Die nächste Ausstrahlung von Aktenzeichen XY erfolgt am 6. März 2019 im ZDF! Unbedingt einschalten!

Sendung vom 06.06.1997

Aus Aktenzeichen XY ... ungelöst - Wiki
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Filmfälle

Raubmord an Hildegard G. ("Undurchsichtige Finanzgeschäfte")

Arbeitstitel: "Femme Fatale"

Inhalt

  • Dienststelle: Kripo Nürnberg
  • Kommissar im Studio: Kriminaloberkommissar Schönwald
  • Tattag: vermutlich am 21. Januar 1997
  • Tatort: Nürnberg, Wohnung des Opfers
  • Tatverdächtig: ein unbekannter Freund des Opfers
  • Belohnung: 5.000 DM
  • Details: geheimnisvolle Frau, hat Ende '96 mind. 500.000 DM Schulden; muß den Täter zweifellos gekannt haben; lebt von undurchsichtigen Finanzgeschäften; macht Yoga; sonderbare Flugroute, das Flugticket wird allerdings nicht abgeholt; das Opfer wird in der Sauna erwürgt
  • Bewertung: ***
  • Status: geklärt

Nachspiel

Täter zu lebenslanger Haft verurteilt: Nach einem unbestätigten Artikel aus dem XY-Forum soll Robert F., ein Mann französischer Abstammung aus dem lothringischen Metz, die Frau aus Habgier ermordet haben. Nach seiner Scheidung hatte sich der 44-jährige in Baden-Württemberg niedergelassen. Bevor er nach Baden-Baden umzog, hatte er auch in München gewohnt. In Baden-Baden versuchte er sein Glück als Schmuck- und Antiquitätenhändler, jedoch mit wenig Erfolg. In einem seiner Läden hatte Hildegard G. den Mann in den 80er Jahren kennengelernt. Es kam zu einer Romanze. In seinen Vernehmungen gibt Robert F. jedoch an, Frau G. seit 1989 nicht mehr gesehen zu haben. Für den Tattag, den 21.1.1997 gab er ein Alibi an.

Von Robert F. wurde eine Speichelprobe genommen und zur kriminaltechnischen Untersuchung zum LKA eingeschickt. Das Ergebnis war eindeutig: Im ganzen Haus von Hildegard G. wurden Spuren von Robert F. gefunden. Er galt nun als dringend tatverdächtig, aber überführt war er noch nicht. Es dauerte insgesamt noch ein Jahr, bis Robert F. schließlich festgenommen wurde, denn der Verdächtige hatte ein Alibi, aber auch ein starkes Motiv. Robert F. war hoch verschuldet, seine Verbindlichkeiten beliefen sich auf über 400.000 DM. Frau G. hatte ihn über die Jahre hinweg immer wieder finanziell unterstützt. Im Laufe ihrer Ermittlungen schaffte es die Kripo Nürnberg, Robert F. der Lüge zu überführen.

Als Robert F. in weiteren Vernehmungen nach längerem Leugnen zugab, die Nacht vom 14. auf den 15. Januar mit G. in deren Villa in Gaulnhofen verbracht zu haben, wurde der Franzose 18 Monate nach der Tat in Baden-Baden festgenommen. Der Haftrichter erließ 24 Stunden später Haftbefehl wegen Mordes aus Habgier und Unterschlagung.

Die Staatsanwaltschaft erhob schließlich Anklage u.a. wegen Mordes. Am 30. Januar 2001, vier Jahre nach dem Mord an Hildegard G., wurde gegen Robert F. der Prozess vor der Schwurgerichtskammer Nürnberg eröffnet. Das Verfahren entwickelte sich zu einem sehr aufwendigen Indizienprozess, in dessen Verlauf mehrere Gutachter gehört werden mussten. Robert F. wurde schließlich wegen Mordes aus Habgier zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt.

Quelle zum Urteil: Nürnberger Nachrichten vom 22.5.2001. Die Revision wurde im April vom BGH verworfen (Quelle Nürnberger Nachrichten vom 11.4.2002)

Zu den Finanzgeschäften der Frau G.: Das Opfer war in sog. Pilotenspiele verwickelt, d.h. man fängt als Passagier an und arbeitet sich zum Pilot hoch. Als Passagier muss man natürlich ein Einstiegsgeld hinterlegen. Dieses System funktioniert nach einem "Schneeballprinzip". Geld sehen jedoch nur die Kapitäne.

