Die nächste Ausstrahlung von Aktenzeichen XY ungelöst erfolgt am 15. April 2020 im ZDF! Unbedingt einschalten!

VF 038 (Sendung vom 10.03.1973)

Aus Aktenzeichen XY ... ungelöst - Wiki
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Filmfälle

Gastarbeiter um Lohnsteuer betrogen

  • Details: Gastarbeiter-Treffpunkt Hauptbahnhof München; zwei Männer sind eingespieltes Team; tauchen scheinbar unabhängig voneinander neben Gruppe anderer Gastarbeiter auf; einer übergibt dem anderen mit großer Geste 200 DM; Interesse bei allen Umstehenden; angeblich Rückzahlung vom deutschen Finanzamt; "Lohnsteuerjahresausgleich" könne jeder Gastarbeiter bekommen, wenn er gute Beziehungen habe; viele Gastarbeiter kennen entsprechende "Vitamin B"-Mentalität aus ihren Heimatländern und halten das für plausibel; Mann mit Connections wird schnell umschwärmt; besucht Landsleute in deren Unterkunft; lässt sich Lohnsteuerkarten geben und Formulare blanko unterschreiben; hantiert wichtigtuerisch mit Tabellen und zahlt jedem Anwesenden die ihm angeblich zustehende Summe von 100 bis 120 DM sofort bar aus; Einstecken eines Zwannis erhöht nur die Glaubwürdigkeit des Mannes. Anschließend lässt sich Betrüger von jedem Landsmann eine Abtretungserklärung unterschreiben, damit Lohnsteuer-Rückzahlung direkt auf dessen Konto geht - für Gastarbeiter ebenfalls plausibel, da er das Geld ja schon ausgezahlt hat. Natürlich sind Rückzahlungen der Steuerbehörden sehr viel höher als das, was Betrüger seinen Landsleuten gibt.
    • Verschärfte Variante der Lohnsteuer-Masche: Elegant gekleideter Jugoslawe empfängt in Café türkische Küchenmädchen eines Krankenhauses; Damen müssen mehrere DIN A4-Blätter blanko unterschreiben, außerdem Abmeldeformular; schickt Mädchen selbst zur Finanzkasse, aus einem Blanko-DIN A4-Blatt ist eine Erklärung geworden, dass die Gastarbeiterin vorzeitig in die Heimat zurückreise und deshalb die komplette Auszahlung der zu viel gezahlten Lohnsteuer an der Kasse beantrage. Als Beleg für den Finanzbeamten, dass diese Ausreise tatsächlich ansteht, dient eine polizeiliche Bestätigung der Abmeldung. Mädchen bekommen jeweils knapp 2.000 DM ausgezahlt; müssen Geld in ihren Ausweis legen; Betrüger nimmt am Ausgang des Finanzamts Ausweise an sich und lässt jeweils nur rund 200 DM drin. Hat extra Bus gechartert, um alle Küchenmädchen in einem Rutsch zum Amt zu fahren; teilt im Bus vor Rückfahrt Ausweise wieder aus. Jugoslawe mit Koffer voller Geldscheine; zahlt 36.000 DM in bar am Bankschalter ein; Schalterbeamter zählt ungerührt Scheine; Geld wird anschließend sofort in die Schweiz überwiesen. Monate später: Türkischer Konsulatsmitarbeiter begleitet Küchenmädchen auf Botschaft, da sie alle Aufforderungen erhalten haben, einen Großteil der Steuererstattung wegen falscher Angaben wieder zurückzuzahlen. Mädchen beteuern, jeweils nur rund 200 DM erhalten zu haben; haben an der Finanzkasse aber die viel höheren Auszahlungsbeträge quittiert. Finanzamt sieht angesichts der Umstände von Strafanzeigen ab, Mädchen müssen aber Rückforderungen zahlen.
  • Zitate: "Wenn nicht Name unterschreiben, dann gibt kein Geld!"
  • Bewertung: ***
  • Besonderheiten: Im Anschluss an die gezeigten Fälle weist Finanzbeamter in Film-Statement darauf hin, dass die Mitarbeiter der Behörden den Steuerzahlern gerne mit Rat und Tat zur Seite stehen und über die Möglichkeiten der Rückerstattung aufklären. Darüber hinaus verweist Ede auf Lohnsteuerhilfevereine, deren Beratung durchaus erschwinglich sei (zwischen 30 und 50 DM).

