Die nächste Ausstrahlung von Aktenzeichen XY erfolgt am 6. März 2019 im ZDF! Unbedingt einschalten!

Sendung vom 03.08.2011

Aus Aktenzeichen XY ... ungelöst - Wiki
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Fimfälle

Schwer verletzt am Straßenrand ("Klapsmühle")

Inhalt

  • Dienststelle: Polizei Köln
  • Beamtin im Studio: Vanessa Carstensen
  • Tattag: 09. Januar 2011, gegen 02:50 Uhr
  • Tatort: Autobahnkreuz Bonn-Nord
  • Details: 23-jähriger Daniel S.; wartet seit mehreren Semestern auf einen Studienplatz; hat ein eigenes Apartment in Bonn, besucht aber regelmäßig seine Eltern in Bad Godesberg; nutzt die Wartezeit bis zum Medizinstudium für ein FSJ an der Uniklinik Bonn; Clique junger Leute; 08. Januar 2011; fahren kurz nach 14 Uhr nach Venlo; Laserschießen; verbringt den Abend in der "Klapsmühle", einer Diskothek in der Kölner Innenstadt; bleibt noch bis ca. 02:30 Uhr im Club; nachfolgende Stunden nur schwer zu rekonstruieren; verlässt die Disko um 02:36 Uhr, ohne sich von seinen Freunden zu verabschieden; will vermutlich nach Hause - ins 35km entfernte Bonn; für Taxifahrt zu wenig Geld; höchstens 20€ noch dabei; Überwachungskamera; kurz nach 03:00 Uhr auf dem Autobahnkreuz Bonn-Nord: Passanten finden den schwer verletzten 23-Jährigen auf der Straße liegend; 30km von dem Kölner Club entfernt; schwer verletzt; nicht ansprechbar; schweres Schädelhirntrauma; künstliches Koma; erste Annahme: Unfall mit Fahrerflucht; Rechtsmedizinerin: keine Unfallberührung mit einem Auto; stumpfe Gewalt auf den Kopf ursächlich; keine Unfallspuren am Tatort; Aussage einer Taxifahrerin; aggressiv fahrender Taxifahrer mit männlichem Insassen; bleibt kurz vor dem späteren Fundort von Daniel S. am Standstreifen stehen; Daniel S. nach drei Wochen in einer Reha-Klinik; kann essen und sprechen; keinerlei Orientierungssinn; kein Kurzzeitgedächtnis; kein Erinnerungsvermögen; häufig psychotische Schübe; trug Cap mit der Aufschrift "Israel Defense Forces"; Täter eventuell israelfeindlich;
  • Zitate: "Ich bin ein ganz großer Fan dieser Sendung und habe sie seit der ersten Sendung gesehen."
  • Musik: Jürgen Drews - "Über uns ist nur der Himmel"; Matthias Reim - "Du bist mein Glück"
  • Besonderheiten: Mutter des Opfers, Barbara S., im Studio anwesend; Barbara S. und Hartmut Schremmer (Polizei Köln) treten zudem im Filmfall auf
  • Belohnung: 3.000 €
  • Bewertung: ***
  • Status: ungeklärt

Nachspiel

Auch nach acht langen Jahren gilt das Schicksal von Daniel S. im Januar 2019 immer noch als ungeklärt. Die Polizei Köln ist in all den Jahren keinen entscheidenden Schritt weiter gekommen. Es ist völlig unklar, welches Schicksal den damals 23-Jährigen ergangen ist und warum der junge Mann am 09. Januar 2011 schwer verletzt am Rande des Autobahnkreuzes Bonn-Nord gefunden wurde. Lediglich ein Unfall konnte anhand von rechtsmedizinischen Untersuchungen ausgeschlossen werden - die Kopfverletzungen des 23-Jährigen sind mutmaßlich durch stumpfe Gewalteinwirkung entstanden. Daniel S. ist heute ein Pflegefall und in einem Pflegeheim in Hennef untergebracht. Der 23-Jährige, der damals noch ein Medizinstudium zielstrebig anvisiert hatte, muss heute mit Pflegestufe 5 intensiv betreut werden und kann keinerlei Aussagen über die Tatnacht treffen.

