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Sendung vom 22.09.2005

Aus Aktenzeichen XY ... ungelöst - Wiki
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Filmfälle

Mord an Jennifer S.

Inhalt

  • Dienststelle: Kripo Hagen
  • Kommissar im Studio: Hauptkommissar Herbert Fingerhut
  • Tattag: 13. Mai 2005
  • Fund der Leiche: 17. Mai 2005, gegen 21:15 Uhr
  • Details: 35-jährige Jennifer S.; arbeitet beim Gesundheitsamt, träumt aber davon sich als psychologische Lebensberaterin selbstständig zu machen; regelmäßige Teilnehmerin einer Meditationsgruppe; lebt allein in einer kleinen Wohnung in Blankenstein, einem Ortsteil von Hattingen; ihre letzte Beziehung ist erst vor kurzem in die Brüche gegangen; beliebt; großer Bekanntenkreis; melancholisch; unerfüllter Wunsch einer glücklichen Partnerschaft; depressive Phasen; 11. Mai 2005, gegen 21:30 Uhr: Kioskbesuch; erledigt in ihrem Bekanntenkreis regelmäßig Gartenarbeiten; meist gegen Bezahlung, denn da sie nur halbtags arbeitet, herrscht bei ihr oft Geldmangel; Terminvereinbarung; trifft darüber hinaus im Kiosk zufällig einen Mann, den sie bisher nur flüchtig gekannt hat; zahlreiche Männerbekanntschaften; 13. Mai 2005, gegen 10:00 Uhr: Telefonat mit Freundin; hat sich tags zuvor krankschreiben lassen; fährt nach Bochum, um ihre Krankmeldung abzugeben; zur verabredeten Gartenarbeit erscheint sie jedoch nicht; ungewöhnlich; sonst überaus zuverlässig; gegen 17:00 Uhr: Bus nach Hattingen; Ziel: unklar; 17. Mai 2005: seit Tagen kein Lebenszeichen; geöffnete Balkontür; Fund der Leiche; Rekonstruktion: hat den Täter vermutlich gekannt; keine Einbruchsspuren; 30 Messerstiche; Jennifer S. wird noch im Flur angegriffen; keine Chance; nimmt einige Dinge mit, so ihr Handy und ihren Haustürschlüssel;
  • Zitate: "Auch nach dem Mord geht der Täter extrem kaltblütig vor. Neben seinem Opfer wäscht er sich das Blut von den Händen."
  • Belohnung: 1.500€
  • Bewertung: **
  • Status: geklärt

Nachspiel

Am damaligen Tatort, der Wohnung von Jennifer S., konnte die DNA-Spur des Täters dank aufwendiger kriminaltechnischer Untersuchungen gesichert werden. Trotz jahrelanger Ermittlungsarbeit gelang es den Ermittlern zunächst viele Jahre nicht, das Mord-Rätsel um die 35-jährige Hattingerin zu lösen. Die Kripo fokussierte sich jedoch von Beginn der Ermittlungen auf den großen Bekanntenkreis und die zahlreichen Männerbekanntschaften des Opfers. Da sich Jennifer S. sehnlichst eine glückliche Partnerschaft herbeigewünscht hatte, unterhielt sie Kontakt zu zahlreichen Männern und galt allgemein als offen und kontaktfreudig. Dieser Umstand hat es der Kripo erheblich erschwert, den Bekanntenkreis des Opfers zu erfassen und eingrenzen zu können.

In den Monaten nach der Tat wurden mehr als 500 Männer im Alter zwischen 16 und 70 Jahren zur Speichelabgabe gebeten, um diese mit der Täter-DNA abzugleichen und somit mögliche Verdächtige als Täter ausschließen zu können. Diese erste DNA-Reihenuntersuchung verlief jedoch erfolglos. Im Februar 2007 galten alle Ermittlungsansätze als "ausgeschöpft", sodass die Ermittlungen vorerst ergebnislos eingestellt wurden.

