Die nächste Ausstrahlung von Aktenzeichen XY erfolgt am 6. März 2019 im ZDF! Unbedingt einschalten!

Sendung vom 12.01.2011

Aus Aktenzeichen XY ... ungelöst - Wiki
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Filmfälle

Mord an Abedin K. ("Mord nach Abendessen")

Inhalt

  • Dienststelle: Kripo Buchholz-Nordheide
  • Kommissar im Studio: Erster Kriminalhauptkommissar Claus Fröchtenicht
  • Tattag: 04. März 2010, gegen 23:20 Uhr
  • Tatort: Meckelfeld/Seevetal bei Hamburg, Diershof
  • Tatverdächtig: 2 unbekannte Männer
  • Details: 31-jähriger Familienvater Abedin K.; stammen aus Albanien; 2004 sind sie nach Meckelfeld/Seevetal bei Hamburg gezogen; 10 Jahre jüngerer Bruder lebt seit kurzem bei ihm und seiner Frau; ab und zu verschafft er ihm kleinere Jobs bei einer Abriss-Firma, für die er die Geschäfte führt; Firma läuft nicht gut und wirft nur wenig Gewinn ab; aus seiner früheren Selbstständigkeit mit einer kleinen Bau- und Abrissfirma hat Abedin K. noch etliche Schulden; leistet sich großes Auto; außereheliche Beziehungen; betreibt viel Aufwand um sein Privatleben zu organisieren; noch ein Seitensprung würde seine Frau ihm nicht verzeihen; überweist seit Dezember 2009 über die Western Union Bank mehrfach mehrere 1.000€ nach Albanien; Ursprung und Zweck des Geldes ungewiss; wird vermutlich mehrfach beobachtet; Abedin und sein Bruder haben sich um 19:00 Uhr in einem Restaurant verabredet; brechen gemeinsam auf; kehren gegen 23:20 Uhr zurück; werden von zwei Männern überwältigt; auf Abedin und Bruder wird geschossen; Abedin wird kaltblütig erschossen; stirbt am Tatort; Beziehungen ins Rotlichtmilieu; Opfer zuvor verwickelt in Schießerei im Jahr 2009;
  • Zitate: "Hab' ich dir heute schon gesagt, dass du die hübscheste Frau der Welt bist?"
  • Belohnung: 5.000€
  • Bewertung: **
  • Status: ungeklärt

Nachspiel

Die Täter, die den 31-jährigen dreifachen Familienvater Abedin K. und seinen damals 21-jährigen Bruder Jetmir K. am 04. März 2010 skrupellos überfallen und auf die beiden Brüder geschossen hatten, konnten auch durch die Ausstrahlung des Falles bei XY weder identifiziert noch gefasst werden. Die genauen Hintergründe der Tat liegen weiter im Dunkeln. Das Leben des 31-Jährigen bietet jedoch anders als in vielen ungelösten Mordfällen unzählige mögliche Motivabsichten der Täter.

So schuldete Abedin K. vielen Mitarbeitern und Gläubigern noch hohe Geldbeträge, die er nicht imstande war, zurückzuzahlen. Auch könnten seine zahlreichen außerehelichen Beziehungen betrogene Männer zu einer Racheaktion verleitet haben. Auch spielen Schutzgeldzahlungen eine Rolle im Leben des Familienvaters, der sogar im Mai 2009 schon einmal Opfer einer Schießerei geworden war. Mitten in der Hamburger City waren damals Schüsse auf ihn abgegeben worden, getroffen wurde er jedoch damals nicht. Im Nachhinein lassen sich diese Schüsse als eine vorangegangene Warnung verstehen.

In der Nacht vom 4. auf den 5. April 2012, also knapp zwei Jahre nach dem Mord an Abedin K., wurde dessen 44-jähriger Cousin Xhevdet H. und seine 31-jährige Cousine Nazlije H. ebenfalls Opfer eines Überfalls. Xhevdet H. und seine Schwester Nazlije H. wurden in ihrer eigenen Bar "Fünf" von vier Männern überrascht, die sofort das Feuer auf sie eröffneten und bewaffnet mit Messern angriffen. Xhevdet H. wurde durch etliche Messerstiche getötet, seine Schwester wurde lebensgefährlich verletzt.