Nach der Ausstrahlung des Falles bei "Aktenzeichen XY" erhielten die Ermittler mehr als 100 Hinweise auf mögliche Tatbeteiligte oder verdächtige Taxifahrer. Einige Anrufer sollen zudem geäußert haben, dass die Tat auch politisch motiviert gewesen sein könnte, da der damals 23-Jährige eine Kappe mit der Aufschrift "Israel Defence Force" getragen hatte. Antisemitische Strömungen und Gruppierungen sind auch heute noch in Deutschland existent. Dennoch kommen viele Varianten in Betracht, die zu den schweren Verletzungen des 23-Jährigen geführt haben könnten: Hatte der Spiegel eines Sprinters die schlimmen Kopfverletzungen verursacht? War es ein versuchtes Tötungsdelikt? War es doch ein Unfall mit Fahrerflucht? All diese Fragen konnten seither nicht geklärt werden, da es zum einen keine Zeugen der Tat gibt und zum anderen Daniel S. keinerlei Aussagen über das Geschehene machen kann. Fest steht nur, dass Daniel S. die Kölner Diskothek "Klappsmühle" um 02:36 Uhr verlassen hatte und schließlich um 03:06 Uhr am Autobahnkreuz Bonn-Nord schwer verletzt aufgefunden wurde.

Die Ermittlungen wurden mittlerweile von der Staatsanwaltschaft Bonn eingestellt, der Fall gilt als "ausermittelt". Die Mutter des 23-jährigen Krankenpflegers, Barbara S., geht von einem "brutalen Überfall" aus, dem ihr Sohn zum Opfer wurde. Da der 23-Jährige wohl wenig Bargeld bei sich hatte, sei er vermutlich von den Tätern brutal niedergeschlagen worden. Im Januar 2019 startete Barbara S. einen erneuten Zeugenaufruf, der jedoch bislang Ergebnis verlaufen ist.

Da die Unglücksursache nie ermittelt werden konnte, können die Eltern von Daniel S. keinen Gebrauch vom Opferentschädigungsgesetz machen. Den Angaben von Barbara S. habe das Sozialgericht in Köln ihre Klage mit der Begründung abgewiesen, dass es nicht nachweisbar sei, ob Daniel S. Opfer eines Verkehrsunfalls oder einer Straftat geworden ist. Daher ist die Familie des 23-Jährigen auch finanziell auf sich allein gestellt. Zumindest so lange, bis sich das Rätsel um den Fall Daniel S. löst.

