Die nächste Ausstrahlung von Aktenzeichen XY erfolgt am 11. Dezember 2019 im ZDF! Unbedingt einschalten!

VF 031 (Sendung vom 22.05.1971)

Aus Aktenzeichen XY ... ungelöst - Wiki
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Filmfälle

Kaugummiautomaten-Nepp

  • Details: Ehepaar kommt mit Gehalt des Mannes gerade so über die Runden, Frau denkt über Nebenbeschäftigung zu Hause nach; Mann skeptisch; Frau hat schon auf Annoncen geantwortet, ist aber sehr vorsichtig: Vertreter von Schaukelpferd-Automaten, Haushaltswaren-Verkaufspartys und Chinchilla-Zucht schmeißt sie wieder raus. Will Nebenverdienst-Pläne dann schon aufgeben, aber Kaugummiautomaten-Verteter weckt doch ihr Interesse; muss Automaten warten und befüllen, 35 Prozent vom Umsatz sind Reinverdienst. 2 Stunden pro Woche = 130 DM. Allerdings muss Frau Kaugummis von der Firma kaufen. Vertreter schlägt "Erstausstattung" von Kaugummis im Wert von 2.000 DM vor. Frau unterschreibt Automaten-Betreuungsvertrag; fährt jede Woche Automaten ab, füllt nach. Versprochener Umsatz wird aber bei weitem nicht erreicht. Wöchentliche Betreuungsfahrten kosten mehr, als sie einbringen. Plötzlich sind in den Automaten neue Schlösser eingebaut: Aufstellerfirma hat Geräte offenbar nicht bezahlt, Herstellerfirma hat Geräte deshalb wieder selbst übernommen. Frau fährt zu Hersteller nach Hannover; Chef unkooperativ: "Wir haben mit Ihnen überhaupt nichts zu tun"; Frau sitzt auf Kaugummis im Wert von 1.600 DM; Herstellerfirma hat die Geräte schon an anderen Aufsteller verkauft, der wiederum neue Befüller engagiert hat.
  • Zitate: "Ein bisschen Mut gehört doch zu jedem Geschäft. Da kann doch überhaupt nichts passieren.", "Sie haben doch 'ne Tochter. Die wird doch sicher auch Kaugummis mögen."
  • Bewertung: **
  • Besonderheit: Ede erläutert noch mal die raffinierte Betrugsmasche: Hersteller verkauft Geräte an Aufsteller, der wirbt Befüller an, die Ware vorab kaufen müssen. Aufsteller wird Geräte nicht bezahlen, Hersteller wird sie wieder zurücknehmen und es geht von vorne los. Es gehe nur darum, große Kaugummi-Mengen zu überhöhen Preisen zu verkaufen.

Reisekosten-Schwindler

  • Details: Innerdeutsche Flugreisen sind für Trickbetrüger Alltag; gibt sich aus als Fachmann für Elektronische Datenverarbeitungs-Anlagen, Begleiterin hat Reise gut vorbereitet und mehrere Termine bei Firmen gemacht, die EDV-Experten suchen; steigt nur in den besten Hotels ab; elegante Begleiterin mit Hut; Frühstück aufs Zimmer; während Betrüger zu erstem Firmentermin fährt, sieht Begleiterin im Hotel die Zeitungen durch, schreibt Briefe und reserviert Hotel in der nächsten Stadt; Betrüger sitzt bei Firmenchef und zeigt sich an ausgeschriebener Stelle interessiert, fordert dann aber deutlich höheres Gehalt; Chef lehnt ab, Trickbetrüger verabschiedet sich, möchte aber Reiseauslagen erstattet haben. Sektretärin fragt alles ab: Flug, Taxifahrten, Hotel für zwei Tage; Betrüger weiß, dass Konzerne bei Reiseabrechnungen für Führungspositionen nicht kleinlich sind; geht zur Kasse und lässt sich 522 DM auszahlen. Eine Stunde später hat er Termin bei der nächsten Firma, dort sind es 508 DM. Zurück im Hotel: Rückrufe bei den nächsten Firmen, die ihn zu Bewerbungsgesprächen eingeladen hatten. Einnahmen: pro Woche ca. 4.000 DM, dazu ein Jetset-Leben im Flugzeug und den Luxus-Hotels Deutschlands
  • Zitate: "So Chérie, ich gehe jetzt", Ede: "Die Vorstellungsgespräche enden immer nach kurzer Verhandlung an der Kasse", "Das waren doch die, die damals nur Bahnfahrt 1. Klasse zahlen wollten."
  • Bewertung: ***
  • Besonderheit: 70er Jahre-Flair am Frankfurter Flughafen, Gepäckband im früheren Terminal Ost.