Xhevdet H. betrieb die Bar "Fünf" nur nebenbei, er hatte ein Bauunternehmen in Norderstedt. Sein 42-jähriger Bruder und Geschäftspartner Zenun H. hatte den Überfall ebenfalls miterlebt und kannte die vier Männer. Diese waren ehemalige Freunde der Familie der Opfer und sollen schon öfter Schutzgeld verlangt haben, und wollten dieser Forderung nun mit Gewalt Nachdruck verleihen.

Am 10. April 2012 wurden die vier Männer nach einer wilden Schießerei mit dem MEK festgenommen. Es handelt sich dabei um Kreshnik A. (24), Aslan N. (37), Arben P. (37) und Kastziot B. (25). Aslan N. wurde zudem im Kosovo bereits per Haftbefehl wegen eines Schwerverbrechens gesucht. Alle vier mutmaßlichen Täter wurde angeklagt wegen Mordes und versuchten Totschlags. Das Hamburger Landgericht verurteilte Kreshnik A. wegen Mordes zu lebenslanger Haft, seinen älteren Cousin Kastziot B. zu 11 Jahren Haft. Die zwei weiteren Männer sprach das Gericht der gefährlichen Körperverletzung mit Todesfolge schuldig, sie müssen für je sieben Jahre ins Gefängnis.

Mit dem Mord an Abedin K. soll allerdings keiner der vier Männer etwas zu tun haben. Eine Täterschaft von einem der Männer im Mordfall Abedin K. konnte nie bewiesen werden.

Tätowierter Messerstecher

Inhalt

  • Dienststelle: LKA Berlin
  • Kommissar im Studio: Kriminaloberkommissarin Ute Tietz
  • Tattag: 07. Juni 2010, gegen 04:15 Uhr
  • Tatort: Berlin, Rigaer Straße
  • Tatverdächtig: 2 unbekannte Männer
  • Details: Wohngemeinschaft von jungen Erwachsenen; Berlin-Friedrichshain; 24-jähriger ist ausgebildeter Heilerzieher; arbeitet in einer Einrichtung für psychisch kranke Menschen; Kollege hat Dienst getauscht; 24-Jähriger hat am nächsten Tag frei; wollen feiern gehen; spielt Gitarre in einer Punk-Rockband; kommt am Sonntagabend, dem 06. Juni 2010, gegen 21:30 Uhr, von einer Bandprobe; sind mit Mitbewohnern des 24-Jährigen verabredet; Kneipe in einem ehemals besetzen Haus in der Rigaer Straße; Publikum gehört fast ausschließlich der linksalternativen Szene an; kurz nach 00:00 Uhr betreten zwei Männer die Kneipe, die nicht zum typischen Klientel gehören; Hammer und Sichel auf dem linken Oberarm tätowiert; wirken unsympathisch; gegen 02:00 Uhr zieht die Gruppe von draußen in die Kneipe um; kein Kontakt zwischen dem 24-Jährigen und den zwei Männern; verlassen Kneipe gegen 04:00 Uhr; die zwei Männer begegnen der Gruppe und beschimpfen diese; werfen mit Bierflasche; 24-Jähriger spricht Täter an; wird abgestochen; Not-OP; Hauptschlagader und Dünndarm durchtrennt; 1,5 Liter Blut verloren; bis heute Motiv unklar; Phantombild; vermutlich ehemaliger Häftling;
  • Zitate: "Du, wann habt ihr denn mal wieder einen neuen Auftritt? Der Letzte war ja endgeil!"
  • Belohnung: keine Angaben
  • Bewertung: ***
  • Status: ungeklärt

Nachspiel

Fahndung nach Dietmar L. ("Lachender Ex-Häftling")