Doppelmord in Dortmund

Inhalt

  • Dienststelle: Kripo Dortmund
  • Kommissar im Studio: Kriminalhauptkommissar Thomas Seifert
  • Tattag: 28. Juni 2008, gegen 03:15 Uhr
  • Tatort: Zipsstraße 15, Dortmund-Eving
  • Details: 59-jährige Roswitha C. und ihre 85-jährige Mutter Edith S.; Doppelhaushälfte in Dortmund-Eving; 59-Jährige bewohnt das Dachgeschoss und das Obergeschoss des Hauses, ihre Mutter das Erdgeschoss; 85-Jährige ist geistig noch fit, ansonsten jedoch ist sie auf Hilfe angewiesen; dreimal in der Woche Unterstützung durch Pflegedienst; 59-Jährige arbeitet vormittags im Büro einer Reinigung; 85-Jährige erhält von ihrem Pflegedienst kurz vor der Tat einen Notruf-Knopf; sie kann damit rund um die Uhr mithilfe eines Knopfdrucks Hilfe holen; verbringen den Abend vor der Tat gemeinsam; 59-Jährige erhält Anruf von einer Freundin; legen sich schlafen; gegen 03:15 Uhr gelangen zwei maskierte Täter über ein gekipptes Fenster in das Haus; Spurenlage deutet auf einen männlichen und eine weibliche Täterin hin; durchsuchen zuerst das Erdgeschoss; Insiderwissen über 20.000€ im Haus; geben sich mit 10.000€ nicht zufrieden; 85-Jährige wacht auf; weibliche Täterin erwürgt Edith S.; weibliche DNA-Spur am Hals der 85-Jährigen; Täter wecken die 59-Jährige; wollen wohl zweites Geldversteck ausfindig machen; Roswitha C. reagiert panisch; schreit lautstark um Hilfe; Nachbarn wachen auf; Flucht durchs Treppenhaus; vermutlich mit einem Schraubendreher erstochen; Nachbarn vermuten Hilferufe von der Straße; Sohn von Roswitha C. findet die beiden toten Frauen Stunden später;
  • Zitate: "Wie war es denn gestern Abend?" "Lustig wie immer! Ein Haufen wilder Weiber!"
  • Belohnung: 5.000 €
  • Bewertung: ***
  • Status: ungeklärt

Nachspiel

Trotz einer der umfangreichsten Spurensicherungen in der Geschichte der Stadt Dortmund und einer Überprüfung von bisher mehr als 500 Personen blieb der Doppelmord an Roswitha C. und Edith S. bis heute ungesühnt. Am Tatort konnte eine männliche sowie eine weibliche DNA-Spur von erheblicher Tatrelevanz gesichert werden, weswegen die Kriminalpolizei dem Verdacht nachgeht, dass es sich bei den Tätern um einen männlichen Täter sowie um eine weibliche Täterin handeln muss. In der Doppelhaushälfte der beiden Mordopfer wurden an der verschlossen gebliebenen Haustür keinerlei Einbruchsspuren gefunden. Die Täter müssen daher wohl über ein gekipptes Fenster in das Haus gelangt sein.

Des Weiteren vermutet die Kripo, dass die Täter aus dem persönlichen Umfeld der Opfer stammen müssen, da sie über die im Haus deponierten 20.000€ Bescheid wussten. Dafür spricht auch die Verhaltensweise der Täter, die sich mit einem Fund von 10.000€ nicht zufrieden geben wollten und daher wohl die 59-Jährige aufgeweckt haben, um das weitere Geldversteck ausfindig zu machen. Auch das Portemonnaie der 59-Jährigen ließen die Täter unberührt, obwohl dies normalerweise lohnende Beute für Einbrecher darstellt. Die Täter waren demnach ausschließlich auf der Suche nach den 20.000€. Roswitha C. und Edith S. sparten schon eine geraume Zeit für dringende Renovierungsarbeiten an den Fenstern und wollten 20.000€ dafür investieren. Die eine Hälfte des Geldes, also 10.000€, versteckten sie in der Küche, die anderen 10.000€ in einem Kellerversteck. Das Versteck der 10.000€ im Keller wurde von den Tätern nicht entdeckt.

Warum die Täter ihre Opfer brutal ermordet haben, bleibt ungewiss. Eine Hypothese der Kripo ist, dass die Opfer die Täter erkannt haben und so zur Verdeckung einer Straftat und der Verhinderung einer Anzeige bei der Polizei von den Tätern getötet wurden. Eine andere Hypothese der Kripo lautet, dass die Täter nicht mit der Anwesenheit bzw. Gegenwehr ihrer Opfer gerechnet haben und der Einbruch so zu einem Gewaltexzess eskaliert ist. Dafür spricht die Tatsache, dass Roswitha C. nicht mit einem Messer oder einer anderen üblicheren Waffe, sondern mit einem Schraubendreher erstochen wurde. Für einen geplanten Doppelmord hätten sich die Täter wohl anders ausgestattet und Roswitha C. nicht mit einer improvisierten Waffe erstochen. Dennoch bleibt vieles reine Spekulation, die meisten Fragen können einzig und allein die Täter beantworten.

