Sendung vom 21.01.2026
| Sendung Nr. 622 |
Moderation: Rudi Cerne |
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Filmfälle
Wer ermordete Sonja H.?
Inhalt
- Dienststelle: Kripo Kempten
- Beamter im Studio: Oberstaatsanwalt Thomas Hörmann, 1. Kriminalhauptkommissar Norbert Bernhard
- Tatzeit: Die Nacht vom 4. auf den 5. Juli 1981
- Tatort: unbekannt, vermutlich in Kempten
- Details: Sonja H. (13 Jahre) wuchs unter anderem bei ihrer Großmutter auf, welche nun im Krankenhaus im Sterben liegt; Wohnt zusammen mit Mutter bei Stiefvater, einem Polizisten; Beide Erwachsenen trinken größere Mengen Alkohol, regelmäßig Streit; Mutter bricht mit Sonja auf um bei Großmutter im Haus im Stadtteil Heiligkreuz zu übernachten; Es finden mehrere Feste in der Stadt statt; Legen Stopp in Gaststätte ein und Mutter trinkt mit Barkeeper zusammen; Sonja möchte schlafen und macht sich nach Mitternacht zu Fuß alleine auf den fünf Kilometer langen Weg nach Heiligkreuz; ist dort jedoch nie angekommen, es wird vermutet, dass sie aufgrund der schwierigen Verhältnisse abgehauen ist; Einen Monat später wird unbekleideter Leichnam unter Heuschober wenige hundert Meter von der Großmutter entfernt aufgefunden; Mehrere Verdächtige für das Sexualdelikt unter anderem der Stiefvater, der widersprüchliche Angaben zur Tatnacht macht; Tatverdacht lässt sich nicht erhärten;
Fast ein Jahr später: Anwohner des auf dem Nachhauseweg gelegenen Stadtteil Thingers melden Beobachtung; In Tatnacht zogen einige Jugendliche ein dem Opfer ähnelndes Mädchen durch die Straße; Insgesamt hörten 15! Anwohner die Hilfeschreie, keiner rief Polizei - Zitate: „ …Von Hinz zu Kuntz bin ich gerannt. Aber in diesem ganzen Krankenhaus gibt's keine einige Vase.“ – „Vera, das macht doch nichts.“
- Sprecher: Christian Baumann
- Musik: "Lieb mich ein letztes Mal" (Roland Kaiser), "Johnny Blue" (Lena Valaitis)
- Darsteller/-innen: Stephanie Lexer (Vera, Mutter von Sonja), Uta Rachov (Großmutter, Mutter von Vera), Matthias Saffert (Kripo-Beamter)
- Besonderheiten: Es wird angenommen, dass zwischen diesem Fall und dem Fischerfest-Mord 1973 an Marion B. in Oberasbach (Lkr. Fürth) ein Zusammenhang besteht, weshalb auch der Fall Marion B. in der Nachbesprechung angesprochen wird. Er wurde als FF 1 der Sendung vom 13.12.1974 in in XY ausgestrahlt, was aber unerwähnt bleibt. Es konnten mittlerweile zwei DNA-Spuren in Kempten gesichert werden, eine davon findet sich auch an Marion B. wieder. Parallelen: Beide Morde geschahen nach Festen am 1. Juliwochenende. Sonja liest 1981 ein Fix und Foxi Extra-Taschenbuch Nr. 87, das aber erst 1984 erschienen ist.
- Belohnung: Je Mordfall 10.000 €
- Status: ungeklärt
Nachspiel
Siehe auch:
- Zwei Mädchen, zwei Sommernächte – und ein düsteres Muster – Artikel auf T-Online.de vom 19. Januar 2026
Überfall zu Hause
Inhalt
- Dienststelle: LKA Hamburg
- Beamtin im Studio: Kriminaloberkommissarin Miriam Distefano
- Tatzeit: 11. Mai 2011
- Tatort: Ein Einfamilienhaus in Hamburg-Osdorf
- Details: Raubüberfall am helllichten Tag in einem Einfamilienhaus. Die Täter lassen das Ehepaar gefesselt zurück – und rufen danach selbst die Polizei.
