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Sendung vom 21.09.2011

Aus Aktenzeichen XY ... ungelöst - Wiki
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Filmfälle

Mord im Parkhaus ("Parkhaus-Nachtwächter")

Inhalt

  • Dienststelle: Kripo Düsseldorf
  • Kommissar im Studio: Guido Adler
  • Tattag: 11. April 2011, gegen 00:30 Uhr
  • Details: 40-jähriger Nachtwächter Augustine O.; stammt aus Nigeria und lebt seit Mitte der 1990er Jahre in Deutschland; Ehefrau in Nigeria sowie Ehefrau in Deutschland; zwei erwachsene Kinder in Nigeria; mit einer anderen Frau in Deutschland hat der 40-Jährige eine gemeinsame Tochter; stets fürsorglicher Vater trotz Trennung; Mitarbeiter einer Sicherheitsfirma, die ein Parkhaus in der Düsseldorfer Innenstadt bewacht; Sicherheitsfirma teilt sich das Büro mit einer Autoreinigung; die Fahrzeuge können rund um die Uhr abgegeben werden; auch für den Empfang der Autoschlüssel zuständig; beginnt am 10. April 2011 um 20:00 Uhr seine Schicht; 11. April 2011, gegen 00:30 Uhr: Schreie aus dem Parkhaus; Anwohnerin wird wach; Augustine O. schleppt sich schwer verletzt und stark blutend aus dem Parkhaus; stirbt wenige Stunden später im Krankenhaus; tiefe Messerstiche im Oberkörper; kein Raub; Überwachungskameras zeichnen nicht auf, übertragen nur Live-Bilder; keine Hinweise auf Probleme im privaten Bereich; in einer christlichen Gemeinde als Prediger sehr aktiv und beliebt; Nebeneinkunft: kaufte alte Autos und Reifen um diese dann nach Nigeria verschiffen zu lassen; Theorie: 40-Jähriger hat Kleinkriminelle im Parkhaus überrascht, die ihn kaltblütig ermordet haben; eventuell Drogenabhängige; Überwachungsvideo zweier Verdächtiger; qualitativ sehr schlecht;
  • Zitate: "Er [Augustine O.] steht, wie man so schön sagt, mitten im Leben. Bis zum 11. April dieses Jahres..."
  • Belohnung: 1.500€
  • Bewertung: **
  • Status: ungeklärt

Nachspiel

Der Mordfall Augustine O. gilt als einziger Fall der 20 "Straftaten gegen das Leben" aus dem Jahr 2011, den die Düsseldorfer Kripo nicht klären konnte und stellt zudem das erste ungelöste Tötungsdelikt der Düsseldorfer Kripo seit dem Jahr 2003 dar. Bis heute ist vollkommen ungeklärt, warum der 40-jährige Nachtwächter in der Nacht zum 11. April 2011 sterben musste. Der Mordfall gilt offiziell als "ungeklärt", alle Ermittlungsansätze sind ausgeschöpft und die Kripo steht weiterhin vor einem großen Rätsel. Weder das Motiv noch die Tatwaffe sind der Kripo bekannt. Die Kripo veröffentlichte Fotos von verdächtigen Männern, überprüfte alle Menschen, deren Wagen in jener Nacht noch im Parkhaus standen, strahlte den Mordfall bei "Aktenzeichen XY" aus: Doch alles half nichts, der Mordfall bleibt ungeklärt.

Einen Täter aus dem privaten Umfeld schlossen die Ermittler schnell aus. Augustine O. lebte zurückgezogen als unbescholtener Familienvater und hatte keinerlei Feindschaften zu seinen Mitmenschen. Als Laienprediger in einer christlichen Gemeinde galt er als sehr beliebt, polizeilich auffällig wurde Augustine O. seit seiner Ankunft in Deutschland Mitte der 1990er Jahre nie.

Vielmehr vermuten die Ermittler, dass der 40-Jährige in der Tatnacht etwas gesehen hat, was er nicht sehen durfte. Womöglich hatte der 40-Jährige Kleinkriminelle erwischt, wie sie versuchten einen Geldautomaten oder Autos aufzubrechen oder Drogenabhängige aufgeschreckt. Der oder die Täter agierten jedenfalls mit einer unfassbaren Brutalität. Augustine O. erlitt unzählige Messerstiche, die mit einer so ungeheuren Wucht in den Bauch des gebürtigen Nigerianers gestochen wurden, dass der 40-Jährige keinerlei Überlebenschancen hatte. Die Theorie, dass Augustine O. Kleinkriminelle gestört hatte und die Situation ausgeartet ist, bestätigt die Vermutung der Kripo, dass Augustine O. ein Zufallsopfer gewesen ist und der Angriff nicht vorwiegend durch einen rassistischen und fremdenfeindlichen Hintergrund geprägt ist.