Das Motiv des Doppelmordes ist eindeutig: Habgier. Für 10.000€ mussten die beiden Frauen ihr Leben lassen. Der Ortsteil Dortmund-Eving gleicht einer gepflegten, ruhigen Siedlung, die dortigen Menschen leben in bescheidenen bis gut bürgerlichen Verhältnissen. Dortmund-Eving ist keine Ortschaft, bei der man vermuten würde, dass die Bewohner große Geldsummen im Haus deponiert haben. Die Täter müssen also auf unbekannte Weise zu dem Insiderwissen gelangt sein. Ob die Täter auch räumlich eine Nähe zu den Mordopfern aufweisen, ist unbekannt. Mantrailer-Hunde haben kurz nach der Tat zwar eine Geruchsspur bis in den Westen von Eving verfolgen können, doch sind solche Angaben mit einer gewissen Vorsicht zu betrachten. Die Täter könnten auch gänzlich woanders wohnhaft sein.

Die Ermittlungen wurden mittlerweile eingestellt, der Mordfall gilt als ausermittelt. Alle verdächtigen Personen wurden mittels einer Speichelprobe überprüft, alle Hinweise und Spuren wurden abgearbeitet und auch der Beitrag des Falles bei "Aktenzeichen XY" brachte die Kripo nicht weiter. Falls sich jedoch Verdachtsmomente gegen neue Personen ergeben würden, würden diese jederzeit mittels eines DNA-Abgleichs überprüft und die Akten wieder geöffnet werden. Bisher ist der grausame Doppelmord ungeklärt geblieben.

Auf Parkbank vergewaltigt ("Parkbank")

Inhalt

  • Dienststelle: Kripo Düsseldorf
  • Kommissarin im Studio: Kriminalkommissarin Bettina Püster
  • Tattag: 14. August 2010, gegen 02:00 Uhr
  • Tatort: Parkanlage an der Kunstakademie, Düsseldorf
  • Details: 20-jährige Auszubildende einer Klinik; steht kurz vor dem Abschluss; trifft sich am 13. August 2010 mit ihren Freundinnen in einem Club in der Altstadt von Düsseldorf; tanzt ausgelassen mit Freundinnen; realisiert einige Zeit später, dass sie ihren Schlüssel verloren hat; verlässt gegen 01:00 Uhr das Lokal; Zeitsprung; kauert um 03:00 Uhr auf dem Bürgersteig; ruft verzweifelt ihre Eltern an; Vater holt sie ab; Krankenhaus; neben der Vergewaltigung ein paar kleinere Verletzungen und eine Prellung; Rückblende: sucht vor dem Club nach ihrem Schlüssel; ein junger Mann spricht die 20-Jährige an; bietet seine Hilfe bei der Suche an; "Marco"; gehen durch die Altstadt zusammen; greift nach der Hand der 20-Jährigen; Gruppe Jugendlicher bewirft 20-Jährige mit einem Ball; "Marco" vertreibt Jugendliche und nennt die 20-Jährige plötzlich "meine Freundin"; Parkanlage am Rheinufer; bedrängt die 20-Jährige plötzlich; drückt die Auszubildende auf die Parkbank; vorbeilaufendes Pärchen schätzt die Situation komplett falsch ein; 20-Jährige wird trotz starker Gegenwehr vergewaltigt; Täter flüchtet wortlos; 20-Jährige zieht sich wieder an und ruft ihren Vater an; Phantombild;
  • Zitate: "Aber Sie ahnen es schon: Wirklich tolle Typen sucht man nicht mit Phantombildern."
  • Belohnung: keine Angaben
  • Bewertung: **
  • Status: ungeklärt

