Die nächste Ausstrahlung von Aktenzeichen XY ... ungelöst erfolgt am 01. Juni 2022 im ZDF! Unbedingt einschalten!

VF 111 (Sendung vom 16.12.1988)

Aus Aktenzeichen XY ... ungelöst - Wiki

Filmfälle

Nachnahmebetrug bei Kleinanzeigen

  • Details: Die Rentnerin Anna Wildgruber schaltet in einer Lokalzeitung eine Suchanzeige, mittels welcher sie Weihnachtslieder von Lale Andersen, bevorzugt auf Kassette, sucht. Im Handel sind diese nicht mehr erhältlich. Das Ehepaar Wildgruber kann finanziell keine großen Sprünge machen, für solche Lieder ist Frau Wildgruber jedoch bereit, etwas Geld auszugeben. Sodann erkundigt sich ein Interessent bei der Auskunft zur Telefonnummer der Inserentin und ruft diese an. Er hätte die gesuchten Lieder auf Langspielplatte und könnte diese auf Kassette überspielen. Der genannte Preis von DM 50,- macht Anna Wildgruber stutzig, da er über ihrem Rahmen liegt. Der Anrufer kommt ihr dann entgegen, so kommt das Geschäft vermeintlich zu DM 35,- zu Stande. Wenige Tage später erhält Frau Wildgruber die Kassette, allerdings überraschend per Nachnahmesendung zu total DM 43,- samt Porto und Verpackung. Die Kassette enthält keine Lieder von Lale Andersen, sondern Märchen. Das Seniorenehepaar fragt sich, ob eine Verwechslung vorliegt. In der nun folgenden Abmoderation verneint Ede dies. Der Betrug sei von Anfang an darauf ausgelegt, unter Täuschung der Empfänger per Nachnahme wertlose Ausschussware gegen erkleckliche Einnahmen zu versenden.
  • Darsteller:
  • Zitate:' "Na? Dann lass' uns mal reinhören. Bin gespannt auf deine Lale."; "Ich auch. Aber das mit der Nachnahme, das ärgert mich schon. 35 Mark war ausgemacht. Und jetzt hab' ich mit Porto und Verpackung 43 Mark bezahlen müssen."
  • Bewertung: **
  • Besonderheiten:

Diebstahl mit Ablenkungsbetrug

  • Details: Ein im Anzug gekleideter, ernst wirkender Mann spricht zunächst bei einer Bäckereiangestellten vor. Er erkundigt sich wegen einer Wohnung "im Haus" und danach, ob die Hausbesitzerin erreichbar sei. Dabei nennt letztere auch beiläufig den Namen der Hausbesitzerin, Frau Behrens, den sich der Besucher gut merkt. Sodann läutet er im genannten Haus bei der betagten Frau Behrens und spricht sie namentlich an. Er gibt vor, "schräg gegenüber" im neuen Postamt zu arbeiten und so eine Wohnung zu suchen. Er wüsste, dass ab Frühjahr im Haus eine Wohnung frei würde. Davon weiß Frau Behrens zwar nichts, aber der Besucher trägt wohl glaubwürdig vor, der Mieter wisse es selbst noch nicht genau und hätte das Vorhaben deshalb auch noch nicht bekanntgegeben. Er erhält Zutritt zu ihrer Wohnung, da sie nun auch interessiert ist. Der Besucher spricht von "großer Wohnung", so meint Frau Behrens, das träfe nur auf ihre eigene und die darüberliegende Wohnung zu. So erklärt der Besucher, das sei genau, was er suche, und will sich gern umschauen. Die betagte Bewohnerin schöpft keinerlei Misstrauen und lässt ihn umschauen. Er erspäht sodann eine wertvolle Brillant-Armbanduhr und schickt zur Ablenkung die Hausdame nach einem Metermaß, vermeintlich, um etwas auszumessen. Mit Hilfe dieses Ablenkmanövers stibitzt er unentdeckt die Uhr im Wert von etwa 6000 DM. Danach verabschiedet er sich auffallend rasch, nachdem er die Miethöhe noch erfährt.
  • Darsteller:
  • Zitate: "Ach, kommen Sie doch bitte rein, ja? Wir wollen das doch nicht im Treppenhaus bereden." / "Ach, hätten Sie vielleicht mal 'n Metermaß oder 'n Zollstock für mich? Ich hab' nämlich Bedenken, ob unser großer Wohnzimmerschrank an die Wand da drüben passt."
  • Bewertung: **
  • Besonderheiten:

Betrug mit Aktenkoffer als Sichtschutz

  • Details: Ein Betrüger-Duo ist bei Juwelieren auf Beutefang. Zunächst meldet sich einer von ihnen unter dem Namen Lambrecht auf eine Verkaufsanzeige solcher Art - der Juwelier Waldemar Borroszek hat Restbestände an Schmuck zum Verkauf inseriert und der vermeintliche Interessent möchte sich die Kollektion natürlich vor Ort ansehen. Ein Besuchstermin wird vereinbart. Der Juwelier hat das aktive Geschäft ein Jahr zuvor aufgegeben und veräussert nun den übrigen Bestand nach und nach, das zur Zeit noch einen Wert von knapp 100'000 DM hat. Szenenwechsel zurück zu den Ganoven zeigt diese beim Üben ihres Tricks in einer Gaststätte: sitzend hinter einem geöffneten Aktenkoffer so tun, als würde man einen Beutel in ebendiesen befördern, in Wirklichkeit den Beutel aber vom Gegenüber unbemerkt zu Boden fallen lassen. Der Wirt nimmt sodann auch einen heruntergefallenen Beutel wahr und merkt dies beiläufig an. So übt das Duo noch etwas weiter. Dann findet der Besuch beim Juwelier statt, das Duo in der Aufstellung Interessent und sein Gutachter, der ihn begleitet. Als Herr Lambrecht annkündigt, er würde den gesamten angebotenen Bestand abnehmen, kommt das dem Juwelier sehr entgegen. Sie einigen sich schließlich auch auf einen Endpreis von total 89'000 DM. Der geöffnete Aktenkoffer liegt auf dem Tisch vor dem "Gutachter". Der Interessent schlägt vor, den Schmuck in einem Lederbeutel und dann im Koffer zu deponieren, bis er in einer halben Stunde mit genügend Bargeld zurück sei. Der Juwelier ist bereit, der Schmuck wandert in den Lederbeutel und dann wird vom vermeintlichen Gutachter der Trick mit dem Fallenlassen statt im Aktenkoffer platzieren angewandt. Nach einer Anzahlung von 1000 DM macht sich das Duo auf den Weg, angeblich zur Bank. Sie erscheinen natürlich nicht wieder. Der Lederbeutel mit dem Schmuck war erfolgreich und vom Juwelier unbemerkt eingesteckt worden, der zurückgelassene Aktenkoffer ist leer.
  • Darsteller:
  • Zitate: Sprechertext: "Der Mann, der sich am Telefon Lambrecht nannte, hat jedoch nicht die Absicht, soviel Geld auszugeben, obwohl er und sein Komplize durchaus ernsthaft an dem Schmuck des alten Juweliers interessiert sind. Sie wollen es mit einer neuen und recht eigenwilligen Art des bargeldlosen Einkaufs versuchen."
  • Bewertung: ***
  • Besonderheiten:

Diebstähle aus Kraftfahrzeugen

  • Details: Frau Wolf und ihr Mann beim Weihnachtseinkauf in der Mittagspause: erfüllen sich langgehegten Wunsch von einem Videorekorder. Dieser wird samt Kassetten erworben und dann im Golf II eines Arbeitskollegen verstaut, das im nahem Parkhaus abgestellt ist. Anschließend zurück an die Arbeit ins Büro, und "Sie ahnen bestimmt schon, was kommt". Nach Dienstschluss Ausfahrt mit dem Wagen aus der Parkgarage, zunächst alles unauffällig. Beim Öffnen des Kofferraums ist jedoch nur noch der Abstelltisch vorhanden, der Rekorder und die Videokassetten sind entwendet. Die Kofferraumtüre ist jedoch unversehrt. Es wurde die Beifahrertür so raffiniert mit einem Schraubendreher manipuliert, dass dies nicht bemerkt wurde. Die Abmoderation blendet ein, dass in der BRD im vergangenen Jahr total 776'140 Diebstähle aus Kraftfahrzeugen erfasst wurden.
  • Darsteller:
  • Zitate: "... und Sie wissen ja, wenn man Weihnachtseinkäufe macht, dann ist man ziemlich bepackt mit Paketen und Päckchen und versucht, die zwischendurch im Auto zu verstauen, und geht dann weiter einkaufen."; "Das kenn' ich aus eigener Erfahrung, und ich habe das am letzten Wochenende auch recht häufig beobachtet."
  • Bewertung: *
  • Besonderheiten: Hybrid-Fall, welcher mit einem Studiodialog mit der Geschädigten, Frau Wolf, beginnt, welche das Erlebte zuvor per Brief schilderte. Frau Wolf ist danach Erzählerin im Filmfall. Mehrfach ein kurzer Dialog mit Ede während des eigentlichen Filmfalls.