Aufgrund der dürftigen Spurenlage - keine Tatwaffe, keine qualitativ guten Aufzeichnung durch Überwachungskameras, keine Zeugen - sah sich die Kripo von Anfang an schwierigen Ermittlungen ausgesetzt. Lediglich die Überwachungskameras umliegender Geschäfte zeichneten um die Tatzeit zwei sich schnell entfernende Männer schemenhaft auf. Einer der beiden Männer war auffällig klein, etwa 1,60m groß, und trug eine größere Sporttasche bei sich. Die Aufnahmen waren jedoch qualitativ sehr schlecht und keiner der beiden Männer konnte je identifiziert werden. Handelte es sich bei ihnen tatsächlich um die Täter? Oder waren sie nur unschuldige Passanten? Fragen, die bis heute nicht geklärt werden konnten. Es konnten zwar DNA-Spuren an der Bekleidung des Opfers gesichert werden, doch ob dies Täter-DNA ist, bleibt ungewiss. Zudem ist diese DNA bisher mit keiner anderen Straftat in Erscheinung getreten und dessen Identität daher weiterhin unbekannt.

Anfang 2012 wurde die Mordkommission aufgelöst und Ende März 2012 gab schließlich der letzte Sacharbeiter, der zuletzt in den Akten nach irgendeinem Hinweis geblättert hatte, seine Ermittlungen auf. Der Mordfall Augustine O. wurde schließlich Anfang April 2012 als "ungeklärt" zu den Akten gelegt. Sollten sich neue Hinweise ergeben, würden die Ermittlungen jederzeit wieder aufgenommen werden. Jedoch gilt es seitens der Kripo als unwahrscheinlich, dass dieser Mordfall ohne ein Geständnis des Täters jemals geklärt werden wird.

Vermisst: Cicek Ö. ("Partychat mit Martha")

Inhalt

  • Dienststelle: Kripo Hannover
  • Kommissar im Studio: Georg Funke
  • Tag des Verschwindens: 18. Oktober 2010, gegen 23:00 Uhr
  • Ort des Verschwindens: Pestalozzistraße auf der Höhe der Pestalozzi-Schule, Großburgwedel
  • Details: 19-jährige Cicek Ö. vermisst; besucht die Fachoberschule für Wirtschaft und Verwaltung in Hannover; Realschulabschluss; will nun ihr Fachabitur nachholen; lebt in Großburgwedel, 25km von Hannover entfernt, mit ihrer Mutter und ihrem Bruder zusammen; Familienvater starb bei einem Autounfall als Cicek Ö. ein Jahr alt war; großer Bekanntenkreis; allein auf der Internetplattform "Facebook" hat sie 140 Freunde; nutzt gelegentlich auch das Angebot eines Telefonchats, bei dem man sich anonym mit mehreren Menschen gleichzeitig unterhalten kann; "Martha"; Kripo konnte bis heute nicht alle Personen ermitteln, die mit Cicek Ö. Kontakt hatten; 18. Oktober 2010, gegen 17:00 Uhr: Cicek macht sich auf den Weg zu einer Freundin; bleibt nur für eine Stunde; wird danach mehrfach im Ort gesehen, unter zum Teil rätselhaften Umständen; taucht gegen 19:00 Uhr an einer nahegelegenen Tankstelle auf; geplantes Treffen mit einem Freund findet zunächst nicht statt; begegnet gegen 21:00 Uhr zufällig dem jungen Mann, der sie versetzt hatte; erhält zwei Anrufe einer Bekannten; klingt sehr wütend; konnte ermittelt werden und ist unschuldig; 21:40 Uhr: dritter Anruf; diesmal von einem Mann; verabschiedet sich; 22:10 Uhr: kurzes Telefonat mit Freundin; sagt sie sei gegen 22:25 Uhr zu Hause; wahrscheinlich bewusst gelogen; kurz vor 23:00 Uhr: wird von zwei Bekannten an einer Landstraße gesehen; liegt nicht auf ihrem Heimweg; plötzlich verschwunden; wohl in ein Auto eingestiegen; eventuell schwarzer 1er BMW Kombi; Ciceks Handy ist ab 23:15 Uhr komplett deaktiviert;
  • Zitate: "Du gehst noch weg?" "Ja, rüber zu Betty." "Aber nicht zu spät!" "Sind doch noch Ferien!"
  • Belohnung: 10.000€
  • Bewertung: **
  • Status: ungeklärt

