Nächste Sendung: "Aktenzeichen XY … ungelöst" am 03.07.2024 um 20:15 Uhr im ZDF!

VF 045 (Sendung vom 27.11.1974)

Aus Aktenzeichen XY ... ungelöst - Wiki

Filmfälle

Neue Tricks an der Haustür

  • Details: Neues Hochhaus in Hannover mit preisgünstigen Wohnungen ist bezugsfertig. Mehrere Mieter ziehen gleichzeitig ein, etliche Transporteure schwirren im Haus umher. Einige Probleme beim Einzug von Ehepaar Wegner: Auslegeteppich und Teil der Möbel werden nicht rechtzeitig geliefert.
    • Da kommt ein Herr Groll vorbei, angeblich im Auftrag der Hausverwaltung, mahnt über besondere Empfindlichkeit des Fußbodens, Versiegelung mit Pflegemittel sei verpflichtend. Wegners verweisen vergeblich auf bestellte Teppiche – Boden müsse trotzdem behandelt werden, könne sonst rissig werden. Herr Groll kassiert für Kanister „FUSSBODEN-PFLEGE-MITTEL“ sofort 46,90 DM. Wegen hektischen Umzugs haben Wegners keine Gelegenheit, seine Aussagen in Ruhe zu prüfen. In Wirklichkeit ist er ein Betrüger, die Geschichte über seinen Auftrag im Namen der Hausverwaltung frei erfunden.
    • Kurz darauf kündigt sich per Postwurfsendung Tischler an, um nach Bedarf Möbelarbeiten oder Reparaturen zu erledigen. In Wohnzimmer der Wegners wird noch Bücherregal benötigt. Tischler macht guten Preis von 250 DM, sei aber grade auf unbezahltem Großauftrag sitzengeblieben und mache deshalb fortan Maßanfertigungen nur noch gegen Anzahlung. Lässt sich vorab 200 DM von Frau Wegner geben, Teile des Materials verbleiben schon mal in der Wohnung. Danach lässt er nichts mehr von sich hören.
    • Stattdessen erscheint Handwerker, der Loch für Spion in Wohnungstür bohren will. Spion kostet 14 DM, angeblich von Hausverwaltung bezuschusster Sonderpreis. Frau Wegner ist nach kurzem Zögern schließlich einverstanden, muss sofort zahlen, damit später Monteuren des Spions die Quittung vorgezeigt werden kann. Auch hier warten Wegners dann vergebens auf Einbau.
    • Es klingelt abermals an der Tür, Frau Wegner sieht durch das Loch in der Wohnungstür Frau mit Paket. Darin, wie sich dann herausstellt, Gardinen für die Nachbarn. Frau Wegner will Lieferung annehmen, erfährt dann aber von offenem Restbetrag über 30 DM, den sie zunächst aber nicht auslegen möchte, zumal sie die neuen Nachbarn noch gar nicht kennt. Lieferantin suggeriert, Frau Wegner solle nachbarschaftliches Verhältnis nicht belasten. Frau Wegner will nicht als ungefällig gelten, nimmt Paket schließlich an und legt Restbetrag aus. Stellt später fest, dass Nachbarwohnung noch gar nicht belegt, in Paket nur Füllmaterial ist.
    • Weitere Handwerker tauschen Türschloss aus, da Generalschlüssel gestohlen worden sei. Wollen 35 DM Einbaukosten kassieren. Herr Wegner ist von ständig neuen Unkosten genervt, sieht auch Verantwortung für Verlust des Schlüssels bei Hausverwaltung, zahlt aber doch, da sich seine Frau mit altem Schloss nicht mehr sicher fühlen würde. Geschichte der Schlosser war ebenfalls erfunden, eingebauter Zylinder billigste Ware. Ede ergänzt später, dass falsche Schlosser gerne Schlüssel zurückbehalten, um bei passender Gelegenheit einzubrechen.
    • Abschließend klingelt junger Mann, der für 8,50 DM neues Türschild anbringen will. Herr Wegner ist über vorangegangene Betrügereien so erbost, dass er ihm Tür vor Nase zuschlägt. Ede liefert Pointe, dass ausgerechnet dieser Mann wirklich von Hausverwaltung kam.
  • Darsteller: Eberhard Möbius als Heinz Wegner, Heta Mantscheff als Marianne Wegner, Karl-Heinz Lemken als 1. Möbelpacker, Willem Fricke als 2. Möbelpacker, Wolfgang Borchert als Herr Groll, Joachim Wolff als Tischler, Wolfgang Giese als Türlochbohrer, Wilma Gatzke als Paketlieferantin, Andreas von der Meden als Schlosser
  • Zitate: "So, wenn ich da noch mal schnell kassieren darf ..." – "Wieso kassieren?" – "Ja natürlich, umsonst ist der Tod, nich."; Studio-Ede: "Damit wird es immer schwerer, den richtigen Mittelweg zu finden zwischen allzu bequemer Vertrauensseligkeit und verbissenem Misstrauen, an dem man dann selbst Schaden nimmt".
  • Besonderheiten: Eine Art Collage betrügerischer Tricks in Zusammenhang mit Einzug in neue Wohnung. Vergleichbare Episodenfilme gab es zuvor schon 1972 zur Abwicklung von Autounfällen sowie in der vorigen Sendung zu fingierten Auffahrunfällen.
  • Bewertung: ***

