XY-Spezial 2: Wo ist mein Kind? vom 02.11.2011

Inhaltsverzeichnis

Filmfälle

Vermisst: Tanja M.

Inhalt

  • Dienststelle: Kripo Wuppertal
  • Kommissar im Studio: Alexander Kresta
  • Tag des Verschwindens: 21. Oktober 1998, gegen 08:30 Uhr
  • Details: 15-jährige Tanja M. seit 1998 vermisst; einziges Kind von Elisabeth und Wolfgang M.; wächst wohlbehütet in einem Reihenhaus in einer beschaulichen Wuppertaler Wohngegend auf; 10. Klasse des Carl-Duisberg-Gymnasiums; auffallend hübscher Teenager; besucht regelmäßig die Tanzschule; Traum: Tänzerin in einem Musical; hat seit einigen Wochen einen festen Freund; häufiger kleinere Streitereien mit den Eltern; meist löst sich der Konflikt wieder in Luft auf; Tanja wollte mehr Freiheiten haben; ältere Freunde; 21. Oktober 1998, gegen 08:30 Uhr: ruft von zu Hause aus ihre Mutter an; hat erst um 10:00 Uhr Schule; versichert sich, dass ihre Mutter sie später von der Schule abholt; Mutter wartet gegen 13:15 Uhr vergeblich vor der Schule; vermutet, dass Tanja doch an einem Streitschlichter-Programm teilnimmt; um 17:00 Uhr ruft eine Freundin an; Tanja war nicht in der Schule; Vermisstenanzeige; Polizei vermutet anfangs kein Verbrechen; am 23. Oktober erhalten die besorgten Eltern einen Brief von Tanja; kein Absender; sollen sich keine Sorgen machen; kündigt ihre Rückkehr in "2-3 Wochen" an; am 27. Oktober: weiterer Brief; kündigt ihre Rückkehr nun schon "am nächsten Wochenende" an; doch Tanja erscheint nicht; ungewöhnlicher Schreibstil; vermutlich gezwungen worden; Tanjas DNA auf der hinteren Klebelasche; hat außer ihrer Schultasche nichts von Zuhause mitgenommen; nach vier Wochen: Ausdehnung auf den Kölner Raum; mehrere Zeugen wollen Tanja im Rotlicht-Milieu gesehen haben; mehr als 360 Hinweise ergebnislos überprüft; bis heute großes Rätsel;
  • Zitate: "Das war das letzte Gespräch. Da deutete nichts auf die Katastrophe hin, die sich an dem Tag noch ergeben sollte."
  • Besonderheiten: Mutter von Tanja anwesend
  • Belohnung: keine Angaben
  • Bewertung: **
  • Status: ungeklärt

Nachspiel

Auch nach mehr als 20 Jahren konnte der Verbleib von Tanja M. nicht geklärt werden. Die 15-Jährige, die ihr Elternhaus am 21. Oktober 1998 morgens in Richtung Schule verlassen hat, gilt seitdem als spurlos verschwunden. Trotz der intensiven und jahrzehntelangen Ermittlungen ist die Kripo Wuppertal auch nach mehr als 20 Jahren nicht erkennbar in ihren Erkenntnissen vorangekommen. In all den Jahren bzw. Jahrzehnten der Ermittlungen tauchte weder ein Lebenszeichen von Tanja noch eine Spur oder ein Kleidungsstück von der 15-Jährigen wieder auf. Nie hat es einen Tatverdächtigen oder eine heiße Spur zu Tanja gegeben, die Ermittlungen gestalteten sich von Anfang an als enorm schwierig. Es gab keinen Tatort, keine Leiche, keine Zeugen sowie daraus resultierend keine Ermittlungsansätze.

Das Schicksal der 15-Jährigen aus Wuppertal-Oberbarmen wurde vielfach medial aufbereitet: Nach dem spurlosen Verschwinden Tanjas folgten intensive Öffentlichkeitsfahndungen, Beiträge in Fahndungssendungen wie "Aktenzeichen XY" und ausgiebige Dokumentationen. Von Anfang an erhielt der Fall eine breite mediale Aufmerksamkeit. Doch trotz dieser offensiven Fahndung nach Zeugen und/oder möglichen Mitwissern traten die Ermittler und allen voran Kriminalkommissar Alexander Kresta stets auf der Stelle.