Nachspiel

Die 19-Jährige Cicek Ö. ist seit ihrem spurlosen Verschwinden am 18. Oktober 2010 nie wieder aufgetaucht. Kein Lebenszeichen, keine Aktivierung ihres Handys, keine Kontobewegung. Die Kripo ging nach dem spurlosen Verschwinden der Schülerin zunächst nicht von einem Kapitalverbrechen aus. Da die 19-Jährige nicht mehr als minderjährig gilt, darf sie ihren Standort frei bestimmen. Erst als es nach einigen Tagen immer noch kein Lebenszeichen der Berufsschülerin gab, intensivierte die Kripo ihre Ermittlungen und führte den Fall offiziell als Vermisstenfall. Nach einigen Wochen war sich die Kripo schließlich sicher, dass Cicek Ö. einem Kapitalverbrechen zum Opfer fiel und ein Tötungsdelikt als sehr wahrscheinlich gilt. Die Wahrscheinlichkeit, Cicek Ö. nach all den Jahren noch lebend zu finden, tendiert laut der Kripo gegen Null. Doch auch eine Leiche konnte trotz groß angelegter Suchaktionen nie geborgen werden.

Cicek Ö. lebte von Geburt an in Großburgwedel und besuchte eine Wirtschaftsschule in Hannover. Bei ihren Mitschülern galt sie als gut integriert und lebenslustig. Probleme – etwa im Kreis der Familie – sind ihrem Umfeld nicht bekannt. Gerüchte, die kurz nach dem Verschwindend er 19-Jährigen aufkamen und nach denen Cicek Ö. vor einer Zwangsheirat geflüchtet sein solle, wiesen die Angehörigen und Freunde der Vermissten entschieden zurück. Die Familie der 19-Jährigen gilt als sehr progressiv und liberal.

Am Tag ihres spurlosen Verschwindens plant Cicek Ö. gegen 17:00 Uhr noch zu einer Freundin zu gehen. Dort bleibt sie aber nicht lange. Gegen 19:00 Uhr taucht sie in einer nahe gelegenen Tankstelle auf. Offenbar ist sie mit einem Bekannten verabredet gewesen, der sie jedoch versetzt hat. Etwa zwei Stunden später laufen sich Cicek Ö. und der Bekannte doch noch über den Weg. An einem Busbahnhof unterhalten sie sich, als Cicek Ö. gegen 21:40 Uhr plötzlich einen Anruf erhält. Offenbar verabredet sie sich mit einem bis heute unbekannten Mann, dann geht sie.

Gegen 23:00 Uhr wird Cicek Ö. zum letzten Mal gesehen - in der Pestalozzistraße, die nicht auf ihrem Heimweg liegt. Dann ist sie plötzlich verschwunden. Sekunden später sehen Zeugen ein dunkles Auto, das schnell davon fährt. Ist Cicek Ö. in diesen Wagen, möglicherweise ein 1er BMW Kombi, eingestiegen? Wurde sie verschleppt? Wurde sie ermordet? Cicek Ö. hat in ihrer Freizeit immer wieder Internet-Foren und Telefon-Chats besucht und sich dabei auch fremden Menschen leichtsinnig anvertraut. Lernte sie dabei jemanden kennen und wurde Opfer eines Verbrechers? All diese Fragen blieben bis heute unbeantwortet. Der Mann, der Cicek Ö. gegen 21:40 Uhr anrief, gilt zumindest als tatverdächtig, konnte jedoch bisher nicht ermittelt werden.

Ende November und Anfang Dezember 2010 folgten zahlreiche erfolglose Suchaktionen - unter anderem in einem Waldstück bei Großburgwedel, in dessen Nähe das Handy der 19-Jährigen letztmals geortet werden konnte. An der Aktion waren insgesamt etwa 70 Beamte und eine Reiterstaffel mit acht Pferden beteiligt.

Mitte Dezember 2010 fokussierten sich die Ermittlungen schließlich auf einen 29-jährigen Mann aus Hannover. Während der Auswertung von Daten, die die Polizei auf dem Computer der 19-jährigen Cicek Ö. fand, waren die Kriminalbeamten auf eine Verbindung zwischen der jungen Frau und dem 29-jährigen Mann gestoßen. Es erfolgte eine Durchsuchung der Wohnung des Mannes sowie auch seiner Arbeitsstätte in Langenhagen und einen von ihm gewerblich genutzten Raum in Misburg. Die beiden Autos des Tatverdächtigen wurden darüber hinaus sichergestellt und von Kriminaltechnikern auf Spuren untersucht. Der Anfangsverdacht gegen den 29-Jährigen konnte jedoch nicht erhärtet werden - es gebe zwar Hinweise auf seine Täterschaft, aber keine belastbaren Beweise.