Die Masche mit dem Schnapsglas

  • Details: Harmlose Rentner verbringen schönen Herbsttag in Bochumer Stadtpark. Frau Schrüppers dagegen hat böse Absichten und sucht in diesem Umfeld neue Opfer: Versucht zunächst, unauffällig Inhalt fremder Gespräche mitzubekommen. Setzt sich zu zwei Senioren, die von einem verwitweten Herrn Szymanski mit gesundheitlichen Problemen und ohne Hilfsperson reden, macht sich aufschlussreiche Notizen dazu ("Frau tot - Operation - Schimanski"), spricht die beiden als vermeintliche Krankenschwester des alten Herrn an, um weitere Informationen über Herrn Szymanski zu erhalten. Verabschiedet sich, um ihn zu besuchen, nachdem sie Adresse herausgefunden hat. Herr Szymanski hat gerade Rente von Post abgeholt, bewahrt Bargeld im Küchenschrank auf. Da klingelt Frau Schrüppers, spielt Bekanntschaft als Krankenschwester vor, nutzt dafür die ihr bekannten Informationen. Er erkennt sie nicht wieder, bittet sie dennoch herein, um sich keine Blöße zu geben. Sie kommt gleich auf Frau Szymanski zu sprechen, er berichtet von kürzlichem Tod seiner Ehefrau, auf den gespielten Schreck darüber bittet sie um Schnäpschen. Gedächtnis von Herrn Szymanski nicht mehr das beste, er glaubt jetzt sogar, sie wohl doch kennen zu müssen, holt Schnaps aus Küche. Merkt nicht, dass sie ihn dabei beobachtet und auch Geldversteck (direkt neben Kaffeegebäck) schon erspäht hat. Beim Umtrunk bietet sie an, öfters mal bei ihm vorbeizuschauen, stößt dann scheinbar versehentlich sein Schnapsglas um. Während er Lappen zum Wegwischen holt, schenkt sie ihm neu ein, mischt Betäubungsmittel bei. Herr Szymanski leert Glas in einem Zug, klappt kurz darauf bewusstlos zusammen. Frau Schrüppers stiehlt Brieftasche, durchsucht Wohnung, nimmt Geld aus Küchenschrank mit, verschwindet, ohne sich weiter um Opfer zu kümmern.
  • Darsteller: Henny Reinheimer als Frau Schrüppers, Theo Ennisch als Herr Szymanski
  • Zitate: Off-Ede: "Für Anneliese Schrüppers, eine Frau mit bösen und gefährlichen Absichten, ist der Stadtpark ein ideales Jagdrevier, in dem sie leicht und scheinbar beiläufig nützliche Bekanntschaften machen kann".
  • Besonderheiten: Relativ brutale, wenig raffinierte Methode. Beachtlicher Ede-Tipp: Vorsicht bei Trinkeinladungen durch Unbekannte! Will dies ausdrücklich, aber dezent formuliert, auch auf Männer bezogen wissen, die sich mit zuviel Geld ins Nachtleben bei "verlockenden neuen Bekanntschaften" stürzen!
  • Bewertung: **