Nachspiel

XY-Prävention

Inhalt

  • Dienststelle: Kripo Köln
  • Kommissar im Studio: Kriminalhauptkommissar Joachim Ludwig
  • Tattag: nicht vorhanden
  • Details: professionelle Täter-Gruppierungen; bringen die Leute um ihr Geld; mehr als 1.000 Fälle; mehrere Millionen Euro Beute; Täter werden immer erfolgreicher; vorwiegend ältere Menschen; Täter verfolgt Seniorinnen von der Bank aus; klingelt; gibt sich als Beamter der Stadtwerke aus; angeblich Druckschwankungen in den Wasserleitungen; erstes Opfer öffnet die Tür nur mit vorgehaltener Kette; weist den Täter ab; schenkt ihm keinen Glauben; zweites Opfer fällt auf die Intrige herein; lässt den Täter in die Wohnung; Opfer bekommt angeblich Wassergeld zurück; merkt sich den Ort des Portemonnaies; spielt angebliche Überprüfung vor; Opfer soll die Stärke des Wasserstrahls beobachten; Täter bedient sich am Portemonnaie; oftmals PIN-Code und EC-Karte neben Bargeld; verabschiedet sich; hebt Geld an der nächsten Bank ab; durchschnittliche Höhe der Beute: 4.000€;
  • Zitate: "Und die Quittung...?"
  • Bewertung: *

Nachspiel

XY-Preis

Inhalt

  • Tattag: 23. April 2011, gegen 03:30 Uhr
  • Details: Ostern 2011; 21-jähriger Georg B.; stammt aus einem kleinen Dorf in Bayern; arbeitet als Maler und Lackierer; besucht seine Schwester in Berlin; ist bis etwa 03:30 Uhr am Morgen in der Stadt unterwegs; U-Bahnhof Friedrichstraße; außer ihm befinden sich noch etwa 15 weitere Personen am Bahnsteig; zwei junge Männer pöbeln andere Menschen an; konzentrieren sich auf einen 29-Jährigen; Georg B. mischt sich ein und will die Situation klären; 29-Jähriger versucht der Situation zu entfliehen; 18-Jähriger folgt ihm; sein Komplize versucht Georg B. abzuschütteln; 29-Jähriger wird brutal zusammengeschlagen; mehrere Tritte gegen den Kopf; Georg B. greift als Einziger ein; Rangelei; Täter können flüchten; stellen sich nach der Veröffentlichung des Überwachungsvideos der Polizei; Schädelhirntrauma; versuchter Totschlag;
  • Zitate: "Was guckst du mich denn jetzt so an hier? Ist das ein Kino oder was?"
  • Bewertung: ***

Nachspiel

Der 21-jährige Georg B. wurde aufgrund seiner lebensrettenden Zivilcourage und seinem besonnenen, mutigen Eingreifen am 14. Oktober 2011 mit dem XY-Preis ausgezeichnet und erhielt das zugehörige Preisgeld von 10.000€. Hätte sich der 21-Jährige nicht schützend vor das 29-jährige Opfer gestellt, wäre der 29-Jährige mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit noch am Tatort gestorben. Während alle anderen Passanten nur tatenlos zusahen, rettete der 21-Jährige so einem Menschen das Leben.

Der Täter, der 18-jährige Torben P., wurde vom Landgericht Berlin am 19. September 2011 wegen versuchten Totschlags zu zwei Jahren und zehn Monaten Haft verurteilt. Der 18-jährige Gymnasiast kommt aus einer intakten Familie, ist sozial integriert, nie auffällig geworden und absolvierte freiwillig ein Anti-Gewalt-Training. Zudem schrieb er unzählige Entschuldigungsbriefe an das 29-jährige Opfer. Dennoch sah es das Landgericht als erwiesen an, dass Torben P. den Tod des 29-Jährigen billigend in Kauf genommen hatte und nur durch den einschreitenden 21-jährigen Georg B. von diesem Vorsatz abgehalten werden konnte.