Im Juli 2008 wurden die Ermittlungen wieder aufgenommen. Dabei wurden weitere 80 Männer aufgerufen, ihre Speichelprobe abzugeben. Durch neue Zeugenhinweise und intensive Ermittlungen konnte der Bekanntenkreis von Jennifer S. weitergehend analysiert werden. So ergaben sich Verdachtsmomente gegen weitere 80 Männer, deren Speichelproben jedoch eine Täterschaft im Mordfall Jennifer S. widerlegen konnten. Die zweite DNA-Reihenuntersuchung endete somit auch ergebnislos. Die Kripo Hagen äußerte dabei die Erkenntnis, dass der Bekanntenkreis der Angestellten des Bochumer Gesundheitsamtes doch viel größer sei, als man anfangs angenommen habe. Darüber hinaus hätte man vermutlich immer noch nicht den gesamten Bekanntenkreis der 35-Jährigen aufgedeckt.

Auch das Fernsehen berichtete über den Fall: Neben dem Beitrag des Falles bei "Aktenzeichen XY" wurde der Mordfall im März 2006 dann noch einmal in dem von RTL II ausgestrahlten "Polizeireport Deutschland" thematisiert. Bundesweit wurde zudem auf der Internetseite des Bundeskriminalamts gesucht – auch dies blieb erfolglos. Die Kripo betrachtete eine Klärung des Falles nach der zweiten erfolglosen DNA-Reihenuntersuchung und ergebnisloser jahrelanger Ermittlungsarbeit als sehr unwahrscheinlich: "Die Hoffnung auf Klärung ist nahe dem Nullpunkt. Lediglich Kommissar Zufall kann nun noch helfen.", entgegnete Herbert Fingerhut, Leiter der Mordkommission im Fall Jennifer S., Ende 2008.

Im Jahr 2009 und somit rund vier Jahre nach dem Mord tauchte die Täter-DNA wieder auf - diesmal bei Einbrüchen in Fabriken in Hattingen und Bochum. Diese Tatsache bestärkte die Ermittler in ihrer Vermutung, dass es sich bei dem Täter im Mordfall Jennifer S. um einen regionalen und ortsansässigen Täter handeln muss. Die Kripo sah sich somit in ihrer Theorie der Beziehungstat bestätigt. Dennoch blieb der Täter weiterhin unbekannt und der Bezug zu Jennifer S. unklar. Zu diesem Zeitpunkt wurden schon rund 600 Bekannte des Opfers ergebnislos überprüft.

Am 08. September 2011 gelang es der Kripo schließlich nach langen und intensiven Ermittlungen den Täter, den 38-jährigen Bochumer Marcus S., im Zusammenhang mit den Fabrik-Einbrüchen festzunehmen. Dadurch galt auch der Mordfall Jennifer S. als geklärt. Dies verkündete das Polizeipräsidium Hagen tags drauf auf einer Pressekonferenz. Dabei legte der Täter schon kurz nach seiner Festnahme ein Geständnis ab, dass er die 35-jährige Jennifer S. im Streit erstochen habe. Am 13. Mai 2005 habe er eigenen Angaben zufolge bei der 35-Jährigen geklingelt, mit welcher er eine Affäre gehabt haben soll. In einem Streit sei es schließlich zu einer Kurzschlussreaktion des Bochumers gekommen, woraufhin er ununterbrochen auf Jennifer S. eingestochen habe.

Ob Marcus S. und Jennifer S. wirklich in einer Beziehung zueinander standen, ist fraglich. Jennifer, die sich immer viele Notizen über ihre engsten Bezugspersonen machte, verschriftlichte keinerlei Informationen über den Festgenommenen. Sicher ist, dass beide sich kannten, weil Jennifer eine Bekannte der damaligen Freundin des Festgenommen war.

Am 20. April 2012 ist der Angeklagte schließlich vom Schwurgericht Essen zu 13 Jahren und drei Monaten Haft wegen Totschlags verurteilt worden. Heimtücke oder niedrige Beweggründe als Mordmerkmale ließen sich nach all den Jahren nicht mehr sicher feststellen. In einem Wort an die Eltern der Getöteten betonte der vorsitzende Richter, dass die Kammer nach so langer Zeit viele Dinge nicht mehr sicher feststellen konnte. So sei weiterhin nicht klar, ob der Angeklagte eine heimliche Beziehung mit Jennifer S. unterhielt. Das sei zwar unwahrscheinlich, aber eben doch möglich.

