch ihre Hilfskraft sind völlig überrascht und auch Herr Röpke hält es für unplausibel, müsse der Sache aber nachgehen. Er beginnt eine Kontrolle der Räumlichkeiten; dabei platziert er in Taschenspieler-Manier mitgebrachte Käfer auf eine Matratze, liest diese dann wichtigtuerisch auf und zeigt sie Frau Lund. Es seien Wanzen und deshalb müsse die Desinfektionskolonne ausrücken. Das sei mit Kosten von etwa 4000 DM verbunden, zudem würden die Nachbarn den Spezialwagen nicht übersehen. Vor allem wegen letzterem ist Frau Lund völlig entsetzt. Die Amtsperson führt in der Sache scheinbar gleich ein Telefonat mit einem "Herrn Direktor". Nachdem Frau Braun einschreitet und darum bittet, Frau Lund eine solche Blamage vor den Nachbarn zu ersparen, bringt Herr Röpke vor, dass es eine Alternative gäbe: eine Privatfirma, die das Ganze diskret abwickle. Dafür müssten allerdings 6000 DM im Voraus entrichtet werden. Die Hausherrin hat aber weder soviel Bargeld noch Schecks. Auch hier bietet die Haushaltshilfe eine helfende Hand: sie stellt ihrerseits den Scheck aus, da ihr Cashflow das gerade erlaubt, und übergibt ihn Herrn Röpke. Auf diese Weise kann Frau Lund das vermeintlich ausgelegte Geld im Nachhinein von ihrem Sparbuch zurückzahlen. Pflichtbewusst hebt sie am Folgetag 6000 DM ab, die Frau Braun danach in Empfang nimmt. Letztere hat es dann auffallend eilig. Sie steigt in das Auto von Herrn Röpke, bekommt von diesem ihren Scheck wieder und gibt ihm seine Hälfte des Geldes. Die beiden waren natürlich von Anfang an Komplizen, und Frau Lund erfährt erst durch Nachfrage beim Gesundheitsamt, dass ein Betrug vorgelegen war.
  • Zitate: "Um was handelt es sich denn?"; "Tja ... das ist so eine Sache, Frau Lund. Is' mir ja ein bißchen peinlich, aber gegen Sie ist eine Anzeige erstattet worden."; "Eine Anzeige?! Weswegen denn, um Gottes Willen?"; Abmoderation: "Und vor allem noch eins: Keine Behörde dieser Welt fordert von einer Stunde auf die andere ohne Vorankündigung eine so große Summe sofort in bar. Wenn jemand so etwas verlangt, dann muss an der Sache ein Haken sein."
  • Bewertung: *
  • Besonderheiten:

Experiment: Hochzeits-Erinnerungen

  • Details: Die Tester Bernd Schröder und seine beiden Kameramänner - die sich diesmal gar nicht tarnen brauchen - bieten Videoaufnahmen von standesamtlichen Trauungen an. Die Kosten sind im Auftragsformular nur verschleiert und ungenau ausgewiesen. Sie sprechen dafür gezielt Paare an, die sich gerade trauen. Erster Versuch: Bräutigam und Braut unterschreiben den Auftrag, ohne sich die (ohnehin ungenauen) Informationen zu den Kosten anzuschauen. Das wiederholt sich auch bei den nächsten beiden Hochzeiten, darunter einer Doppelhochzeit. Im Ernstfall hätten die frischvermählten Paare wenig später je eine gesalzene Rechnung im Briefkasten, nicht selten im Betrage von 600 bis 1000 Mark. Es folgt der ewige Rat: immer das Kleingedruckte vor der Unterschrift lesen.
  • Bewertung: **

Bemerkungen

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