Banküberfallserie (Wechselnde Besetzung)

Inhalt

  • Dienststelle: Kripo Heppenheim
  • Kommissar im Studio: Kriminalkommissar Schlappner
  • Tattag: 1.Tat: 24. April 1996 ;2.Tat: 8. Mai 1996
  • Tatort: 1.Tat: Viernheim/Bergstraße ;2.Tat: Pfungstadt-Eschollbücken
  • Tatverdächtig: zwei unbekannte Männer
  • Belohnung: 11.000 DM
  • Details: ungewöhnlich; organisiert; Einbrüche über Kellerschächte
  • Bewertung: *
  • Status: ungeklärt

Nachspiel

Raubüberfall auf alte Frau (Die schlimmste Nacht ihres Lebens)

Inhalt

  • Dienststelle: Kripo Korbach
  • Kommissar im Studio: Kriminaloberkommissar Raatz
  • Tattag: 8. Mai 1996
  • Tatort: Diemelsee bei Korbach
  • Tatverdächtig: 3 unbekannte Männer
  • Belohnung: 3.000 DM
  • Details: fährt noch selber Auto; legt sich sehr früh schlafen; Ehemann ist verstorben; sie lebt alleine im Haus; während Abwesenheit waren Rolladen heruntergelassen; sie geht am Tatabend früh zu Bett; ihr steht die schlimmste Nacht ihres Lebens bevor; Nachbar bemerken verdächtiges Fahrzeug; Einbrecher sind wohl von der Anwesenheit der alten Frau überrascht; sie gehen überaus brutal zu Werke; "Ich weiß du hast 100.000 Mark";
  • Zitate: Der eine Einbrecher zum anderen "Idiot"
  • Bewertung: *
  • Status: ungeklärt

Nachspiel

Die Studiofälle der Sendung:

  • SF 1: Interpol Wien - Fahndung nach Mehmet G., der im März 1997 seine Lebensgefährtin in einer Wiener Wohnung ermordet haben soll. Er hat bereits in der Vergangenheit häufiger mit der Tötung der Frau gedroht. Möglicherweise hat sich der türkische Staatsbürger nach Deutschland abgesetzt. Er trug zuletzt einen Oberlippenbart. - Belohnung: 30.000 öS
  • SF 2: Stadtpolizei Zürich - Fahndung nach Mustafa H., der einen 42-jährigen Italiener in Zürich im Verlaufe eines Streites mit einem Kopfschuss getötet haben soll. Der Bosnier spricht Serbokroatisch und Schweizerdeutsch. - Belohnung: 3.000 SFr
  • SF 3: Kripo Hamburg - Fahndung nach Horst B., der über beste Kontakte in der organisierten Kriminalität verfügt. Seit 1992 hat er bei internationalen Waren- und Devisentermingeschäften Hunderte von Anlegern in Deutschland betrogen. Der Schaden geht in die Millionen. Das Landgericht Hamburg verurteilte ihn zu fünf Jahren Haft. Da das Urteil aber noch nicht rechtskräftig war, wurde der Haftbefehl außer Kraft gesetzt. Als er später die Aufforderung zum Haftantritt erhielt, setzte er sich ab. Nach neuesten Erkenntnissen soll er mit seiner Masche in Deutschland, Österreich und Ungarn unterwegs sein.

Geklärt: Der Gesuchte konnte in Budapest festgenommen werden. Bekanntgabe in der Sendung vom 22.08.1997.

  • SF 4: Kripo Koblenz - Fahndung nach Wei-Lei Z., dem versuchter Totschlag zur Last gelegt wird. Der Chinese soll im April 1997 versucht haben, seine Frau mit einem Schlachterbeil getötet haben. Die Frau, die als Kellnerin arbeitete, konnte nur durch eine Notoperation gerettet werden. Sie wollte sich von dem Gesuchten trennen, weil er ihr ständig den Lohn abgenommen und diesen dann verspielt hat. Wei-Lei Z. hat familiäre Verbindungen nach Italien und in die Niederlande. - Belohnung: 5.000 DM
  • SF 5: Interpol Wien - Mordversuch an einem Polizisten mitten in Wien. Ein zweiter Beamter könnte einen bleibenden Augenschaden davontragen. Der Täter war den Polizisten in der Nähe eines Postamts in der Schumanngasse (Wien-Hernals) aufgefallen. Als einer der Beamten ihn ansprach, sprühte er ihm eine ätzende Flüssigkeit in die Augen flüchtete. Der zweite Beamte verfolgte den Mann, der daraufhin zwei Schüsse auf den Polizisten abgab und ihn durch einen Bauchschuss lebensgefährlich verletzte. Auf der Flucht verlor der Täter, der Wiener Dialekt sprach, eine blaue Schirmkappe mit einem mit zwei Sicherheitsnadeln fixierten Haarteil. Solche Haarteile mit einem eingearbeiteten Kamm kamen aus Hongkong und wurden in Österreich bis ca. 20 Jahre vor der Tat vertrieben. - Belohnung: 100.000 öS
  • SF 6: Kripo Bonn - Identifikation einer unbekannten Toten, die am 18. Juli 1996 im Aegidienberger Wald (Bad Honnef) aufgefunden wurde. Inzwischen wurde sogar das FBI in die Ermittlungen eingeschaltet. Es wurden Phantombilder mit drei verschiedenen Frisuren erstellt. Sie hatte vermutlich mittellange blonde Haare und außergewöhnlich schlechte Zähne. Sie trug eine dunkelblaue Viskosebluse mit weißen Tupfen und eine rote Après-Ski-Hose, die von der italienischen Firma Cervo in nur 27 Exemplaren angefertigt wurde.