Auch als die Ermittlungen nach vier Wochen aufgrund von Zeugenaussagen auf den Kölner Raum und vor allem auf das Rotlichtmilieu ausgedehnt werden, ließ sich keine Spur zu Tanja finden. Etliche Hinweisgeber geben an, Tanja gleichzeitig an den unterschiedlichsten Stellen in Deutschland gesichtet zu haben. Unter anderem befand sich auch ein Hinweis darauf, dass sich in einem silbergrauen PKW mit Kölner Kennzeichen ein Mädchen befunden haben soll, welches Tanja ähnlich gesehen haben soll. Trotz der Unglaubwürdigkeit vieler Hinweise überprüfte die Kripo Wuppertal jeden einzelnen der mehr als 360 Hinweise akribisch und gewissenhaft - ohne dabei jedoch auch nur die geringste Spur zu Tanja aufnehmen zu können. Darüber hinaus ließ die Kripo auch die letzten Aufnahmen von Tanja digital altern, um die Fotos an die Realität anzupassen und so etwaige Hinweise aus der Bevölkerung generieren zu können. Doch auch dies blieb erfolglos.

Die Mutter von Tanja, Elisabeth M., seit 2001 geschiedene Elisabeth K., berichtet, dass es seit Anbeginn der Pubertät Tanjas oftmals zu Streitereien im Elternhaus gekommen ist und das Verhältnis zwischen den Eltern und Tanja zusehends schwieriger und angespannter wurde. Tanja habe sich stets mehr Freiheiten gewünscht, um so mit ihrem älteren Freundeskreis mithalten zu können. Ihre Eltern hielten die von Tanja geforderten Freiheiten aber für nicht altersgemäß. Auch am Abend vor dem spurlosen Verschwinden der 15-Jährigen ist es erneut zu einem Streit mit ihren Eltern gekommen, woraufhin Tanja Hilfe bei "Pro Familia", einem deutschlandweiten Verbund von Beratungsstellen bezüglich Familienplanung, gesucht hat. Die Beratungsstelle bei "Pro Familia" sah die Angelegenheit jedoch außerhalb ihrer Kompetenzen und vermittelte Tanja an das Jugendamt weiter. Tanja rief anschließend mehrfach die Fax-Nummer des Jugendamtes an, ohne jedoch jemanden zu erreichen. Die Kripo konnte ermitteln, dass Tanja einen gewissen Druck verspürt hatte, aus ihrem Elternhaus rauszukommen und zog auch Wohngruppen und somit den Auszug aus dem Elternhaus in Betracht. Jedoch soll die Diskussion nach den Angaben der Mutter am nächsten Tag keine Rolle mehr gespielt haben. Tanja soll sich an dem Morgen ihres spurlosen Verschwindens in keiner Weise auffällig oder anders verhalten haben.

Für die Kripo ist es bis heute schwer zu verifizieren, ob Tanja am Morgen des 21. Oktober 1998 aus freien Stücken von zu Hause ausgerissen ist oder ob sie Opfer einer Entführung bzw. eines Kapitalverbrechens wurde. Dank aufwendiger linguistischer Gutachten konnte sichergestellt werden, dass die beiden von Tanja verschickten Briefe höchstwahrscheinlich auch von Tanja selbst verfasst worden sind. Darüber hinaus konnte durch eine kriminaltechnische Untersuchung der Briefe festgestellt werden, dass die hintere Klebelasche der beiden Briefe mit Speichel von Tanja verklebt worden ist. Dennoch besteht weiterhin die Möglichkeit, dass Tanja gezwungen wurde, die Briefe zu verfassen bzw. dass der Inhalt der Briefe und somit der Verweis auf ihre schnelle Rückkehr diktiert worden sind. Der Schreibstil deckt sich nicht mit Tanjas gewohnter Artikulation, die Sätze wirken kurz und knapp statt lang und verschachtelt.

Des Weiteren spricht der Umstand, dass Tanja von ihrem Zuhause nichts außer ihrer Schultasche mitgenommen hat, gegen ein freiwilliges Verschwinden. Auch sonst spricht vieles dagegen, dass sie freiwillig von ihrem Zuhause weggelaufen ist. Die 15-Jährige befand sich seit kurzer Zeit in einer festen Beziehung mit einem Schulkameraden, welcher auch keinerlei Hinweise oder Andeutungen auf ein bevorstehendes freiwilliges Verschwinden vernommen hatte.