- Zitate:
- Sprecher: Christian Baumann
- Darsteller/-innen: Ingrid Farin (Opfer), Christian Hoening (Opfer), David Lindermeier (Polizist in der Notrufzentrale)
- Besonderheit: Es werden die richtigen Namen der Opfer verwendet, was bei Filmfällen zu Überfällen ungewöhnlich ist, wahrscheinlich, da die Opfer bereits verstorben sind.
- Belohnung: 3.000 €
- Status: ungeklärt
Nachspiel
Siehe auch:
- Raubüberfall auf Ehepaar wird Fall für «Aktenzeichen XY» – Artikel von SAT.1 Regional Hamburg vom 19. Januar 2026
Raub in Bochum (Alle Ersparnisse weg)
Inhalt
- Dienststelle: Kripo Bochum
- Beamter im Studio: Kriminalhauptkommissar Marcel Zielonka
- Tatzeit: 24. Februar 2024, zwischen 22:00-22:45 Uhr
- Tatort: Die Wohnung des Opfers in Bochum
- Details: Seit Jahrzehnten spart ein 84-jähriger Rentner, im Film Karlheinz R. genannt, monatlich 50 Euro. Inzwischen ist eine beträchtliche Summe zusammengekommen, die der Senior zu Hause deponiert, da er den Banken misstraut. Doch dann haben es Räuber auf das Geld abgesehen.
- Zitate:
- Sprecher: Christian Baumann
- Darsteller: Michael Marwitz (Raubopfer Karlheinz R.)
- Belohnung: 3.000 €
- Status: ungeklärt
Nachspiel
Siehe auch:
- Aktenzeichen XY: Bochumer (84) ausgeraubt und gefesselt – Polizei steht vor Rätsel – Artikel der WAZ vom 19. Januar 2026
Mord an Cäcilia L.
Inhalt
- Dienststelle: Kripo Essen
- Beamtin im Studio: Kriminaloberkommissarin Vivienne Fischer
- Tatzeit: unbekannt, zwischen 10. und 12. Oktober 2003
- Tatort: Wohnung des Opfers in Essen
- Details: In Castrop-Rauxel klingelt Ende September 2003 ein unbekannter Mann bei einer älteren Dame. Er will einen 50 Euro Schein wechseln. Sie holt Ihnen Geldbeutel. Plötzlich reißt ihr der Fremde den Geldbeutel aus der Hand und entkommt mit den ganzen Ersparnissen der älteren Dame in Höhe von rund 3.000 Euro. Er kann in einem Wagen mit einem Kennzeichen aus dem Baden-Württembergischen Tuttlingen, der vor dem Haus gewartet hatte, untererkannt fliehen. Eine stutzig gewordene Nachbarin notiert sich das auffällige fremde Kennzeichen.
In Essen kommt neun Tage später die Reinigungsfachkraft Emma zu der 78-Jährigen resoluten Rentnerin Cäcilia L., die mit 317 Euro Sozialhilfe über die Runden kommen muss, um bei ihr den Fußboden und die Vorhänge zu putzen. An einem der nächsten Tage wird Cäcilia L. in ihrer Wohnung brutal attackiert und ermordet. Wenig später macht die Putzfrau ihre Aussage bei der Polizei.
Kurz vor ihrem Tod bekommt Cäcilia L. Besuch von demselben unbekannten Mann, der zuvor in Castrop-Rauxel in Erscheinung getreten war. In Essen versucht er, der Rentnerin teure Bettwäsche zu einem vermeintlichen Sonderpreis verkaufen. Die Bettwäsche befindet sich angeblich in seinem Auto. Bei einem Gespräch in der Küche stellt sich heraus, dass er weiß, wo sie ihren Geldbeutel aufbewahrt. Der unbekannte Mann geht mit ihr zu seinem Wagen. Da die 78-Jährige nicht genug Geld für die teure Bettwäsche im Haus hat, will der fremde mutmaßliche Täter mit ihr zur Sparkasse fahren. Im Auto mit dem Tuttlinger Kennzeichen sitzt ein weiterer unbekannter Mann. Cäcilia L. wird misstrauisch. Sie geht wieder in ihre Wohnung. Die unbekannten Männer fahren davon, kommen aber wenig später noch einmal zurück. Diesmal haben die Männer auch eine Frau dabei. Die mutmaßlichen Täter werden jetzt auch in Essen von einer Nachbarin beobachtet, die sich später bei der Polizei melden und den Beamten über Schmerzensschreie und eine weitere weiblichen Stimme aus der Wohnung von Cäcilia L. berichten wird.