Wo Diebe leichte Beute machen

  • Details: In "Akademie für Fortbildung", der Tagungsstätte einer Parteiakademie im Rheingau, fährt ein unangemeldeter Besucher vor, informiert sich über aktuelles Tagungsprogramm: Gerade sind junge Kommunalpolitiker aus Baden-Württemberg anwesend, um sich Grundlagen für Arbeit im Gemeinderat anzueignen. Zwischen Unterricht in Kommunalrecht und Baurecht ist Zeit für kurze Pause: Einige Teilnehmer gehen raus in Hof, um frische Luft zu schnappen. Dort spricht sie der fremde Mann an, stellt sich als Revisor Guttendorf aus Bonn vor, fragt nach Zufriedenheit mit Unterbringung, Versorgung, Kursprogramm. Erfährt aus Reaktionen, dass alle anschließend ohne Pause an Doppelstunde „Baurecht“ teilnehmen werden. Verabschiedet sich eilends, während Kommunalpolitiker in Lehrsaal zurückkehren. Beginnt dann "Inspektion" von Schlaf- und Aufenthaltsräumen der Kursteilnehmer. Teilnehmer Rudi erleidet in Baurechtskurs Kreislaufschwäche, will in Quartier zurück, um sich hinzulegen. Dort begegnet er zufällig Guttendorf, als dieser gerade aus einem der Zimmer kommt. Dieser reagiert geschickt, gibt vor, auf Suche nach Raum mit dem defektem Fenster zu sein. Rudi bewertet Situation wegen seines Unwohlseins nicht weiter. Als die anderen später vom Unterricht zurückkommen, stellt einer fest, dass sein Geld gestohlen wurde. Bei anderen ist Brieftasche oder Scheckheft mit Scheckkarte abhanden gekommen. Ein vager Verdacht fällt auf Rudi, der ja vorzeitig allein zurück auf sein Zimmer gegangen war, aber „der klaut nicht, das ist völlig absurd“. Die Gruppe weckt Rudi auf, allein, auch ihm wurde Geld entwendet. Er gibt an, den vermeintlichen Revisor auf dem Flur angetroffen zu haben. Gruppe will diesen befragen, sein Auto steht aber nicht mehr im Hof.
  • Darsteller: Peter Schmitz als Revisor Guttendorf, Alexander Brill als Rudi, Theo Maier-Körner als Referent Baurecht
  • Zitate: Kommunalpolitiker mit städtebaulicher Beobachtungsgabe: "Hier die Straße liegt irgendwie sehr blöde. Die is ja ziemlich breit. Ist da Durchgangsverkehr?"
  • Besonderheiten: Wohl einer der wenigen Filme über Diebstahl, bei denen eigentliche Tat nicht gezeigt wird. Erst nachträgliche Entdeckungen der Teilnehmer bringen Aufklärung.
    Da sich gewisse Betrüger auf Schulungsheime spezialisiert haben, gibt Ede präventive Tipps: Tagungsleitung informieren, wenn dort jemand verdächtige Fragen stellt. Außerdem Geld und Wertsachen immer abschließen.
  • Bewertung: **

Experiment: Hauptsache, die Waage stimmt

  • Details: Bernd Schröder und Robert Kerndorf (Kamera) nehmen selbstgefertigte Plaketten "Eichamt geprüft", Quittungsblock mit entsprechendem Stempel, Ausweiskärtchen und geliehene Gewichte mit in Geschäfte und prüfen als Eichbeamte Waagen nach, kassieren 5-15 DM pro Waage als Gebühr. Pauschale Behauptung, dass Waagen falsch anzeigen würden, fördert Zahlungsbereitschaft. Mehrere Inhaber schimpfen aber auf Beamte wegen Beutelschneiderei, andere scheinen zumindest eingeschnappt, ohne sich zu äußern. Trotzdem zahlen alle, insgesamt wurden an einem Tag 240 DM eingenommen.
  • Zitate:
  • Besonderheiten: Bei der Prüfung wurden teils wirklich Abweichungen der Waagen festgestellt, allerdings zugunsten der Kunden.
  • Bewertung: ***

Bemerkungen

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