Inhalt

  • Dienststelle: LKA Niedersachsen
  • Kommissar im Studio: Uwe Peuckert
  • Tatzeitraum: September 1996 - August 1997
  • Tatverdächtig: 44-jähriger Dietmar L.
  • Details: 44-jähriger Dietmar L.; wird seit 14 Jahren schon gesucht; 1996 in der JVA Delmenhorst: Schweißerausbildung im Gefängnis; besser als seine Ausbilder; alle Prognosen für die Resozialisierung positiv; darf nach 3,5 Jahren Gefängnis im September 1996 verlassen; will nach der Freilassung bei einem alten Bekannten unterkommen; schnell stellt sich heraus: frühzeitige Entlassung von Dietmar L. war zu optimistisch; kurze Zeit später: Serie von Einbrüchen in Norddeutschland; verantwortlich vor allem: Dietmar L.; wohnt zu diesem Zeitpunkt in Ostfriesland; in Aurich hat er ein einfaches Appartement als "Versteck" gemietet; schlägt nie alleine zu, immer zu zweit; rekrutiert Komplizen durch seine manipulative Art; entwickelt eigene Methode zum Knacken von Tresoren: sprengt die Tresore nun auf; Einbruchserie geht weiter: sieben mal setzt L. Sprengstoff ein; enormer Sachschaden; Herbst 1997: Beute: 500.000 DM; danach erfolgt Festnahme eines Komplizen; verpfeift die L. und die restlichen Mitglieder der Bande; entkommt am 07. Oktober 1997 einem SEK nur knapp; versteckt sich bis heute erfolgreich; Tonbandaufnahme seines markanten Lachens; die meisten der 35 Straftaten schon verjährt;
  • Zitate: “An diesem Mann haben sich bisher alle [Zielfahnder] die Zähne ausgebissen.“
  • Besonderheiten: Der Täter soll durch sein Lachen identifiziert werden
  • Belohnung: 3.000€
  • Bewertung: ***
  • Status: ungeklärt

Nachspiel

Nach Dietmar L. fahndete bereits die Kriminalpolizei Hannover in der Sendung vom 05.06.1998. In der Sendung wurde schon damals berichtet, dass gegen Dietmar L. der dringende Tatverdacht besteht, als Kopf einer Bande, die sich auf Einbruchdiebstähle in Firmengebäude spezialisiert hatte, zwischen September 1996 und August 1997 mindestens 35 Geschäftseinbrüche im gesamten Bundesgebiet begangen zu haben. Bei der Tatausführung ging man in wechselnder Tatbeteiligung überwiegend Tresore in sogenannter "Heißer Arbeit" an, d. h. mittels Sprengstoff wurden die Tresore aufgesprengt. Insbesondere Schuhhäuser einer großen Handelskette waren seinerzeit betroffen. Die Gesamtbeute betrug ca. 500.000 DM, zuzüglich des immensen Sachschadens.

Drei damalige Mittäter des Gesuchten wurden im Jahr 1998 rechtskräftig durch das Landgericht Essen zu Freiheitsstrafen von 2 Jahren (Vollstreckung auf Bewährung ausgesetzt), 4 Jahren und 6 Monaten bzw. 4 Jahren und 9 Monaten verurteilt. Viele der begangenen Straftaten sind zwischenzeitig verjährt. Lediglich sieben Einbrüche werden zurzeit noch verfolgt. Hier soll Dietmar L. die jeweils vorgefundenen Tresore mittels sprengstoffgefüllter Metallhülsen aufgesprengt haben. Der seinerzeit 30-Jährige konnte sich einer Festnahme im Oktober 1997 erfolgreich entziehen. Seitdem fehlt jede Spur des "meistgesuchten Tresorknackers".

Nach der Ausstrahlung des Falles im Jahr 2011 erreichte die Kripo zahlreiche Hinweise. Besonders ein paar spezielle Hinweise waren von entscheidender Bedeutung: Nach diesen Hinweisen könnte Dietmar L. eine leibliche Tochter haben, die zum Zeitpunkt seiner Flucht 1997 bereits im schulpflichtigen Alter war. Diese soll mit der Mutter damals in Norddeutschland gelebt haben.

Die Polizei ermittelte intensiv in diese Richtung, konnte jedoch eine vermeintliche Tochter von L. nicht ausfindig machen. Des Weiteren gab es mehrere ernstzunehmende Hinweise, dass sich Dietmar L. in den Jahren 2001/2002 im südostasiatischen Raum, vorwiegend in der Karibik, aufgehalten hat.

In der Sendung vom 16.10.2013 wurde ein aktualisiertes Fahndungsfoto präsentiert. Nach Ausstrahlung des Falles in XY im Jahr 2011 gab es zudem mehrere Hinweise, dass sich L. in Spanien aufhalten soll. Ermittlungen vor Ort führten tatsächlich wieder auf seine Spur und so gibt es eine neue, sehr gute Beschreibung des Flüchtigen. Mit diesen neuen Informationen hat sich die Polizei das alte Fahndungsbild von Dietmar L. nochmal vorgeknöpft und es entsprechend bearbeitet.