Mitte Februar 2011 bedienten sich die Ermittler der Fahndung nach dem Täter über die Internetplattform "Facebook", was ein Novum in der Ermittlungsarbeit deutscher Behörden darstellte. Die Polizeidirektion Hannover war somit die erste deutsche Polizeibehörde, welche die Nutzung des sozialen Netzwerkes als Fahndungsmethode getestet hatte. Zudem erhofften sich die Ermittler auf diese Weise zusätzliche Hinweise zum Verbleib der 19-Jährigen und ihrer zahlreichen Internet- und Telefon-Chat-Bekanntschaften, von denen manche auch Jahre nach der Tat noch nicht ermittelt werden konnten.

Trotz groß angelegter Suchaktionen, Fahndungsaufrufen bei "Aktenzeichen XY" und "Facebook", der Auswertung Hunderter Hinweise und der gezielten Überprüfung zahlreicher Einzelpersonen, bleibt das Schicksal der 19-jährigen Cicek Ö. ungeklärt. Bis heute ist unbekannt, was ihr widerfahren ist und was bzw. wer hinter ihrem spurlosen Verschwinden steckt.

Falscher Postbote

Inhalt

  • Dienststelle: Kripo Essen
  • Kommissar im Studio: Andreas Kluth
  • Tattag: 25. November 2010, gegen 09:30 Uhr
  • Details: Essener Innenstadt; 70-jähriger Inhaber führt seit über 40 Jahren ein kleines Juweliergeschäft; schaltet jeden Morgen gegen 09:00 Uhr die Überwachungskameras ein; gegen 10:00 Uhr wird seine Tochter eintreffen, die ebenfalls im Juwelier arbeitet; irgendwann dazwischen kommt normalerweise die Post; Täter bekleidet sich täuschend echt als Postbote und klingelt gegen 09:30 Uhr am Juwelier; hat wohl ausspioniert wann der Juwelier üblicherweise seine Post erhält; schlägt den Inhaber sofort brutal nieder; knebelt den 70-Jährigen; zerschlägt die Vitrinen und raubt große Mengen an Schmuck; zieht sich während des Überfalls um; tauscht Postbotenkleidung gegen Alltagskleidung; kann zunächst nicht fliehen; Tür verschlossen; Inhaber muss dem Täter mit gefesselten Händen die Tür aufschließen; wenige Momente später klingelt der echte Postbote; Krankenhaus; innere Blutungen, aber nicht lebensbedrohlich; Spurenlage sowie Aufnahmen der Überwachungskameras dürftig; vier Monate später: 16. März 2011: anderes Juweliergeschäft in der Essener Innenstadt; dem Ladenbesitzer fällt ein junger Mann unangenehm auf; erst kürzlich überfallen worden; Waffenschein; zeigt dem jungen Mann subtil seine Waffe; junger Mann verlässt den Juwelier; gleiche auffälligen Turnschuhe; diesmal sehr gute Aufnahmen der Überwachungskamera; süd- bzw. osteuropäischer Abstammung;
  • Zitate: "Exit! Exit!"
  • Belohnung: keine Angaben
  • Bewertung: *
  • Status: ungeklärt

Nachspiel

Raub mit KO-Tropfen

Inhalt

  • Dienststelle: Kripo Hanau
  • Kommissar im Studio: Berndt Fischer
  • Tattag: 16. Februar 2011
  • Details: IT-Berater erwacht am Ufer des Main bei Hanau-Steinheim aus der Bewusstlosigkeit und weiß nicht, wo er ist; taumelt durch die Straßen; stark unterkühlt; schleppt sich in ein Lokal; macht einen so verwirrten Eindruck, dass ein Notarzt und die Polizei gerufen werden; der Mann verhält sich so, als würde er langsam aus einer tiefen Bewusstlosigkeit erwachen; kommt ins Hanauer Klinikum; in seinem Blut werden weder Alkohol noch Blut gefunden; Kripo übernimmt die Ermittlungen; er war beruflich mit der Bahn von Memmingen nach Berlin unterwegs, um eine Informatikmesse zu besuchen; umgestiegen in Ulm und dann weiter nach Stuttgart; zwei Männer beobachten ihn verdächtig; als er während der Fahrt die Toilette aufsucht, werden ihm offenbar KO-Tropfen in sein Getränk gemischt; verliert kurze Zeit später sein Bewusstsein; Erinnerungsloch; die beiden Männer rauben sein Gepäck, inkl. zweier Laptops; steigt in Hanau aus dem Zug und irrt anschließend offenbar längere Zeit mit offenen Augen, jedoch ohne Bewusstsein durch die Gegend; wie er in den Main gelangte, ist unklar; sehr gute Phantombilder;
  • Zitate: "Wir fahren gerad‘ aus Stuttgart raus. Ja, genau der." (Anspielung auf das Bahnprojekt Stuttgart 21)
  • Musik: Heimat ist überall (1996) von Truck Stop
  • Belohnung: keine Angaben
  • Bewertung: ***
  • Status: ungeklärt