Sein Komplize, Nico A., wurde zu einer Geldstrafe von 250€ und zu einer Teilnahme an einem Erste-Hilfe-Kurs verpflichtet. Da Nico A. dem 29-Jährigen keinerlei Gewalt entgegenbrachte, sondern nur versuchte, Georg B. an seiner Zivilcourage zu hindern, fiel dessen Strafe recht milde aus.

Die Verteidigung von Torben P., der sich vor Gericht stets reumütig zeigte, ging in Revision, die jedoch am 04. April 2012 vom BGH als "offensichtlich unbegründet" verworfen wurde. Das Urteil des Landgerichts Berlin wurde somit rechtskräftig.

In der Sendung vom 09.11.2011 berichtet Georg B. erneut über seine damaligen Erlebnisse und Eindrücke während des Vorfalls am Berliner U-Bahnhof Friedrichstraße und schildert seine Eindrücke rund um die XY-Preisverleihung Mitte Oktober 2011.

Bankraub mit Benzin

Inhalt

  • Dienststelle: Kripo Siegburg
  • Kommissar im Studio: Kriminalhauptkommissar Karl-Heinz Alff
  • Tattag: 07. Mai 2010, gegen 11:30 Uhr
  • Tatort: Bankfiliale in Much bei Köln
  • Details: Much bei Köln; Morgen des 07. Mai 2010: Hausfrau joggt durch ein Waldstück in der Gemeinde Much; beobachtet zwei ihr unbekannte Wagen; vermutet illegale Müllentsorgung; fühlen sich wohl gestört und drehen um; Männer müssen sich schon lange auf ihre Tat vorbereitet haben; VW Golf in Morsbach entwendet; in Much gibt es eine Filiale der Kreissparkasse Köln; zur Tatzeit befinden sich sieben Angestellte und drei Kunden in der Bank; zwei maskierte Männer stürmen die Bank; mit Schusswaffen bewaffnet; fordern die Herausgabe von Bargeld; Angestellte drückt heimlich Alarm; Täter nicht zufrieden mit der Höhe des erbeuteten Geldes; holen Benzinkanister hervor; haben offenbar mit Widerstand gerechnet; Zeitschloss; drohen mit der Zündung des Benzins; Tresor kann nicht geöffnet werden; erbeuten Geldkiste; Zeugin beobachtet Banküberfall; bemerkt türkisfarbenen VW Golf mit aufgebrochener Scheibe vor der Bank; "GM YE 90"; eines der Fahrzeuge der Raser; Passant weigert sich Polizei zu rufen; Täter registrieren Zeugin; Gas-Luftgemisch hat sich gefährlich ausgebreitet; ein Funke genügt für eine Explosion; Transporter versucht vergeblich das Fluchtauto der Täter zu blockieren; brennen gestohlenes Fluchtauto in Waldstück nieder; alle Spuren der Bankräuber vernichtet; überfall dauerte 10 Minuten; Todesangst; manche Opfer bis heute traumatisiert;
  • Zitate: "Nach allem was man weiß, ist der nächste Fall einmalig in der Kriminalgeschichte Deutschlands."
  • Belohnung: 2.000€
  • Bewertung: **
  • Status: ungeklärt

Nachspiel

Die Studiofälle der Sendung:

  • SF 1: Kripo Schwabach - Flüchtiger Bankräuber: 11. Mai 2011, kurz vor 10:00 Uhr: Täter wird im Vorraum einer Bank in Allersberg bei Nürnberg gefilmt; scharfe Farbbilder des Täters; Täter mit Brille und Oberlippen- und Kinnbart; legt Erpresserschreiben mit seinen Forderungen auf die Tresen; zeigt dem Angestellten seine schwarze Pistole, die im Hosenbund steckt; in der Bank bemerkt keiner den Überfall; Beute: mehrere 1.000 €; Täter vermutlich Deutscher; 25-30 Jahre alt; spricht akzentfrei;