Trotz der zahlreichen Hinweise und ernstzunehmenden Sichtungen konnte sich Dietmar L. bis heute der Polizei entziehen. Nach seiner Flucht im Jahr 1997 muss er sich in der Karibik und anschließend in Spanien abgesetzt haben, doch wo sich L. heute aufhält ist nach wie vor unklar. Auch verstreicht bald die Verjährungsfrist für die letzten sieben Sprengstoff-Einbruchdiebstähle.

Mord an Bettina R. ("Die Leiche im Senffeld")

Inhalt

  • Dienststelle: Kripo Dortmund
  • Kommissar im Studio: Kriminalhauptkommissar Uwe Maycher
  • Tag des Verschwindens: 19. Januar 2010, gegen 19:15 Uhr
  • Fund der Leiche: 09. Februar 2010
  • Tatort: Feld in Esbeck bei Lippstadt
  • Details: Warstein, 30. April 2009: 45-jährige Bettina R. heiratet ihren 39-jährigen Lebensgefährten; Lebensgefährte ist Maurer; beide sind in Warstein-Belecke aufgewachsen; leben in dem Haus von Bettina R. verstorbenen Eltern; die junge Ehe ist nicht ohne Probleme; ihr Mann hat keine Arbeit und auch Bettina R. hat ohne Ausbildung kein Einkommen; Ehepaar lebt sehr zurückgezogen; richtige Freundinnen hat die 45-Jährige nicht; hin und wieder ruft eine alte Bekannte an; Telefonat am 19. Januar mit dieser Bekannten letztes Lebenszeichen; verschwindet danach spurlos; Vermisstenanzeige am 22. Januar; wollte sich nach Angaben des Ehemannes mit ehemaligen Kollegen in Lippstadt treffen; habe seine Frau noch dorthin gefahren; kenne diese Kollegen nicht; würde eventuell bei einer Bekannten übernachten; Ehemann fährt sie gegen 18:20 Uhr zum Cineplex; 09. Februar: Fund der Leiche auf einem Feld in Esbeck bei Lippstadt; persönliche Gegenstände fehlen; Bekannte meldet sich bei der Polizei; Opfer wollte weder bei ihr übernachten noch hat sie ihr irgendetwas über eine bevorstehende Verabredung erzählt; die ehemaligen Arbeitskollegen wissen auch nichts von dieser Verabredung;
  • Zitate: "Die meisten tauchen nach ein paar Tagen wieder auf." "Ja, und wenn nicht?"
  • Belohnung: keine Angaben
  • Bewertung: **
  • Status: ungeklärt

Nachspiel

Der Mord an Bettina R. konnte auch durch den Beitrag in Aktenzeichen XY nicht geklärt werden, es ergaben sich keine neuen Spuren. Bis heute ist unklar, mit wem sich Bettina R. am Kino treffen wollte oder ob diese Verabredung überhaupt der Wahrheit entspricht. Der Leiche der 45-Jährigen fehlten jegliche persönliche Gegenstände - vom Schmuck über das Handy bis zum Portemonnaie. Daher wäre auch ein Raubmord denkbar.

Im Januar 2012 wurde die Akte um den Mordfall vorläufig geschlossen, da alle Spuren und Ermittlungsansätze als "ausermittelt" gelten. Die Kripo hat keine neuen Spuren mehr, die sie verfolgen könnte, jedoch wird bei entsprechenden Hinweisen die Akte sofort wieder geöffnet und den Hinweisen nachgegangen. Letztlich bleibt der fall ein einziges großes Mysterium. Warum hat Bettina R. ihren Ehemann angelogen über ihre bevorstehende Verabredung? Alle ehemaligen Arbeitskollegen hatte schon seit Jahren keinen Kontakt mehr zu der 45-Jährigen. Mit wem hat sich Bettina R. stattdessen getroffen? Oder stimmen die Angaben des Ehemannes nicht? Diese Fragen bleiben vorerst unbeantwortet. Doch vielleicht kann eines Tages Kommissar Zufall diesen Mordfall klären.