Der WDR widmete der Suche nach Tanja und dem daraus resultierenden Leid der Angehörigen, insbesondere der Mutter Elisabeth K., im November 2017 eine eigenständig produzierte 43-minütige Doku unter dem Titel "Verschwunden: Eltern suchen ihre Kinder". Die Doku thematisiert unter anderem am Beispiel des Vermisstenfalles der 15-Jährigen wie Außenstehende versuchen, den Angehörigen durch vermeintliches Insider-Wissen um den Aufenthalt ihrer vermissten Verwandten oder Freunde Hoffnung zu machen und diese Hoffnung aus Geltungsdrang oder Boshaftigkeit dann schamlos auszunutzen. Kurz nach der Ausstrahlung des Falles bei XY im Jahre 2011 meldete sich Patrick O., der angab, Tanja etwa 1999 in einer Drückerkolonne kennengelernt zu haben. In einer 74-seitigen Aussage beschreibt Patrick O. sein Leben in der Frankfurter Drückerkolonne und sein Zusammentreffen mit Tanja. Dabei wies sein 74-seitiges Schreiben teilweise Insider-Wissen auf, welches zuvor nicht medial aufbereitet worden war. Auf den letzten Seiten schildert Patrick O., wie er gefesselt hätte mit ansehen müssen, wie der Chef der Drückerkolonne auf Tanja schoss. Dennoch habe er Tanja nicht explizit tot auf dem Boden liegen sehen.

Patrick O. führte die Wuppertaler Kriminalpolizei zum angeblichen Tatort - einem Waldstück bei Königswinter. Doch Spürhunde schlugen nicht an und auch sonst gibt es keinerlei Beweise, dass Tanja ermordet worden sein könnte. Die Spur wurde schließlich nicht weiterverfolgt. Patrick O. tauchte ab. Vier Jahre später, im Jahr 2015, meldete sich Patrick O. wieder bei Elisabeth K. und gab an, dass Tanja die Schüsse damals überlebt und Kontakt zu ihm aufgenommen hätte. Mittlerweile hätten sie auch eine gemeinsame Tochter. Patrick O. verbüßte derweil eine Haftstrafe in der JVA Wolfenbüttel wegen Betrugs und schwerer Körperverletzung und gab bei einem Besuch der Angehörigen an, dass Tanja mittlerweile unter dem Namen "Melanie" mit ihrer gemeinsamen Tochter in Frankfurt am Main leben würde.

Die Angehörigen zeigten sich nach dem Gespräch aufgrund der detaillierten Beschreibungen von Patrick O. zunächst optimistisch, dennoch blieben geforderte Beweise für die Identität Tanjas nach Patricks Haftentlassung aus. Patrick O. kündigte zwar an, dass er mit Tanja Elisabeth K. in Wuppertal besuchen würde, sagte den Besuch jedoch kurzfristig wieder ab und brach anschließend auch den Kontakt zu Elisabeth K. erneut ab. Es ist mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass jegliche Informationen rund um Tanja gelogen waren und sich der strafrechtlich verurteile Betrüger Patrick O. intensiv darauf vorbereitet hatte, Elisabeth K. monatelang reinzulegen.

Bis heute stellt das Verschwinden von Tanja ein großes Rätsel dar. Elisabeth K. glaubt nicht mehr daran, dass die Kripo ihre Tochter noch findet. Über die Jahre ist die Hoffnung, Tanja wiederzusehen, zwar immer kleiner geworden, dennoch hofft Tanjas Mutter noch immer, dass ihre Ungewissheit eines Tages ein Ende findet.

Vermisst: Max W.