XY-Update:

  • kein XY-Update in dieser Sendung

XY Gelöst:

  • SF 1 der Sendung vom 20.02.2008 / XY-Update der Sendung vom 02.04.2008: James J. „Whitey“ B. konnte im Juni 2011 festgenommen werden. Jahrelang lebte er unter dem Namen "Charlie Rosenzweig" bzw. "Charles Gasko" in einer 75-Quadratmeter-Wohnung in der Nähe von Los Angeles. Nach 16 Jahren wurde ihm seine Lebensgefährtin, Catherine G., zum Verhängnis. Die 60-Jährige, die ebenfalls auf der Fahndungsliste des FBI stand, besuchte regelmäßig Schönheitssalons. Dort fiel sie einem Zeugen auf, der Ende Juni dem FBI den alles entscheidenden Tipp gab. Nicht einmal 24 Stunden später stürmte das FBI das Apartment des 81-Jährigen bei Los Angeles und nahm James J. B. samt seiner Lebensgefährtin Catherine G. fest. In der Wohnung fand das FBI 30 Schusswaffen, über 800.000$ und eine fertig gepackte Reisetasche.
  • FF 1 der Sendung vom 23.02.2011: Der falsche Revisor, der zahlreiche Netto-Filialen bundesweit überfallen hatte, ist gefasst worden. Der Täter hatte Insiderwissen und schauspielerisches Talent. Er mimte den Revisor so überzeugend, dass niemand den Betrug durchschaut hatte. Selbst dann nicht, wenn der Täter eine Pistole in der Hand gehalten hat. Die Masche ist erfolgreich - in zwei Jahren schlägt der Täter insgesamt 19 Mal zu und das gleich in mehreren Bundesländern. Seine Beute ist beachtlich: mindestens 300.000€. Auch der Täter hatte Aktenzeichen XY gesehen und dann prompt seine Masche geändert. Zuletzt spielte er nicht mehr den Revisor, sondern einen Kollegen aus der Nachbarfiliale. Freundlich bat er darum, etwas ausdrucken zu dürfen, ehe er im Büro seine Waffe zückte. Im Juli 2011 konnte der Täter dank intensiver Ermittlungen festgenommen werden. Ein SEK nahm den Mann in Lübeck fest, als er auf dem Weg zu seinem nächsten Überfall war. Er ist 38 Jahre alt, Deutscher und lebte zuletzt in Kenia. Für seine Taten kam er extra aus Afrika angereist. Das Insiderwissen hatte er seinem Komplizen zu verdanken - einem 39-jährigen Gebietsverkaufsleiter der Supermarkt-Kette. Der 39-Jährige wurde zeitgleich am Niederrhein festgenommen. Wie genau die Kripo dem Täter auf die Spur gekommen ist, kann aufgrund der andauernden Ermittlungen noch nicht preisgegeben werden.
  • FF 2 der Sendung vom 13.04.2011: Der entscheidende Tipp zur Festnahme des Trickbetrügers "Max" kam noch während der Sendung von einem XY-Zuschauer. Der XY-Zuschauer erkannte den Gesuchten über das gezeigte Foto und informierte umgehend die Polizei. Am 01. Juli klickten dann die Handschellen in Augsburg. Der Festgenommene ist 57 Jahre alt und war tatsächlich selber einmal LKW-Fahrer. Die Betrugsmasche hatte er wohl geklaut - 2002 wurde er angeblich genau mit diesem Trick selber reingelegt.
  • SF 2 der Sendung vom 19.05.2010: Bei dem Täter handelt es sich um einen 25-jährigen Mann aus Weißrussland. Der 25-Jährige, dem vorgeworfen wird, im April 2010 eine Düsseldorfer Sparkasse überfallen zu haben, gehörte zu einer gut organisierten Bankräuberbande aus Osteuropa. Diese osteuropäische Bande ist für bisher 80 Überfälle allein in Nordrhein-Westfalen verantwortlich und trat stets ohne Maskierung auf. Zum Zeitpunkt der Sendung im Mai 2010, als XY das Fahndungsbild des 25-Jährigen präsentiert hatte, saß dieser bereits im Gefängnis. Er hatte zuvor eine Bank in Dortmund überfallen und war kurze Zeit später durch die örtliche Polizei festgenommen worden. Nach weitergehenden Ermittlungen konnte die Polizei ihm auch noch den Banküberfall in Düsseldorf nachweisen.