Nachspiel

XY-Preis

  • Tattag: 13. April 2010, gegen 00:30 Uhr
  • Details: 47-jähriger Jörg H.; kommt von einer Vereinsversammlung seines Vereins; fährt nach Hause; etwa zur gleichen Zeit verlässt eine junge Frau ihre Wohnung; hat es eilig, da sie zur Nachtschicht muss und ihren Autoschlüssel nicht finden konnte; beschließt daher, zu Fuß zu gehen; abgelegene einsame Verbindungsstraße; junger Mann spricht die Frau vulgär an und bedrängt sie; versucht verzweifelt sich loszureißen; kein Autofahrer erblickt dies bzw. hilft; Jörg H. beobachtet die Szene beim Vorbeifahren; dreht um; beide verschwunden; nimmt einen Gegenstand zur Selbstverteidigung mit; erblickt den Täter und sein Opfer; verhindert brutale Vergewaltigung; Täter bereits polizeilich in Erscheinung getreten; DNA-Spuren an der Jacke des Opfers; Gefängnisstrafe von zwei Jahren und vier Monaten;
  • Zitate: "Hey, wie sieht's aus mit 'ner schnellen Nummer?"
  • Bewertung: **

Nachspiel

Raubmord in Berlin

Inhalt

  • Dienststelle: LKA Berlin
  • Kommissar im Studio: Andreas Voges
  • Tattag: 02. Februar 2009, zwischen 17:00 und 19:00 Uhr
  • Tatort: General-Barby-Str. 127, Berlin-Reinickendorf
  • Details: 70-jährige Christa M.; seit vier Jahren Witwe; ihre Stieftochter lebt in Holland, ihr Sohn in Hessen, doch allein ist Christa M. nicht; hat einen großen Freundeskreis; eines der wertvollsten Geschenke von ihrem verstorbenen Mann ist ihre Rolex-Uhr; trägt sie nur zu besonderen Anlässen; sehr vorsichtig; zwei Sicherheitsschlösser an der Haustür; ruhige Wohngegend in Berlin-Reinickendorf; inniges Verhältnis zu den Nachbarn; verbringt die Abende regelmäßig bei ihnen; Nachbarin fällt am Abend des 02. Februar 2009 gegen 18:30 Uhr auf, dass in Christa M.'s Haus überall Licht brennt, das Gartentor weit geöffnet ist und aus der Garage Geräusche kommen; Nachbarn schauen am nächsten Tag nach; finden die 70-Jährige tot in ihrer Garage; wurde erdrosselt; DNA-Spuren zweier unbekannter Männer an ihrem Hals und an der Kleidung; Tatwerkzeug nicht aufzufinden; Kabel oder Strick; Motiv auch unklar; einiges spricht gegen Raubmord; in der Wohnung werden mehrere 1.000€ gefunden; Schmuck bleibt unangetastet; Rolex-Uhr fehlt; Theorie über den Tathergang: Trickbetrüger wollten die Frau hereinlegen und schießen dabei über das Ziel hinaus; Situation eskaliert;
  • Zitate: "Darf ich Ihnen ein Glas Wasser anbieten?"
  • Belohnung: 5.000€
  • Bewertung: **
  • Status: ungeklärt

Nachspiel

Die Studiofälle der Sendung:

  • SF 1: Kripo Köln - Brandanschlag in Leverkusen: feiger Mordanschlag; Leverkusen-Wiesdorf am 25. Juli 2011, gegen 00:25 Uhr; mit einem lauten Knall bersten die Fenster der Erdgeschosswohnung eines Mehrfamilienhauses; Brandsätze explodieren; neun Menschen halten sich zu diesem Zeitpunkt in der Wohnung auf; panisch fliehen sie nach draußen; wie durch ein Wunder entkommen alle dem Inferno unverletzt; zwei Männer wurden um den Tatort beobachtet; haben sich kurz nach dem Anschlag mit einem VW Polo mit Neusser Kennzeichen vom Tatort entfernt; Phantombild von einem der Täter; verlorener rechter Handschuh am Tatort gefunden;