Inhalt

  • Dienststelle: Kripo Gera
  • Kommissar im Studio: Hardy Bedarf
  • Tag des Verschwindens: Nacht vom 02. zum 03. März 2011
  • Details: 22-Jähriger Student Max W. seit Anfang März 2011 spurlos verschwunden; Kapitalverbrechen oder freiwilliges Verschwinden möglich; Max hat langes schwarz gefärbtes Haar; dunkel gekleidet; "Heavy Metal"-Musik; freundlicher, zuverlässiger, junger Mann; Abitur 2008; liest viel und beschäftigt sich mit klassischer Literatur, insbesondere mit Goethe; studiert seit 2010 Elektrotechnik in Gera; ist für sein Studium 2010 von Frankfurt nach Gera gezogen; duales Studium: Praktik in Hamburg, Theorie in Gera; sehr stressig; hat sich in Gera gut eingelebt; gehört zu den Besten in seinem Fach; absolviert am 01. März noch eine Prüfung; Kommilitone fährt ihn gegen 16:00 Uhr zur Straßenbahnhaltestelle "Lusan/Zeulsdorf" in Gera; letzte gesicherte Sichtung; steigt in die Straßenbahn; unklar, was dann geschieht; Eltern suchen nach tagelanger Funkstille die Wohnung von Max in Gera auf; Geldbeutel/Schlüsselbund liegen auf dem Schreibtisch; Vermisstenanzeige; anhand der Auswertung der Laptop-Daten lässt sich sagen, dass Max sich in der Nacht vom 02. auf den 03. März 2011 noch in der Wohnung aufgehalten hat; danach spurlos verschwunden; Wohnung verschlossen, obwohl beide Original-Schlüssel in der Wohnung liegen; alle Fenster verschlossen; Suchaktionen mittels Spürhunden; Plakataktionen; Aufrufe im Internet; viele Hinweise; acht Wochen später: Sichtung einer Rentnerin aus Rüsselsheim; Gespräch: junger Mann gibt an, sein Studium geschmissen zu haben; Suche nach dem Sinn des Lebens; vermeintliche Sichtung an völlig verschiedenen Orten; evtl. psychische Störung oder "Burn-Out";
  • Zitate: "Das Verschwinden von Max bedeutet für uns in einer Katastrophe zu leben. Es ist ein Albtraum."
  • Besonderheiten: Eltern von Max anwesend
  • Belohnung: keine Angaben
  • Bewertung: **
  • Status: geklärt

Nachspiel

Nach dem spurlosen Verschwinden des 22-jährigen Studenten standen von Anfang an zwei mögliche Szenarien im Raum: ein Kapitalverbrechen oder ein freiwilliges Verschwinden des Geraer Studenten.

Von Anfang an sprachen deutlich mehr Indizien für einen freiwilligen "Ausstieg" des Elektronikstudenten. Max W. befand sich mitten im Prüfungsstress, legte kurz vor seinem Verschwinden eine von drei wichtigen Prüfungen ab und absolvierte ein duales Studium. An dem besagten Wochenende wenige Tage nach seinem Verschwinden hätte er erneut nach Hamburg pendeln müssen, um dort den praktischen Teil seines dualen Studiums weiter verfolgen zu können. Dies alles gestaltete sich als sehr stressig. Darüber hinaus sprach auch die Art und Weise, wie der 22-Jährige seine Wohnung in Gera hinterlassen hat, für ein freiwilliges Verschwinden. Checkkarte, Bahncard, beide Wohnungsschlüssel, Studentenausweis und Krankenkassenkarte lagen wie drapiert auf dem Küchentisch der sehr aufgeräumt wirkenden Wohnung. Insbesondere bei Menschen, welche sich entschließen aus dem Leben zu scheiden, findet man oftmals eine aufgeräumte Wohnung vor, da dies ein tiefenpsychologisches Zeichen eines "Abschlusses" darstellt. Des Weiteren ließen sich keinerlei Spuren eines Kampfes finden. Auch Wertgegenstände blieben unberührt.

Für das Szenario des Kapitalverbrechens sprach die Tatsache, dass die Eltern von Max angaben, dass die Wohnungstür von Max Wohnung abgeschlossen gewesen sein soll. Dabei lagen seine beiden Wohnungsschlüssel auf dem Küchentisch. Alle Fenster waren verschlossen. Bei dem Einzug in die Wohnung übergab die Hausverwaltung drei Wohnungsschlüssel - zwei an Max und einen an seine Eltern. Die Tür hätte Max beim Verlassen seiner Wohnung also nicht abschließen können, wenn seine beiden Schlüssel auf dem Küchentisch lagen. Die Wohnanlage ist außerdem mit Sicherheitsschlössern ausgestattet, d. h. dass ein Anfertigen von Schlüsseln nur durch die Hausverwaltung möglich ist.

Abgesehen von der Ungereimtheit mit der abgeschlossenen Wohnungstür des 22-jährigen Studenten fanden sich im Laufe der Suche weitere Indizien, die für ein freiwilliges Verschwinden und einen "Ausstieg" aus dem Alltag sprachen. So wollen zahlreiche Zeugen Max W. in Wäldern gesehen haben. Dabei sei ein junger Erwachsener mit einem Fahrrad samt Anhänger unterwegs gewesen und habe angegeben, dass er ein 22-jähriger Student sei und sein Studium geschmissen habe, um nach dem Sinn des Lebens zu suchen. Die Sichtungen konzentrierten sich vorwiegend auf Schlangenbad (Hessen), Rüsselsheim (Hessen) und Weiden in der Oberpfalz (Bayern) nahe der tschechischen Grenze. Darüber hinaus ergab sich insbesondere an der Staatsgrenze zu Tschechien eine weitere vielversprechende Spur: In Neustadt am Kulm (Bayern) will ein Zeuge Max W. Mitte 2011 in einer Gastwirtschaft gesehen haben. Der Unbekannte gab an, seit März unterwegs zu sein und kein Interesse daran zu haben, wieder heimzukehren.