Tankstellen-Überfälle ("Soko Tomahawk")

Inhalt

  • Dienststelle: Kripo Hagen
  • Kommissar im Studio: Kriminalhauptkommissar Frank Thietz
  • Tatzeitraum: 16. März 2010 - 04. Oktober 2010
  • Tatort: Tankstellen im Raum Westfalen
  • Details: Nacht zum 16. März 2010; Täter etwa 35- bis 40-jähriger Mann, der sehr ruhig und sehr selbstbewusst vorgeht; ausgestattet mit Beil und Mundschutz; Bargeld wird in Tüte verpackt; Kasseninhalt leergeräumt; überfällt 30 Minuten später Autobahn-Tankstellen bei Kamen, Lippstadt und Gütersloh; vier mal innerhalb von 98 Minuten; drei neue Überfälle; Ermittlungskommission im Auftrag des LKA; Nachahmungstäter?; Täter wohl nicht derselbe; doch sehr ähnliche Vorgehensweise; Autobahnraststätte Lichtendorf Süd am 24. August 2010: bedroht den Kassierer mit Beil und fordert Geld; Überfallserie geht weiter; in Hagen wird eine Spielhalle überfallen; in Kamen zum 2. Mal dieselbe Tankstelle; 29. August 2010: Tankstelle bei Autobahnraststätte Lichtendorf Süd erneut überfallen; Kassierer erleidet Schock; schafft es noch, Polizei zu rufen; 04. Oktober 2010: zwei Raubüberfälle in einer Nacht, zuletzt in Ahlen; Beute: 1.075€; Verfolgungsjagd; schnappen den 39-Jährigen; stammt aus der Türkei; umfassende Vernehmung; leugnet alles; erdrückende Beweise; nicht für alle Taten verantwortlich; seit der Festnahme keine neuen Taten; insgesamt zwölf Überfälle;
  • Zitate: "Moment Mal, lass mich doch überhaupt erstmal hier ankommen!" "Ne, mehr Ankommen ist nicht."
  • Belohnung: keine Angaben
  • Bewertung: ***
  • Status: geklärt

Nachspiel

Die Kripo vermutete von Anfang an, dass der 39-jährige Türke nicht für alle zwölf Taten der Überfallserie verantwortlich war. Dafür sprachen Video-Aufzeichnungen, die Gangart, die Sprache und auch Zeugenbeschreibungen. Zudem fanden die Ermittler bei dem 39-Jährigen nicht das Beil vor, mit welchem die Überfall-Serie am 16. März 2010 erst ihren Anfang fand. Den 39-Jährigen machten sie für neun der zwölf Taten verantwortlich, die der Familienvater aus Hagen vor Gericht auch gestand. Der 39-Jährige gab an, vor 26 Jahren aus der Türkei nach Deutschland immigriert worden zu sein und dass er stolz sei, ein Deutscher zu sein.

Zudem äußerte sich der 39_jährige über sein Motiv: Er sei Ende 2008 arbeitslos geworden und flüchtete sich in seine Spielsucht. Von zwei Banken lieh er sich 13.000€, vom Bruder 11.000€ und von Freunden 3.000€. Er geriet in eine Abwärtsspirale und hätte seine Geldschulden ausgleichen müssen. Als der gebürtige Türke in er Zeitung von einem "Axt-Überfall" gelesen hatte, sei ihm auch spontan die Idee gekommen, dies ebenfalls zu versuchen.

Dank der Ausstrahlung des Falles bei XY konnte der zweite Täter ebenso ermittelt werden: ein 38-jähriger Kampfsportler. Nachdem der 39-jährige Familienvater aus Hagen am 05. Oktober festgenommen wurde, setzte sich der 38-Jährige für mehrere Wochen in die Türkei ab. Mitte November kehrte der 38-jährige nach Hagen zurück, verhielt sich aber unauffällig. Nun, nach der Ausstrahlung bei XY, führten zwei sehr konkrete Hinweise die Polizei auf die Spur des 38-jährigen Kampfsportlers, der der Polizei schon durch diverse Einbrüche bekannt war. Auch er hatte versucht als Familienvater durch die drei Überfälle, die ihm zur Last gelegt werden, sein schmales Finanzbudget aufzubessern.

