Die nächste Ausstrahlung von Aktenzeichen XY erfolgt am 11. Dezember 2019 im ZDF! Unbedingt einschalten!

VF 017 (Sendung vom 05.03.1968)

Aus Aktenzeichen XY ... ungelöst - Wiki
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Einleitung

Warnung vor Urlaubsnepp durch falsche Beamte

  • Details: Eingangs kurze Studio-Info über Trick, mit dem im Sommer 1967 deutsche Urlauber in Südländern hereingelegt wurden: Betrüger nutzen Hilfsbereitschaft von Landsleuten sowie Vertrauen in Amtspersonen aus. Geben sich als deutsche Beamte u.a. von Polizei, Zoll aus, die etwas Geld für Autoreparatur brauchen. Versprechen, Betrag umgehend ggf. telegrafisch zurückzuzahlen, verschwinden aber nach Empfang des Geldes spurlos.
  • Zitate: Ede: "Geschickt weisen sie dann oft auf einen verbeulten Kotflügel hin und erwecken damit bei ihren Landsleuten zielsicher das Mitgefühl".
  • Bewertung: **

Filmfälle

Teure Werbegeschenke

  • Details: Anna Kruse wohnt in süddeutscher Eisenbahnersiedlung, ist an der Reihe, Kaffeekränzchen mit Freundinnen auszurichten, bereitet dafür selbstgebackene Leckereien vor. Als erster Kuchen im Ofen ist, klingelt Herr Zachert von Kaffeefirma, der unverbindliche Kostprobe neuer Sorte anbietet. Vertreter baut gleich auf Küchentisch Kaffeemaschine auf, kocht zwei Tassen. Frau Kruse schmeckt's gut, dann das Angebot: Sie soll Kaffeemaschine als Werbegeschenk bekommen, wenn sie für 28 Monate je ein Pfund Kaffee abonniert. Pfund mit 9,60 DM ziemlich teuer, soll aber besondere Qualität sein, im normalen Handel nicht erhältlich. Vertreter verspricht, dass Kaffee bei Freundinnen einschlagen wird, darf angeblich außerdem pro Ort nur wenige Maschinen verschenken. Gute Gelegenheit reizt Frau Kruse, die sowieso mehr als ein Pfund Kaffee pro Monat verbraucht. Doch sie stutzt bei Preisangabe 219 DM auf Bestellschein. Laut Herrn Zachert ist dies Preis für Kaffee, obwohl ganz andere Summe als 28 x 9,60 DM. Frau Kruse rechnet nicht genauer nach, unterschreibt Bestellung. Bald wird Kaffeemaschine geliefert, sie ist begeistert. Dann kommt aber Postsendung mit Pfund Kaffee und unerwartet hohem Nachnahmebetrag, da auch Rate und Anzahlung für Maschine enthalten. Frau Kruse glaubt an Irrtum, fragt jüngere Nachbarin um Rat. Die erkennt mittels Bestellformular, dass Maschine und Kaffee separat zu bezahlen sind. Frau Kruse muss einsehen, dass sie von seriös wirkendem Vertreter angelogen wurde, dies aber nicht beweisen kann.
  • Darsteller: Anne-Mary Braun als Frau Kruse, Edgar Maschmann als Herr Zachert, Felicitas Ferber als Nachbarin, Norbert Skalden als Postbote
  • Zitate:
  • Besonderheiten: KR Brahmow von Hamburger Betrugsinspektion kennt bundesweit agierende Tätergruppe genau, will Beweis des Betruges erbringen. Verrät Masche der Bande, wonach Vertreter sich beleidigt geben, wenn die v.a. weiblichen Opfer in letzter Sekunde noch vom Kauf abzuspringen drohen. Bittet darum, bei Abschluss solcher Verträge oder Besuch derartiger Vertreter Polizei zu informieren. Ede klarstellend: "Das ist natürlich keine Aufforderung, sämtliche Vertreter anzuzeigen".
    Junge Nachbarin genauso verwirrend wie Vertreter: Laut ihr wäre Kaffeemaschine für 219 DM in 28 gleichen Monatsraten zu 9 DM zu bezahlen.
  • Bewertung: **

Charmanter Betrug auf dem Wohnungsmarkt

  • Details: Junge Dame Frau Bergstett besichtigt bei Besitzer Herrn Bauer möblierte 1-Zimmer-Mietwohnung in München. Stellt sich vor als Studentin und Tochter eines Fabrikanten, macht soliden Eindruck. Wohnung sagt ihr zu, sie übergibt eine Monatsmiete in bar, kündigt Umzug in kommenden Tagen an. Lässt dann aber Inserat in Zeitung setzen über kurzfristigen Verkauf von 1-Zimmer-Eigentumswohnung wegen Auswanderung. Viele Interessenten, die alle von ihr zur Besichtigung eingeladen werden. Termine werden so gelegt, dass Hausbesitzer nichts mitbekommt. Sie gehe mit Verlobtem nach Amerika, wo dieser gute Anstellung bei der Raumfahrt bekommen habe. Wohnung soll 38.000 DM kosten, mit sofortiger Anzahlung von mindestens 5.000 DM. Dank selbstsicherem Auftreten und Charme von Frau Bergstett sind innerhalb einer Woche sieben Bewerber bereit, Anzahlung per Scheck zu leisten. Niemand schöpft Verdacht. Schecks werden von ihr sofort eingelöst. Anschließend informiert sie Hauswirt, dass sie verreisen müsse, hinterlässt Wohnungsschlüssel in Briefkasten, fährt davon und verschwindet.
  • Darsteller: Doris Gallart als Frau Bergstett, Walter Stickan als Herr Bauer, Günter Fieber als Wohnungskäufer
  • Zitate: Off-Ede: "36 Quadratmeter mit Küche, Bad und Südbalkon für 320 Mark, das ist ein Angebot, bei dem man in München nicht lange zögern darf".
  • Besonderheiten: Ede weist darauf hin, dass Filmfall nur eine von unzähligen Betrugsmaschen auf Wohnungsmarkt ist. Zeigt Vertragsformulare und Geschäftsbedingungen einer Maklerfirma und appelliert, immer alle Klauseln genau durchzulesen. Tipp: Wenn Gegenseite eine Formulierung als unbedeutend/unzutreffend darstellt, auf Durchstreichung dieser Formulierung bestehen.
    Frau Bergstetts Postfach füllt sich durch Kameratrick im Zeitraffer
  • Bewertung: **