Geklärt: Im November 2011 konnte die Kripo Köln nach monatelanger Ermittlungsarbeit zwei junge Männer im Alter von 17 und 22 Jahren in Leverkusen-Wiesdorf festnehmen. Zuvor unternahm die Kripo unzählige Fahndungsmaßnahmen, um den heimtückischen Brandanschlag auf die osteuropäische Großfamilie aufzuklären. Fünf Tage nach der Tat hatte die Kripo zunächst mit 50 Fahndungsplakaten und 1.000 verteilten Handzetteln nach den Tätern geforscht - dabei wurde vor allem nach einem 30 bis 35 Jahre alten Mann gefahndet, der kurz vor de Anschlag das Gebäude ausspioniert haben soll. Auch kurz nach dem Anschlag wurde er von Zeugen erneut am Tatort gesichtet.

Im August 2011 startete die Mordkommission eine öffentlichkeitswirksame Massen-Pkw-Überprüfung. Insgesamt 1200 VW Polo mit NE-Kennzeichen waren aufgerufen, ihre Fahrzeuge auf öffentlichen Plätzen auch von einem Spürhund untersuchen zu lassen. Der Grund: mit einem solchen Pkw sollte der mutmaßliche Täter geflohen sein. Es folgte die Vorstellung des Falles bei "Aktenzeichen XY", jedoch führten die daraus resultierenden Hinweise der XY-Zuschauer die Kripo zunächst nicht zu den Tätern. Erst im November 2011 gelang der Kripo der Durchbruch und die anschließende Festnahme der zwei Tatverdächtigen.

Am 04. April 2012 wurde schließlich Anklage wegen neunfachen versuchten Mordes, Heimtücke, schwerer Brandstiftung und Verstoßes gegen das Waffengesetz erhoben. Bei dem 22-jährigen David S. stand zudem der Tatvorwurf des Motivs der "niederen Beweggründe" im Raum, da sich der 22-Jährige mit dem Brandanschlag für einen vermeintlichen Diebstahl von mehreren 10.000€ durch die Großfamilie rächen wollte. Der zur Tatzeit 17-jährige Deniz K. musste sich außerdem wegen Habgier verantworten. Ihm soll David S. nach Auffassung der Anklage 35.000€ versprochen haben, wenn er sich an der Tat beteilige. Am 03. Mai 2012 begann vor dem Landgericht Köln der Prozess gegen die beiden Tatverdächtigen.

Am vierten Verhandlungstag, dem 18. Mai 2012, legte der nun 23-jährige Angeklagte ein Teilgeständnis ab. Er gestand den Brandanschlag mittels der Molotow-Cocktails, diesem vorausgegangen soll jedoch ein Falschgeld-Geschäft, bei dem er von der Großfamilie abgezogen worden sein soll. Den Vorwurf des "versuchten Mordes" bestritt er vehement. Es sollte sich bei dem Anschlag um eine Racheaktion gehandelt haben, ohne dass jemand hätte sterben sollen. Des Weiteren gab David S. an, dass er nur an den Vorbereitungen beteiligt gewesen wäre, die Tat ausgeführt hätte sein damals 17-jähriger Komplize.

Im Laufe des Prozesses wurde zudem geschildert, wie die Kripo den beiden Tatverdächtigen auf die Spur gekommen waren: An einer Lunte der Molotow-Cocktails konnten Kriminalisten DNA-Spuren sichern, die mit hoher Wahrscheinlichkeit vom Täter stammen mussten. Auf einer Überwachungskamera eines Kiosks gegenüber des Hauses der Großfamilie G. war David S. mit einem Kanister vorbeilaufend gefilmt worden. Mitglieder der Großfamilie konnten den Tatverdächtigen daraufhin identifizieren. Nach weitergehenden Ermittlungen konnte dann auch der jüngere Tatverdächtige, Deniz K., festgenommen werden. Dieser wurde aufgrund von Handydaten zunächst nur als Zeuge geladen, brach jedoch nach einer längeren Vernehmung in Tränen aus und gestand seine Tatbeteiligung.