Unseriöse Zeitschriften-Werber

  • Details: Zwei junge Männer versuchen bei alter Frau erst mal Mitleidsmasche, schrecken aber auch vor Drohungen nicht zurück; einem Mann mit starker Brille gaukeln sie vor, einer der Werber sei selbst fast blind und könne durch Erlös von Abos umgeschult werden; Werbern macht es auch nichts aus, Menschen 2-3 Stunden zuzulabern, die unterschreiben dann schon deshalb, um sie loszuwerden; andere tun so, als seien sie von der Kommune und würden Spenden für einen neuen Kindergarten sammeln (in Form von Abos); Sportreporter-Trick: Werber quasselt älteren Mann "auf die frisch-fröhliche Biedermanns-Tour" zu, bis er unterschreibt ("Ich muss beweisen, dass ich Leute so richtig bequatschen kann"); Blauer VW-Bus kommt angefahren, Werber schwärmen aus; manche schrecken auch vor Lügen nicht zurück; drehen alter Frau angebliches Kirchenblättchen für 90 Pf. an, ist dann aber Wochenzeitung für 4 DM; Betrug bei älterem Mann: angebliche Durchschläge sind jeweils eigene Verträge; auch Gastarbeiter werden gefoppt ("Kontrolle! Schreiben Sie ihren Namen! Hier!"); auf Schulhof: Werber lassen auch Kinder unterschreiben; spekulieren darauf, dass Eltern das nicht anfechten; in der Mittagspause tauschen die Werber ihre Bestellblöcke und gehen noch mal zu den Kunden ihrer Kollegen: sagen dann, den Kollegen sei ein Fehler unterlaufen und sie müssten noch mal einen neuen Vertrag unterschreiben, der Alte sei schon zerrissen worden, weil ungültig; noch ein -laut Ede- frecher Trick: Werber überzeugt Kunden, dass er zum Testen mal ein Programmheft gratis zugeschickt bekommt; schreibt "1 Woche Gratis" auf Bestellschein. Im Auto setzt Werber hinter die 1 einen Punkt und schon steht auf der Bestellung, dass nur die "1. Woche gratis" ist und danach das Abo regulär läuft.
  • Zitate: "Ich will Arzt werden. Vielleicht werden Sie mich einmal brauchen, wenn Sie hilflos auf der Straße liegen. Wenn sie mir jetzt keine Zeitschrift abkaufen... wie soll ich mich dann verhalten?", "Wennse mich später auf'm Bildschirm sehen, könnense zu Ihrer Frau sagen: Guck mal! Ohne mich wäre der nichts geworden!"
  • Bewertung: ***
  • Besonderheit: Kein einzelner Fall, sondern Collage vieler Zeitschriftenwerber-Maschen

Experiment: Betrug mit Sprachkurs-Unterlagen

  • Details: Sprachen lernen im Schlaf; Informaterial anfordern, wird auf Post als Einschreiben abgeholt, es kommt gleich das ganze Kursbuch (mit wertlosen Infos); muss in tadellosem Zustand zurückgeschickt werden, da sonst berechnet wird. Betrugsmasche: Hinterher kommt laut Ede immer ein Brief, dass Knicke im Buch oder Flecken drauf seien, deshalb müsse es bezahlt werden (fast 100 DM). Drei Vorsicht-Falle-Mitarbeiter bestellen Kurs; wird jeweils in Anwesenheit von Anwälten auf der Post ausgepackt und gleich wieder besonders sorgfältig verpackt zurückgeschickt. Dumm nur: Die Firma schickte zwei Lockvögeln gar keine Zahlungsaufforderungen. Ein Dritter erhielt eine Rechnung, dass er die Unterlagen zu spät zurückgeschickt habe und den Kurs deshalb bezahlen müsse.
  • Bewertung: *
  • Besonderheiten: Filmfall zeigt eigentlich nur besonders detailreich das Aus- und Einpacken des Kursbuchs zuhause und auf der Post sowie den Bezahlvorgang für das Einschreiben (Wiegen, Münzen hin, Quittung und Wechselgeld zurück). Anwalt bei der Kurs-Bestellerin in Heidesheim schaut wirklich ganz genau hin: rückt beim Auspacken Blumenvase vom Tisch und schmust sich beim Abschicken des Pakets richtig eng an die junge Dame heran.

Bemerkungen

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