Die Leiche der Rentnerin wird am 12. Oktober von einer Pflegerin entdeckt. Die Programmzeitung ist mit der Seite vom 9. Oktober aufgeschlagen. Der unbekannte Mann der bei ihr in der Küche war konnte gefasst werden. Er wird später mit einer Raubserie in Verbindung gebracht und wegen dem Raub in Castrop-Rauxel verurteilt. Obwohl er aufgrund einer vorhandenen DNA-Spur als Mörder von Cäcilia L. ausgeschlossen werden kann war er möglicherweise trotzdem anwesend, während eine Komplizin die Rentnerin tötete. - Zitate: „In Castrop-Rauxel kommt es zu einem Vorfall, der einige Wochen später in die Akten der Essener Mordkommission eingehen wird.“ (Sprechertext Christian Baumann) „Emma, setz dich, ich muss Dir was erzählen.“ – „Dann mal los.“ – „Gestern hatte ich Besuch von einem Mann der was verkaufen wollte.“ / „Zur Sparkasse? Nee, nee, nee!“
- Sprecher: Christian Baumann
- Darsteller/-innen: Leonie Beckenbach (Emma), Diana Körner (Cäcilia L.), Anis Jusovic (unbekannter Mann/mutmaßlicher Täter), Patrick Wolff (Kripo-Beamter)
- Belohnung: 5.000 €
- Status: ungeklärt
Nachspiel
Siehe auch:
- Aktenzeichen XY: Sparkassen-Raub in Gelsenkirchen ist Thema der neuen Folge – Artikel Westfälische Rundschau vom 19. Januar 2026
- Cäcilia L. - Fehlgeschlagener Betrugsversuch führt zu brutalem Mord? – Meldung und Hinweis auf Podcast der Polizei Essen auf Presseportal.de vom 27. September 2024
Die Studiofälle der Sendung
- SF 1: Kripo Gelsenkirchen - Bankeinbruch in Gelsenkirchen 2025 (Wikipedia) mit Schadenssumme vermutlich im dreistelligen Millionenbereich und Überwachungsbildern der Täter
Siehe auch:
Sparkassen-Coup Thema bei «Aktenzeichen XY» – Artikel der Lippischen Landes-Zeitung auf LZ.de vom 19. Januar 2026
- SF 2: LKA Berlin - Mord an Michael B., "Drive-by-Shooting" (Wikipedia), er wurde am 13. August 2009 aus einem fahrenden Kleinbus in Berlin-Hohenschönhausen, Ecke Ernst-Barlach-Straße / Warnemünder Straße, erschossen. Vermutet wird eine Racheaktion im Rockermilieu, da er als früheres Mitglied der "Hells Angels" (Wikipedia) sich den verfeindeten "Bandidos" (Wikipedia) angenähert haben soll und möglicherweise auch wechseln wollte. Kriminalhauptkommissarin Tanja Grünwald zu dem Fall im Studio.
Siehe auch:
- Coldcase bei „Aktenzeichen XY... ungelöst“: Sechs neue Hinweise zu mysteriösem Berliner Rocker-Mord - Artikel auf Tagesspiegel.de vom 22. Januar 2026
- SF 3: Kripo Saarbrücken - Raubüberfall von falschen Polizisten auf eine Familie in deren Wohnhaus in Nalbach im Saarland
Siehe auch:
- Falsche Polizisten schlugen im Saarland zu – „Aktenzeichen XY“ rollt Raubüberfall von Nalbach neu auf – Artikel der Saarbrücker Zeitung vom 19. Januar 2026
XY Update
- SF 4 der Sendung vom 08.10.2025 konnte geklärt werden, indem der Sexualstraftäter von einer Zuschauerin aus Dubai dort erkannt wurde.