Serienräuber in Greifswald

Inhalt

  • Dienststelle: Kripo Anklam
  • Kommissar im Studio: Leiter des Raubkommissariats Horst Stellter
  • 1. Tattag: 20. Juni 2009
  • 2. Tattag: 25. Juni 2009
  • 3. Tattag: 18. Juli 2009
  • 4. Tattag: 19. September 2009
  • 5. Tattag: 08. November 2009
  • Tatort: Drogerie-Filialen in Greifswald
  • Details: Serie beginnt mit einem Drogerieüberfall in Greifswald-Eldena; eine von acht Filialen dieser Kette die über die mecklenburgische Kreisstadt verteilt sind; maskierter Mann gibt an, Zigaretten kaufen zu wollen; bedroht Angestellte anschließend mit Messer; raubt Kasseninhalt; 25. Juni 2009: Filiale mitten in der Stadt; kurz vor Ladenschluss; überwältigt Kassiererin mit Messer und lässt sich Kasseninhalt aushändigen; hinterlässt keine Fingerabdrücke; 18. Juli 2009, kurz nach 12:00 Uhr: dieselbe Filiale; überwältigt erneut Kassiererin mit Messer und erbeutet Kasseninhalt; 2 Monate später: dieselbe Verkäuferin wird erneut überfallen; schwerer Schock; nach dem 4. Überfall observieren die Beamten alle acht Filialen in Greifswald mehrere Wochen lang; Täter hat Aktion wohl bemerkt; Anfang November wird die Aktion beendet; Täter tritt wieder in Erscheinung; erneut bedroht er die Kassiererin, diesmal sogar nach Ladenschluss; raubt Kasseninhalt; mehrere Zeugen beobachten die Tat; Täter wird von einer Zeugin ohne Maske gesehen; sehr gutes Phantombild;
  • Zitate: "Wie kann denn da einer [in die Kasse] reinlangen, ohne Spuren zu hinterlassen?"
  • Belohnung: keine Angaben
  • Bewertung: *
  • Status: ungeklärt

Nachspiel

Die Studiofälle der Sendung:

  • SF 1: LKA Berlin - Fahndung nach Oliver S.: 28-jähriger Oliver Joachim S.; nutzt häufig gefälschte Dokumente; verändert häufiger sein Aussehen; wird vom LKA Berlin wegen mehrfachem Betrug gesucht; soll in den letzten Jahren einen Schaden von mehreren 100.000€ angerichtet haben; u.a.: in Berlin soll er mit seinen gefälschten Papieren wertvolle Baumaschinen, u. a. einen Radlader, angemietet und dann weiterverkauft haben; in einem anderen Fall soll er den Mitarbeiter einer Firma zu Diebstählen verleitet und dann die Beute verkauft haben; auch im Internet aktiv; alias "Fabricio Martinez" oder "David Salinas";

Geklärt: In der Sendung vom 23.02.2011 wird berichtet, dass der vom LKA Berlin gesuchte Oliver S. sich nach der Sendung telefonisch beim LKA Berlin meldete und Beschwerde einlegte: er habe gar nichts mit dem Verkauf des Radladers zu tun. Gefunden haben die Ermittler den 28-Jährigen zu diesem Zeitpunkt noch nicht, aber sie wissen nun, dass sich der Gesuchte Ende Januar 2011 im Raum Hamburg-Kiel aufgehalten hat. Zum Zeitpunkt der Sendung wird vermutet, dass sich der 28-Jährige in München aufhalten könnte.

Darüber hinaus soll Oliver S. im Januar 2011 nach wie vor kriminell aktiv sein - nach der XY-Sendung haben sich etwa 30 weitere Geschädigte gemeldet, die im Internet bei einem gewissen "Adrian Koch" Holzbriketten bestellt hatten. Rund 12.000€ wurden durch die Geschädigten überwiesen, jedoch kamen die Bestellungen der Ware nie bei einem Käufer an. Nach allerneuesten Erkenntnissen soll Oliver S. Anfang 2011 einen eBay-Handel unter dem Namen "marksallerlei2010" betreiben.

Anfang Mai 2011 wollten ihn Polizisten an einer Ampel in München festnehmen, aber Oliver S. zögerte nicht lange und fuhr über mehrere rote Ampeln und mit Vollgas durch den Englischen Garten. Die Flucht gelang unglücklicherweise, die Polizei verlor zunächst die Spur zu dem 28-Jährigen. Doch in den darauffolgenden Tagen zog sich die Schlinge um Oliver S. immer enger zu. Einige Tage später überwältigte eine SEK-Truppe den 28-Jährigen in einem Hochhaus in Köln.

In der Sendung vom 15.06.2011 wird schließlich über die Klärung des Falles berichtet.