Die Berichterstattung über die Aufklärung des Mordfalles erfolgt in der Sendung vom 12.10.2011.

Überfall auf ein Hotel

Inhalt

  • Dienststelle: Kripo Köln
  • Kommissar im Studio: Ulrich Linden
  • Tattag: 29. November 2004 gegen 3:30 Uhr
  • Tatort: Mauritiustherme in Köln
  • Belohnung: 1.500 Euro
  • Details: Nachtportier, Wellnesshotel, hohe Ansprüche, Täter kommen durch Wellnessbereich und kommen mit einer Karte durch die Tür; Cocktail statt Bier servieren
  • Bewertung:
  • Status: ungeklärt

Nachspiel

Mord an Fernanda M. (Putzfrau in Arztpraxis)

Inhalt

  • Dienststelle: Kripo Frankfurt am Main
  • Kommissar im Studio: Markus Görger
  • Tattag: 23. Juni 2004 (an diesem Tag schied Deutschland gegen Tschechien aus bei der Fußball-EM 2004)
  • Belohnung: 5.000 Euro
  • Details: Putzfrau, früh am Morgen, Arztpraxis, gekipptes Fenster, überrascht Einbrecher, Schuss
  • Bewertung:
  • Status: ungeklärt

Nachspiel

Die Studiofälle der Sendung:

  • SF 1: Kripo Mönchengladbach - Vergewaltigung in einem Schnellimbiß; Polizeivideo vom Tatort; vermutlich Türken
  • SF 2: Kripo Bamberg - Kriminaloberkommissar Dietmar Thiel im Studio; Einbrüche in Metallfirmen; Metallmafia; 14 Fälle in Bayern; Lastwagen entwendet; Überwachungskamera an Tankstelle
  • SF 3: Kripo Gießen - Fahndung nach Kazim K.; 68 Jahre alt; Türke; wegen versuchten Mordes an einem Mann vor einem Einkaufsmarkt
  • SF 4: Kripo Offenbach - Vermißtenfall Annerose H.; Polizeivideo; alles in ihrer Wohnung geblieben; Mulitple Sklerose
  • SF 5: Kripo Dortmund - Unbekannter Bankräuber in Dortmund-Höchsten; Bilder der Überwachungskamera; Täter verliert seine Mütze; Beute mehrere 1000 €

Geklärt: Der Gesuchte wurde von einem XY-Zuschauer erkannt. Der 47-jährige Mann aus Dortmund wurde festgenommen und hat die Tat gestanden. Bekanntgabe in der Folgesendung.

XY Update:

  • kein XY-Update in dieser Sendung.

XY Gelöst:

  • SF 1 der Sendung vom 02.06.2005: Horst Friedrich H., der Kapitalanleger im In-und Ausland um über 12 Mio. € betrogen haben soll, wurde in einem Hotelzimmer in Österreich festgenommen und wartet auf seine Auslieferung nach Deutschland. Ein Hinweis in XY hatte die Dortmunder Zielfahnder auf seine Spur gebracht.
  • SF 6 der Sendung vom 06.10.2000: Maksim W., der in Düsseldorf einen brutalen Banküberfall mit einem Fleischermesser verübt haben soll, hatte sich nach der Tat ins Ausland abgesetzt. Da er aber mit internationalem Haftbefehl gesucht wurde, konnte er bei seiner versuchten Einreise nach Zypern festgenommen werden, nachdem ihn Grenzbeamten erkannt hatten. Er sitzt zum Zeitpunkt der Sendung in Düsseldorf in U-Haft.

Bemerkungen

  • Verleihung des XY-Preises am 14. September in Berlin mit Innenminister Schily und Zimmermann, Rudi bringt Kind mit ins Studio.

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