XY gelöst
- wurde unter "XY-Update" behandelt
Erste Ergebnisse
Mit Bohrer ins Studio - spektakulärer Bankeinbruch in XY
Die erste XY-Sendung im neuen Jahr begann spektakulär: mit einem Einbruch von historischem Ausmaß. An einem Kernbohrer, wie ihn vermutlich die Täter benutzt hatten, um über 3.000 Schließfächer im Tresorraum leerzuräumen, erinnerte XY-Moderator Rudi Cerne an den Aufsehen erregenden Bankeinbruch von Gelsenkirchen. Anschließend stellte er die aktuellen Fahndungsfragen der Kripo.
Weitere Themen der Sendung: brutale Raubüberfälle und gleich mehrere ungeklärte Morde. Vor allem diese Gewaltverbrechen haben viele Zuschauerinnen und Zuschauer bewegt. Zugleich wuchs neue Hoffnung bei den Ermittlern auf neue Informationen hierzu. Und tatsächlich: In mehreren Fällen gingen konkrete Hinweise ein, denen die Kripo jetzt nachgeht.
So auch zu dem Einbruch in die Gelsenkirchener Sparkasse. Die zuständige Kripo hat inzwischen konkrete Ansätze zu einem der Tatverdächtigen – und setzt nun auf weitere Hinweise aus dem XY-Publikum.
Die mit Abstand meisten Anrufe gingen allerdings zum Fall Sonja H. ein. Das 13-jährige Mädchen wurde 1981 in Kempten brutal ermordet. Zuschauer meldeten sich jetzt mit Namen von Personen, die damals Verbindungen nicht nur nach Kempten, sondern auch nach Fürth gehabt haben sollen. Denn dort hatte sich bereits 1973 ein ähnlich gelagertes Verbrechen ereignet. Auch kamen Hinweise zur Christophorus-Medaille, die dem Täter wohl gehört hat und die am Fundort im Fall Marion B. gefunden worden war. Die Polizei prüft die neuen Spuren in den nächsten Tagen und Wochen.
In einem Fall aus Hamburg ging es um schweren Raub an einem älteren Ehepaar. Das Besondere daran: Die Täter machten keine Beute und riefen im Anschluss sogar selbst die Polizei. In der Sendung wurden die Originalstimmen der Räuber abgespielt – offenbar mit Wirkung: Zuschauer erkannten bei einer Stimme eine bekannte Sprechtechnik. Sie wird genutzt, um Stottern vorzubeugen. Ein Detail, das den Ermittlern vielleicht bei der Identifizierung hilft.
Auch im Fall Bochum hoffen die Beamten auf weitere Hinweise: Ein 84-Jähriger, der sein Leben lang gespart hatte, wurde brutal überfallen. Neben seinem Geld verschwanden auch Wertgegenstände – unter anderem eine Uhr mit einer ganz besonderen Gravur. Mehrere Zuschauer meldeten sich und berichteten von Verkaufsangeboten einer solchen Uhr im Internet. Die Polizei prüft nun, ob es sich wirklich um das Beutestück handelt.
Bemerkungen
- Am Anfang dieser Sendung hat Rudi Cerne einen Kernbohrer im Studio, wie auch schon einmal Ede vor über 50 Jahren, im Jahr 1974, siehe "Edes Höllenmaschine". Rudi klingt in dieser Sendung außerdem leicht erkältet, seine Stimme ist etwas belegt.
Weitere Darsteller/-innen: Julian Brodacz, Lena Hitzelsperger, Mirjam Kendler, Manuel Klein, Ralph Opferkuch, Astrid Polak, Adrian Spielbauer, Pablo Sprungala
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