Schwindel mit Auslandsimmobilien

  • Details: Prof. Theodor Hansen, Althistoriker aus Hamburg, begeht im engsten Familien- und Freundeskreis 55. Geburtstag. Lädt nach dem Essen Freund Herbert zu Geburtstags-Zigarre ins Nebenzimmer. Beide machen sich Gedanken um Möglichkeiten, Einkünfte langfristig zu sichern, auch über Ruhestandseintritt hinaus. Herbert empfiehlt Grundstücke in Brasilien als großartige Geldanlage mit Wertzuwachs und Kaffeeerträgen, Vertriebsfirma kümmert sich um alles. Herbert kennt zwar selbst genauen Ort nicht, hat sich aber schon entschieden einzusteigen und überlässt Professor Werbeprospekt. Der interessiert sich nun auch für Kaffeeplantagen und trifft Senor Pinto von Grundstücksfirma am Flughafen. Vertreter hat deutsche Mutter und in München studiert, für Professor bereits Parzelle mit 5.000 Bäumen nahe Petraos reserviert. Wenn Bäume nach einigen Jahren Kaffee tragen, kämen ohne großen Aufwand 20.000 DM jährlich rein. Petraos sei aufstrebende Industriestadt mit guter Infrastruktur zum Transport des Kaffees. Mit Fülle von Karten, Tabellen, Bescheinigungen überzeugt er Professor von guter Gewinnmöglichkeit. Auf letzte Rückfrage, warum Firma ertragreiches Land überhaupt verkauft, kontert Senor Pinto mit Kapitalbedarf für weitere Erschließungen. Nach Willen der Regierung solle Land nicht an Großgrundbesitzer, sondern an viele kleine Eigentümer gehen. Nur wenige Parzellen für deutsche Käufer verfügbar, für 60.000 DM pro Plantage. Professor will Geld unbedingt aufbringen, notfalls Haus beleihen. Er unterschreibt, leistet schon mal Anzahlung von 2.000 DM. Dann Auflösung aus Off und Studio: Interpol hat festgestellt, dass verkaufte Parzellen ohne jede Verkehrsanbindung mitten im Urwald liegen. Petraos besteht nur aus wenigen Strohhütten.
  • Darsteller: Herbert A.E. Boehme als Professor Hansen, Kurt Klopsch als Herbert, Rolf Mamero als Senor Pinto
  • Zitate: Herbert: "Da bin ich einer großartigen Sache auf der Spur... [spuckt Zigarrenrest auf den Boden]... Grundstücke in Brasilien". Studio-Ede: "Nun gehört ein Wochenendhaus am Mittelmeer oder ein Alterssitz in Florida vielleicht tatsächlich zu den Attributen der modernen Zeit, in der die Entfernungen immer weiter zusammenschmelzen".
  • Besonderheiten: Ede erläutert, dass in vergleichbarer Weise wertlose Grundstücke in allen Erdteilen angeboten werden, oftmals mit Bezug zu Altersversorgung. Dazu kommt Unkenntnis über ausländische (Steuer-)Gesetze, über Möglichkeit der Steuerpfändung von Grundstücken.
    RKR Heinz-Günther Zimmermann vom BKA warnt vor Angeboten unter Zeitdruck mit enormen Gewinnversprechungen: Vor Vertragsschluss sollten Auskünfte aus betreffendem Land eingeholt, amtliche Dokumente eingesehen werden. Vertragstext genau durchlesen und Inhalte möglichst überprüfen.
  • Bewertung: ***

Experiment: Kontrolleur mit falscher Dienstmütze

  • Details: Ede gibt sich als Mitarbeiter der Elektrizitätswerke aus, will in Wohnhaus Elektrozähler und Sicherungen kontrollieren. Prüfung "kommt nicht auf Rechnung", Kontrollgebühr von 2,80 DM muss daher vor Ort bei Bewohnern erhoben werden. Einzig mitgeführte Legitimation ist aufgesetzte Dienstmütze, niemand erkundigt sich nach Ausweis. Alle Bewohner in sieben Wohnungen zahlen, legen meist großen Wert auf nutzlose Quittung. Erstes Opfer hat zwar Zweifel, will aber kleinen Angestellten der Elektrizitätswerke nicht in Schwierigkeiten bringen.
  • Zitate: Studio-Ede: "Es geht bei diesem Trick immer nur um kleine Beträge. Aber die falschen Kontrolleure bringen es damit auf beachtliche Tageseinnahmen, und ich könnte mir denken, dass man auch mit 2 Mark 80 Besseres anzufangen weiß, als sie einem Betrüger in die Hand zu drücken".
  • Besonderheiten: Ede teils unkonzentriert, vergisst Quittung, verliert Bleistift, hat Skrupel, Gebührenforderung vorzubringen. Es war auch sein letztes Experiment.
  • Bewertung: **

Bemerkungen

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