Am 03. Juli 2012 wurde David S. zu elf Jahren und neun Monaten Haft verurteilt, Deniz K. bekam fünf Jahre und drei Monate Jugendstrafe. Beide seien des versuchten Mordes in neun Fällen, besonders schwerer Brandstiftung und unerlaubten Waffenbesitzes schuldig, betonte die Vorsitzende Richterin Ulrike Grave-Herkenrath. Der 23-Jährige sei nur aufgrund seines Teilgeständnisses und der Tatsache, dass niemand verletzt wurde, einer lebenslänglichen Freiheitsstrafe entkommen. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der 23-Jährige den 18-Jährigen zu der Tat mit einer Belohnung von 35.000€ angestiftet hatte und der ältere Angeklagte lediglich an den Vorbereitungen beteiligt gewesen war. Der jüngere Komplize hat nach Auffassung des Gerichtes jedoch nichts von der Anwesenheit der Großfamilie gewusst, da ihm David S. deren Abwesenheit versichert hatte.

Insgesamt hätten jedoch sowohl die Angeklagten als auch die Opfer massiv gelogen - insbesondere in Bezug auf frühere Geschäftsbeziehungen. Auch stand eine mögliche Inszenierung des Brandanschlages seitens der Opfer und eine darauf aufbauende Einschüchterung der Angeklagten im Raum, der das Gericht letzten Endes jedoch keinen Glauben schenkte. Zu den finanziellen Machenschaften der Großfamilie G. werde es jedoch weitergehende polizeiliche und staatsanwaltschaftliche Ermittlungen geben.

Über die Aufklärung der Tat wird in der Sendung vom 15.02.2012 berichtet.

XY-Update:

  • SF 3 der Sendung vom 15.06.2011: Fast 400 Hinweise hat das BKA zu diesem Fall erhalten, doch bisher hat keiner der Hinweise zum Täter geführt. Doch die Ermittler haben jetzt neue Ansätze und neue Bilder, die sie zur Fahndung bereitstellen können. Der Täter war im Jahr 2005, aus dem die Aufnahmen der Taten mit großer Wahrscheinlichkeit stammen, etwa 25 bis 40 Jahre alt und hatte kurze braune Haare. Er ist Brillenträger und hat einen leichten Bauchansatz sowie eine deutlich sichtbare Körperbehaarung. Seiner Sprache nach zu urteilen, könnte er in unterschiedlichen Gegenden Deutschlands ausgewachsen sein. Darüber hinaus lispelt er teilweise. Seine Hände wirken sehr gepflegt, am kleinen Finger der linken Hand trägt er einen Ring. Bei einigen der sichergestellten Videos wird am Anfang ein roter Schriftzug eingeblendet: "fox_video". Auch zu dem kleinen Mädchen, welches von dem Unbekannten missbraucht wurde, gibt es neue Erkenntnisse: Ihr Name bzw. ein Bestandteil ihres Namens könnte "Kim" und/oder "Sophie" sein. Das Mädchen müsste nun etwa 6 Jahre alt sein.

XY Gelöst:

  • FF 2 der vorherigen Sendung: Geklärt werden konnte der Vermisstenfall Lolita B. aus dem Jahr 1982. Noch während der Sendung gingen zahlreiche Hinweise ein, dann überschlugen sich die Ereignisse förmlich. Es folgten neue Spuren, Vernehmungen und schließlich eine Festnahme. - Kriminalhauptkommissar Wolfgang Schu von der Kripo Trier berichtet von ca. 100 Hinweisen während und nach der Ausstrahlung des Falles bei XY. Er schildert, dass aufgrund einiger konkreter Hinweise eine Person ins Fadenkreuz der Ermittler geriet, die möglicherweise sowohl etwas über das Verschwinden von Lolita B. wisse, als auch mit der Beseitigung der Leiche zutun gehabt habe.
    Diese Person gestand während einer Vernehmung, dass er von einem damaligen Freund zwei Tage nach dem Verschwinden von Lolita B. darum gebeten worden ist, bei der Beseitigung ihrer Leiche zu helfen. Der Freund beichtete ihm auch die Tötung der 18-jährigen Lolita B. Der Verdächtige wurde einen Tag nach der Vernehmung als Beschuldigter festgenommen und sitzt seither in U-Haft. Bei diesem Freund, der bei der Beseitigung der Leiche Hilfe in Anspruch genommen hatte, handelt es sich um den damaligen Liebhaber von Lolita B. Er schweigt zu den Vorwürfen. Die Leiche von Lolita B. wurde indes noch nicht gefunden, Anfang Oktober soll mit der Suche begonnen werden. Durch die neu gewonnenen Erkenntnisse und das Geständnis des Helfers ist sich die Kripo sicher, die Leiche der 18-Jährigen nach fast 30 Jahren noch bergen zu können sowie durch anschließende gerichtsmedizinische Gutachten den Tathergang und die Todesursache rekonstruieren zu können.
  • FF 1 der Sendung vom 18.01.2002: Der unfassbare Mord an dem 11-jährigen Tobias D. aus dem Jahr 2000 konnte geklärt werden. Tobias lebte mit seinen Eltern und seinem Bruder in Weil im Schönbuch im Landkreis Böblingen. Der 11-Jährige war ein begeisterter Fahrradfahrer und verbrachte viel Zeit im Freien. Auch am 30. Oktober 2000 zog es ihn hinaus - an einem einsamen Weiher am Ortsrand wollte er angeln. Er war alleine unterwegs und kehrte nicht mehr nach Hause zurück. Noch am selben Abend durchkämmten Tobias Vater und die Polizei das Gelände am Weiher. Dabei fanden sie die Leiche des 11-Jährigen. Tobias war mit zahlreichen Messerstichen ermordet worden.
    Nun, 11 Jahre nach dem Verbrechen, ist der Kripo endlich der entscheidende Durchbruch gelungen: Ein heute 47-jähriger Bäcker aus dem Landkreis Esslingen war ins Visier der Polizei geraten, weil er Kinderpornographie über das Internet verbreitet hatte. Bei einer anschließenden Hausdurchsuchung stießen die Beamten auf ausgeschnittene Zeitungsartikel über den Mord an Tobias. Das machte die Ermittler zunächst stutzig, sodass diese den 47-Jährigen in Gewahrsam nahmen und seine DNA mit der Täter-DNA abgleichen ließen. Schnell stellte sich heraus: Die DNA des 47-Jährigen ist genau die DNA, die damals am Tatort sichergestellt werden konnte. Der Verdächtige hat den Mord daraufhin gestanden.
  • SF 1 der Sendung vom 15.06.2011: Der vierfache Familienvater Axel H. hatte seine vier Kinder, für die er kein Sorgerecht hatte, nach Nordafrika verschleppt. Nun sind alle wieder aufgetaucht, und zwar in Kairo. Dort hatte die ägyptische Polizei Vater und Kinder am 07. September 2011 festgesetzt. Polizeibeamte aus Deutschland holten den Vater mitsamt seinen Kindern in die Heimat zurück. Die Kinder kamen wohlbehalten zu ihrer Mutter zurück. Der Vater wurde bei seiner Ankunft in Deutschland sofort verhaftet.

Erste Ergebnisse

Juwelenräuber erkannt?

- XY-Zuschauer geben zahlreiche Hinweise auf brutalen Gangster


Gnadenlos schlug ein Räuber auf einen Juwelier ein - immer und immer wieder. Doch nun wollen XY-Zuschauer den Täter erkannt haben - auf Bildern einer Überwachungskamera.

Hochzufrieden zeigte sich Hauptkommissar Andreas Kluth, der in diesem Fall ermittelt. "Kurz nach der Sendung sind schon knapp 30 Hinweise eingegangen. Sie beziehen sich auf die auffälligen Schuhe des Täters, seinen Rucksack und den geraubten Schmuck."

Am interessantesten fand er aber einen Anruf, in dem ein Name genannt wurde. Ein Zuschauer ist sich sicher, den Mann auf den Bildern der Überwachungskamera erkannt zu haben. "Das wird sofort überprüft", sagt der erfahrene Ermittler.


Viele Hinweise gab es auch in dem Fall des missbrauchten Babys - ein besonders schreckliche Fall, in dem des Bundeskriminalamt ermittelt. Ein Foto von den Händen des Täters wurde in XY gezeigt. Auffällig: ein Ring am kleinen Finger und ein langer Fingernagel am kleinen Finger der anderen Hand. Genau zu diesen Auffälligkeiten konnten mehrere Zuschauer etwas sagen - neue Ermittlungsimpulse für das BKA.


Weniger Hinweise gab es zum Vermisstenfall Cicek Ö. Die 19-jährige Schülerin aus Burgwedel ist spurlos verschwunden. Der Fall hat die XY-Zuschauer zwar sehr bewegt, aber die ersehnte heiße Spur, die zur Aufklärung von Ciceks Schicksal führt, ist bisher ausgeblieben.

(Quelle: ZDF)

Bemerkungen

  • 450. Folge: Es wird lediglich am Anfang kurz erwähnt.
  • Sendung beginnt mit Verweis auf die Klärung des Vermisstenfalles Lolita B. (FF2 der letzten Sendung)
  • Kriminalhauptkommissar Wolfgang Schu ist live zugeschaltet und schildert Details über den Ermittlungserfolg dank eines XY-Zuschauers


Vorige Sendung: Sendung vom 24.08.2011

Nächste Sendung: Sendung vom 12.10.2011

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