Nette Familie für Lebensabend gesucht

  • Details: Zwei Männer schalten bei Anzeigenagentur Annonce, die im ganzen Rhein-Main-Gebiet erscheint: Alte Dame möchte Lebensabend gerne bei netter Familie verbringen, zahlt dafür auch 25.000 DM. Viele Interessenten melden sich; Männer setzen in Hotelzimmer bei Whiskey und Kippchen Antwortbrief auf, der in Druck geht: sie seien von der alten Dame beauftragt, diejenigen Familien genauer zu überprüfen, die sie in die engere Wahl gezogen habe. Die damit verbundenen Unkosten von 20 DM sollten per Postanweisung in den kommenden fünf Tagen gezahlt werden; Antwortbrief wird 600 mal verschickt. Klingt für viele Interessenten plausibel, außerdem wollen sich die wenigsten Chance auf 25.000 DM verbauen. Männer leeren mehrmals volles Postfach; kassieren in den 5 Tagen knapp 8.000 DM; Postfach wird danach gleich gekündigt; Beschwerdebriefe der Familien gehen zurück; Auszahlungsabschnitte wandern in den Müll.
  • Zitate: "Wie wolln wir denn die Oma nun nennen?" - "Irgend so'n sympathischen Namen, was gibts denn da? Krüger oder Köhler oder so..." - "Ja, das ist klasse! Köhler!"
  • Bewertung: **
  • Besonderheiten: Lässige Dialoge der beiden Betrüger.

Nachnahmeschwindel

  • Details: Schluckimpfungstermin des Gesundheitsamts, Frau und Mann zeigen Klappkarte "Impf-Nachweis" vor, die sie per Nachnahme erhalten haben; Schwester und Ärztin haben solche Karte noch nie gesehen; offizieller Impfausweis kostenlos; Frau und Mann haben für amtlich aussehenden Umschlag "Wichtiges Dokument! IMPF-NACHWEIS" 5,60 DM Nachnahme bezahlt; Umschläge und Karten entstehen zu tausenden in kleiner Druckerei; werden wahllos an Adressen aus Telefonbuch versandt; kaum jemand verweigert Annahme. Junger Mann in Berlin mit anderer Variante des Nachnahmeschwindels: Verschickt Kartons mit alten Büchern und Heften an Lehrer und Studienräte; Aufschrift: "Zeitschriften/Bücher. Nachnahme: 42 DM"; Mann baut darauf, dass vormittags, wenn Post kommt, nur die Ehefrauen zuhause sind und die Pakete annehmen; Paketschalterbeamter kann über Scherz des Mannes nicht lachen; Polizei wartet auf ihn schon mit Durchsuchungsbeschluss; finden viele versandfertige Kartons und abgeranzte Bücher, haben aber keine juristische Handhabe, da niemand zur Annahme der Nachnahmepakete verpflichtet; Bücher sind laut Mann außerdem Sammlerstücke. Während Durchsuchung klingelt Lieferant und bringt 5.000 neue Kartons. Junger Mann verspricht Polizisten aber, keine Bücher mehr per Nachnahme zu verschicken. Hält sich auch daran und verschickt jetzt an Menschen, bei denen er Interesse voraussetzen kann, "Kunst".
  • Zitate: "Wir haben hier einen Durchsuchungsbefehl." - "Na, ihr durchsucht ja Jott weeß wo. Warum nicht auch bei mir? Na, kommse ma mit!"
  • Bewertung: ***
  • Besonderheiten: Im Anschluss an den Filmfall öffnet Ede im Studio ein solches Kunst-Nachnahmepaket. Inhalt: Neben viel Holzwolle zwei DIN A4-Blätter mit Kinderzeichnungen. Ede trocken: "Auch hier hat es die Staatsanwaltschaft schwer, exakt nachzuweisen, dass diese Kunstwerke keine 42 DM wert sind."

Experiment: Bankbetrug (reloaded)

  • Details: Lockvogel im Anzug in großer Bank-Schalterhalle; Aktendeckel mit Aufschrift "Revision" in der Hand; fängt mehrere Bankkundinnen und -kunden ab; hätten angeblich ungültige Banknoten-Serie erhalten, die eigezogen werden müsse; lässt sich jeweils Sparbuch und Geld aushändigen, angeblich um es umtauschen zu gehen; verschwindet jeweils mit der Beute über Treppe in den 1. Stock.
  • Bewertung: **
  • Bemerkungen: Wiederauflage der Masche, vor der Ede bereits in der zweiten Vorsicht-Falle-Sendung vor neun Jahren gewarnt hatte. Der Trick war laut Ede zwischenzeitlich fast komplett in der Versenkung verschwunden, da zu bekannt, erlebe aber in letzter Zeit wieder eine Renaissance.


Vorherige Sendung: VF 037 (Sendung vom 02.12.1972)

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