  • SF 2: LKA Hamburg - Ausgesetztes Baby: Fall sorgte in Hamburg und Umgebung für großes Entsetzen; Baby wurde am 04. Januar 2010 ausgesetzt; Hamburg-St. Pauli; in der in der Nähe des Congress Centers; eingepfercht in einen Reisekoffer; mehrere Stunden vergingen ehe es entdeckt wurde; Mädchen gerade einmal 1 Tag alt; kam sofort ins Krankenhaus; wohlauf; versuchte Tötung; Baby hätte ersticken; können; nahgelegene S-Bahn-Station Dammtor; zwei Stunden vor Auffinden des Babys geht ein Mann durchs Bild; trägt Koffer derselben Farbe und Marke wie der Koffer des Babys;

Update: Das ausgesetzte Baby, was als Findelkind Marie über die Stadtgrenzen von Hamburg hinaus in ganz Deutschland für Schlagzeilen gesorgt hatte, konnte sehr schnell eine Adoptivfamilie finden. So hatten sich schon kurz nach dem Bekanntwerden des Falles etliche Eltern mit unerfülltem Kinderwunsch bei den Behörden gemeldet. Marie, so nannten die Krankenschwestern das Baby, trägt heute auf Wunsch ihrer Adoptiveltern einen anderen Namen, um ihr Anonymität zu verschaffen. Auch die Identität und der Wohnort der Adoptiveltern bleibt der Öffentlichkeit unbekannt. So soll verhindert werden das "Marie" später aufgrund ihrer Vergangenheit gehänselt werden könnte.

Die Eltern des Babys, welche wegen versuchten Totschlags vom LKA weiterhin gesucht werden, sind bis heute unbekannt. Versuchter Totschlag verjährt jedoch erst nach 20 Jahren, dementsprechend verjährt diese Tat erst 2031 und es bleibt die Chance, die Eltern doch noch irgendwann ausfindig zu machen. Als versuchter Totschlag wurde diese Tat gewertet, weil "Marie" bei der Kälte hätte erfrieren können, wenn sie wenig später gefunden worden wäre.

Der Mann, den die Überwachungskameras an der S-Bahn-Station Dammtor aufgezeichnet hatten, hat nachweislich nichts mit der Tat zu tun. Der 20-Jährige konnte nach knapp zwei Monaten identifiziert werden. Die Kripo vermutete, dass der Mann, der einen Koffer der gleichen Marke (Omica) und Farbe trug, wie der aufgefundene Koffer, in dem sich "Marie" befand, "Marie" in diesem Koffer transportiert haben könnte. Der Koffer des Mannes war jedoch größer als der aufgefundene Koffer, weswegen die Kripo vermutete, dass sich in seinem Koffer der kleinere Koffer mitsamt "Marie" befand.

XY-Update:

  • kein XY-Update

XY Gelöst

  • FF 2 der Sendung vom 06.12.1996 / SF3 der Sendung vom 05.07.2002 / Update der Sendung vom 01.04.2004 / Update der Sendung vom 20.02.2008: Die "Gentlemen-Räuber“ sind nach 15 langen Jahren erwischt worden. Dreimal wurde in XY nach ihnen gefahndet. In Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz hatten sie zuletzt immer wieder zugeschlagen, nun ist die Bankraubserie blutig zu Ende gegangen. Nach einem Überfall auf eine Bank in der Innenstadt von Karlsruhe kam es am 10. Dezember zu einem Schusswechsel zwischen den Räubern und der Polizei. Eine Beamtin wurde dabei schwer verletzt, während einer der Bankräuber von der Polizei erschossen wurde. Seine Begleiterin, ebenfalls verletzt durch den Schusswechsel mit der Polizei, erschoss sich anschließend selbst. Den ganz und gar nicht zutreffenden Namen "Gentlemen-Räuber" haben die Täter übrigens, weil sie den Opfern nach den ersten Überfällen Entschuldigungskarten geschrieben hatten. 21 Überfälle gehen auf das Konto des Räuber-Duos, dabei haben sie über 2.000.000€ erbeutet. Bei den Tätern handelt es sich um ein Ehepaar aus Tschechien, welches jeweils kurz vor den Überfällen nach Deutschland eingereist war und sich kurz danach wieder in Tschechien abgesetzt hat. Dies dürfte einer der Gründe sein, warum sie trotz guten Bildern aus den Überwachungskameras nie erkannt worden waren.
  • SF 1 der Sendung vom 06.10.2010: Zwei Männer waren in der Nähe von Schwulen-Treffs durch Kopfschüsse regelrecht hingerichtet worden. Die Tatorte lagen 200m voneinander entfernt, die beiden Opfer kannten sich jedoch nicht. Warum also diese Morde? Das war eine der vielen offenen Fragen. In einem Fall war es der Kripo gelungen, DNA des Täters zu sichern und dies brachte die Ermittler letztendlich auf die Spur des Täters. Über die DNA stellte sich nämlich heraus, dass der Täter zwischen den beiden Morden noch ein Verbrechen begangen hatte - einen Überfall auf einen Autofahrer in Freudenstadt. Bei diesem Überfall ist ein dunkler BMW aufgefallen, ebenso wurde dieser dunkle BMW bei einem der beiden Morde gesichtet. Die Kripo fand schließlich heraus, wem das Auto gehörte: einem 55-jährigen pensionierten Postbeamten aus Esslingen. Bei ihm fand die Kripo die Tatwaffe und etliche andere Tatgegenstände. Die Kripo Böblingen versucht nun herauszufinden, ob der 55-Jährige für weitere Taten verantwortlich sein kann.
  • SF 3 der Sendung vom 15.09.2010: Die 26-jährige Nancy W. war am 01. Mai 2010 unter rätselhaften Umständen verschwunden, die Polizei und die Familie der 26-Jährigen waren sich von Anfang an sicher, dass ihr etwas zugestoßen sein musste. Diese Vorahnung hat sich bestätigt. Der Lebensgefährte von Nancy W., mit dem diese in der Vergangenheit wiederholt Streit gehabt hatte, führte die Polizei nach langem Schweigen zu einem Stausee in Luxemburg. Dort, so gab er an, habe er Nancy W. von einer Brücke 15m in die Tiefe gestoßen. Die Polizei machte sich mit Tauchern auf die Suche und wurde schließlich auch fündig - am Grund des Sees entdeckten sie die Leiche der Vermissten.