Erste Ergebnisse

Führen 500 Euro zum Täter?

Viele Hinweise zu Doppelmord in Dortmund / Mitgefühl mit Daniels Mutter


Sind ein paar geraubte 500-Euro-Scheine der Schlüssel zur Lösung eines Doppelmords? "Ich bin über die Qualität der Hinweise angenehm überrascht. Meine Kollegen in Dortmund haben bereits während der Sendung die ersten Hinweise überprüft", sagt Thomas Seifert.

Der Kriminalhauptkommissar bearbeitet den grausamen Doppelmord an Roswitha C. (59) und Edith Sch. (85) im Dortmunder Stadtteil Eving. Die Tat liegt über drei Jahre zurück. Jetzt kommt noch einmal Schwung in die Ermittlungen. So gab es Hinweise zu einem ähnlich gelagerten Fall, bei dem es auffällige Parallelen zu dem Doppelmord gibt. Praktisch: Bei diesem Fall sitzt der Täter schon im Gefängnis.

Außerdem fielen mehreren Zeugen Personen auf, die mit 500-Euro-Scheinen bezahlt haben. Sind es die geraubten Geldscheine aus Eving? Das wird sich erst in den nächsten Tagen und Wochen herausstellen.


Bewegt hat viele Zuschauer ein mysteriöser Fall aus Köln. Der damals 23-jährige Daniel S. wurde nach einem Disco-Besuch bewusstlos auf der Autobahn gefunden. In einem bewegenden Auftritt schilderte seine Mutter Barbara Schreiner, wie es ihrem Sohn heute geht.

Bis jetzt ist nicht klar, was am 9. Januar 2011 passiert ist. Es meldeten sich noch während der Sendung über 30 Hinweisgeber. Manche vermuten einen politischen Hintergrund für die Tat, denn der junge Mann trug eine auffällige Basecap mit der Aufschrift "Israel Defense Force“. Auch Taxifahrer wollen bei der Aufklärung des Verbrechens helfen. Sie gaben der Polizei wertvolle Tipps zur Ortung von Taxis.


Passfotoqualität haben die Fahndungsbilder aus einer Bank in Allersberg, die einen abgebrühten Bankräuber bei der Tat zeigen. Die gewohnte Frage an das XY-Publikum: Wer kennt diesen Mann? Mehrere Zuschauer meldeten sich und gaben wertvolle Hinweise. "Früher oder später kriegen wir ihn. Da bin ich mir sicher", sagt Kriminalhauptkommissar Bruno Meixner von der Kripo Schwabach.

(Quelle: ZDF)

Bemerkungen

  • "Los geht´s gleich mit einer kleinen Sensation: Dem FBI ist nach jahrzehntelanger Suche ein ganz dicker Fisch ins Netz gegangen." - Rudi am Anfang der Sendung
  • Sehr erschütternder FF1 und FF2
  • Hauptkommissar Bruno Meixner, zuständig für den SF1, im Studio anwesend
  • In diesem Interview aus dem Kölner Stadtanzeiger vom 26.09.2011 berichtet die im FF 1 zuständige Ermittlerin Vanessa Carstensen von Ihrer Arbeit als Opferhelferin beim Verkehrskommissariat 22 in Köln.


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