Geklärt: Der Fall konnte 16 Jahre nach der Tat durch die Beharrlichkeit eines Journalisten des Bonner General-Anzeigers geklärt werden. Im Jahr 2011 wollte eine Familie aus Rheinbach eine Frau offiziell für tot erklären lassen. Dem Journalisten fallen Ungereimtheiten im Fall auf, er schaltet die Polizei ein, schließlich wird die DNA abgeglichen. Dabei kam die Geschichte des Falles ans Licht. Im März 1996 meldete der Ehemann seine Frau Gertrud U. als vermisst. Einige Tage später zog er die Anzeige zurück. Seine Frau hätte sich bei ihm abgemeldet, sie wollte angeblich ein neues Leben mit einem anderen Mann beginnen. Die Geschichte klingt für die Polizei plausibel, sie stellt die Ermittlungen ein. Die Geschichte vom Leben mit einem anderen Mann war aber gelogen. Sie war damals im Streit von ihrem Ehemann mit einem Kissen erstickt worden. Er gestand die Tötung. Am 18. Dezember 2012 wurde Hans-Werner U. vom Landgericht Bonn wegen Totschlags zu elf Jahren Haft verurteilt. Bekanntgabe in der Sendung vom 09.05.2012.

  • SF 7: Stadt- und Kantonspolizei Bern - Topaktuelle Fahndung nach Enver L.-B., der u.a. wegen Drogenhandels im großen Stil in Untersuchungshaft saß. Am Morgen des 5. Juni 1997 konnte er über das Dach des Regionalgefängnisses in Thun flüchten. Möglicherweise hat er sich nach Süddeutschland abgesetzt. - Belohnung: 1.500 SFr
  • SF 8: Kripo Stuttgart - Fahndug nach Amet G., der drei Wochen vor der Sendung seine Lebensgefährtin an ihrem Arbeitsplatz, einem Stuttgarter Hotel, erstochen haben. Die Frau wollte sich von Amet G. trennen und wieder in ihre bosnische Heimat ziehen. Nach der Tat flüchtete der Mazedonier mit einem Taxi in den Raum Memmingen. Später wurde er noch einmal in Bad Wörishofen gesehen. - Belohnung: 5.000 DM

Geklärt: Die Polizei fand heraus, dass er sich nach Mazedonien abgesetzt hat und von dort regelmäßig nach Bulgarien reiste. Bei einem erneuten Grenzübertritt konnte er von der bulgarischen Polizei abgefangen werden. Bekanntgabe in der Sendung vom 22.08.1997.

XY Gelöst - der Rückblick

Zwischenergebnisse aus früheren Sendungen:

  • SF 1 der Sendung vom 02.05.1997: Der Mordfall Dietmar K., ausgestrahlt für Interpol Wien, wird nochmals behandelt.

XY Gelöst:

  • SF 3 der Sendung vom 02.05.1997: Hartmut P., gesucht von den Schweizer Behörden wegen mehrerer Einbruchsdiebstähle, wurde zwei Wochen nach der Sendung in Wiesbaden festgenommen. Er kann als deutscher Staatsbürger nicht an die Schweiz ausgeliefert werden, deshalb wird das Strafverfahren in Deutschland fortgesetzt.
  • SF 8 der Sendung vom 02.05.1997: Rade R., gesucht von der Kripo München wegen Schutzgelderpressung, wurde dank eines Zuschauerhinweises in Frankreich aufgespürt und von der französischen Polizei wenige Tage später bei Brest (Département Finistère) festgenommen.
  • SF 2 der Sendung vom 21.03.1997: Hekrem K., van der Kapo Schwyz u.a. wegen Mordversuchs gesucht, konnte aufgrund eines Zuschauerhinweises in Kaltbrunn (Kanton St. Gallen) gemeinsam mit einem Komplizen festgenommen werden. Im Versteck der beiden wurde ein umfangreiches Waffenarsenal gefunden.
  • SF 2 der Sendung vom 23.08.1996: Sante M., gesucht von der Kapo Zürich wegen Raubmordes, wurde dank eines Zuschauerhinweises in einer Wohnung im Zürcher Stadtteil Wipkingen aufgespürt und festgenommen.

Bemerkungen

  • Eduards Einleitung zu Filmfall 3 und sein unheimlicher Blick nach links nach Filmfall 1.

Vorherige Sendung: Sendung vom 02.05.1997

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