Erste Ergebnisse

Viele interessante Hinweise nach XY-Sendung

XY-Fall kurz vor Aufklärung?


Erfolg versprechend sieht es bereits in einem Fall aus: dem Mordversuch an einem jungen Mann aus Berlin. Er war ohne ersichtlichen Grund auf der Straße niedergestochen worden. Vom Täter gibt es ein Phantombild und eine gute Beschreibung.

So ist er an mehreren Tattoos zu erkennen, unter anderem am Symbol des Kommunismus - Hammer und Sichel. Und tatsächlich: Dieses ist mehreren Zuschauern bekannt vorgekommen. Es gibt schon konkrete Hinweise auf zwei Personen, denen zurzeit nachgegangen wird.


Fluchtpunkt Spanien?

Zur Fahndung nach dem mutmaßlichen Serieneinbrecher Dietmar L. beziehen sich die Hinweise vor allem auf ehemalige Aufenthaltsorte des Gesuchten. Genannt wurden unter anderem Ostfriesland und Spanien. Die Zeugen wollen sich auch wegen des markanten Lachens an ihn erinnern.


Zuversicht bei "Soko Tomahawk"

Eine Serie von Überfällen beschäftigt die Kripo Hagen. Bei der Dienststelle standen die Telefone während der Sendung nicht mehr still. "Unter den zahlreichen Hinweisen sind mehrere zielführende dabei", sagt Hauptkommissar Frank Thietz von der "Soko Tomahawk“. "Wir sind zuversichtlich, dem Täter bald auf die Schliche zu kommen."


Koffer-Baby: Kaum Hinweise

Überraschend wenige Hinweise gingen bisher zu einem noch aktuell in die Sendung aufgenommenen Fall ein. Es handelte sich um ein Baby, das am 4. Januar 2011 in Hamburg-St. Pauli ausgesetzt worden war - und zwar in einem Reisekoffer.

Die Kripo versucht, einen Mann zu identifizieren, der zwei Stunden vor dem Auffinden des Babys mit einem gleichartigen Koffer in der S-Bahn-Station Dammtor unterwegs war und dabei aufgenommen wurde. Ob er wirklich etwas mit dem ausgesetzten Baby zu tun hat, ist noch fraglich. Für die Kripo, die immerhin wegen versuchter Tötung ermittelt, wäre eine Antwort auf diese Frage immens wichtig.

(Quelle: ZDF)

Bemerkungen

  • Sendung beginnt mit Verweis auf die Festnahme der "Gentleman-Räuber"
  • Schöpflöffelklassiker in FF 1
  • Während der Kommissar über FF 1 berichtet, flackert im Hintergrund der Screen.
  • Highlight nach FF 3: Ein Täter soll durch sein Lachen identifiziert werden.


Vorherige Sendung: Sendung vom 08.12.2010

Nächste Sendung: Sendung vom 23.02.2011

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