Experiment: offene Autos im Parkhaus

  • Details: Bernd Schröder geht auf Entdeckungstour in einem öffentlichen Parkhaus, welches in einer beliebigen Großstadt stehen könnte. In zahlreichen dort abgestellten Wagen befinden sich von außen gut sichtbar alle möglichen Waren, aber auch Aktenmappen und vornehme Kleidungsstücke. Diverse Wagen haben offene Türen, Fenster oder Schiebedächer. Ein Fahrer, der gerade an seinem Wagen mit halboffenem Dachfenster ankommt, wird gleich befragt, was sich in dem ansonst leicht weggekommenen Aktenkoffer befunden hätte: Geschäftspapiere. An einem Renault 5 sind gleich das Schiebedach, alle Türen und der Kofferraum offen, letzterer mit neuen Badzimmerkacheln beladen. Im Anschluss kann wieder ein Fahrer zu den gut sichtbaren und für Diebe attraktiven Gegenstände im Fahrzeug befragt werden. Insgesamt wäre an etwa einem Drittel der Wagen etwas offen gewesen, und in etwa jedem zweiten Fall lag mögliches Diebesgut klar sichtbar auf den Sitzen auf.
  • Bewertung: ***

Aktuelle Kurz-Warnungen

  • Mitleidsmasche zur Weihnachtszeit: Werbekolonne verkauft gewöhnliche Weihnachtsgrußkarten als angebliche Behindertenware, je 10 Stück zu 24,80 DM. Es wurde vorgetäuscht, dass der Erlös einem guten Zweck zufließe. Inzwischen Ermittlungen wegen Betruges gegen die Täterschaft.
  • Wohltätigkeitsschwindel mit Behindertenware: gewöhnliche Haushaltsartikel werden als solche an gutgläubige Käufer abgesetzt. Ede informiert, dass echte Behindertenware aus Behindertenwerkstätten grundsätzlich nicht durch Direktbesuche bei Haushalten vertrieben werden. Sie können vor Ort in solchen Werkstätten erworben werden. Blindenware ist davon eine Ausnahme, diese werden auch an der Haustüre angeboten, jedoch nur zur Bestellung mit späterer Lieferung, nicht als Sofortabsatz. Auch führen legitimierte Vertriebskräfte solcher Waren einen Blindenwaren-Vertriebsausweis mit einem geschützten Emblem mit sich.
  • Tier- und Naturschutzschwindel: Prospekt der "Kilimandscharo Hilfswerk-Stiftung" apelliert an den Schutz und Rettung der angeblich letzten Elefanten. Eine private Buschpolizei soll deren Ausrottung verhindert. Dafür benötigt es natürlich Spenden, als Bargeld oder Scheck im bereitgestellten Antwortcouvert an eine Schweizer Postfachadresse. Begründeter Verdacht auf großangelegten Spendenbetrug.
  • Brief eines ehemaligen Buchklub-Werbers, der in der Vergangenheit viele Kunden auf unlautere Weise für den Deutschen Bücherbund angeworben hatte. Viele Betroffene seien damals ausgetreten, daraufhin habe der Bücherbund diesem Vertreter auch gekündigt. Im Brief macht er einen Schaden durch entfallene Provision in Höhe von 130 DM geltend. Zur schnellen Regelung bietet er eine Erledigung gegen Abgeltungszahlung von 60 DM an. Diverse Empfänger hätten daraufhin diesen Betrag bezahlt. Der Deutsche Bücherbund hat gegen diese Praxis bereits seinerseits rechtliche Schritte eingeleitet.

Bemerkungen

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