Am 23. Mai 2014 wurde schließlich eine skelettierte Leiche nahe der Staatsgrenze in der Region Děčín-Maxičky in Tschechien, etwa 15 Kilometer südlich von Bad Schandau, aufgefunden. Die rechtsmedizinischen Gutachten ergaben dabei zunächst, dass es sich um den skelettierten Leichnam eines jungen Erwachsenen handelt. Die Liegezeit des Leichnams konnte auf mindestens eins bis maximal fünf Jahre eingegrenzt werden. Mitte September 2014 konnte durch molekulargenetische Vergleichsuntersuchungen ermittelt werden, dass es sich bei dem skelettierten Leichnam um den zu diesem Zeitpunkt seit 3,5 Jahren vermissten Studenten Max W. handelt.

Laut den tschechischen Behörden gibt es keinerlei Hinweise oder Anhaltspunkte, welche auf ein Verbrechen schließen lassen würden und auch die Ergebnisse der Spurensicherung am Fundort des Leichnams weisen auf einen Suizid hin. Auch wenn sich der genaue Todeszeitpunkt nicht engmaschiger eingrenzen ließ, muss davon ausgegangen werden, dass Max W. schon wenige Monate nach seinem Verschwinden in der Grenzregion den Freitod wählte. Die damalige Vermutung von Freunden und der Familie von Max W., die eine persönliche Krise oder ein "Burn-Out" hinter dem urplötzlichen Verschwinden des Studenten vermuteten, hat sich so bewahrheitet. Die Ungereimtheit mit der abgeschlossenen Wohnungstür lässt sich insofern erklären, als dass davon auszugehen ist, dass sich die Eltern vermutlich geirrt haben und Max Wohnungstür nicht abgeschlossen war, als sie voller Sorgen seine Wohnung aufgesucht hatten.

Aus Sicht der Kriminalpolizei ist davon auszugehen, dass der damals 22-Jährige mit dem Prüfungsstress nicht klargekommen ist und schließlich aufgrund des damit verbundenen Drucks und seiner Versagensängste aus seinem Alltag "ausgestiegen" ist. Max W. muss sich in einer tiefen Depression befunden haben, weswegen er keine rationalen Entscheidungen mehr treffen konnte und daher auch jegliche Kontaktaufnahme zu seinen Freunden oder seiner Familie unterlassen hat. Auch die Sichtungen des 22-Jährigen in Weiden nahe der tschechischen Grenze lassen sich somit mit sehr großer Wahrscheinlichkeit als wahrheitsgetreu verifizieren. Der 22-Jährige dürfte sich noch einige Wochen in den Wäldern nahe der Staatsgrenze aufgehalten haben, ehe er seinem Leben in der Region Děčín-Maxičky in Tschechien ein Ende gesetzt hat.

Vermisst: Hilal E.

Inhalt

  • Dienststelle: LKA Hamburg
  • Kommissar im Studio: Karl-Wilhelm Schlobohm
  • Tag des Verschwindens: 27. Januar 1999, gegen 13:20 Uhr
  • Details: 10-Jährige wollte Süßigkeiten kaufen; 1 Mark; Briefkasten; Vermisste wurde vermutlich in ein Auto gezerrt; Zeuge will sich mit Familie treffen aber kommt nicht; Täter gesteht 2 Mal - Kripo findet aber keine Beweise
  • Zitate:
  • Besonderheiten: Studiofall der Sendung vom 26.03.1999; Mutter, Schwester und Bruder von Hilal sowie Polizeipsychologin Claudia Brockmann anwesend
  • Belohnung: 5.000€
  • Bewertung: *
  • Status: ungeklärt

Nachspiel

Vermisst: Daniel E.

Inhalt

  • Dienststelle: Kripo Ulm
  • Kommissar im Studio: Herbert Kling
  • Tag des Verschwindens: 25. Oktober 2004
  • Details: 15-Jähriger hat berufliche Probleme und Konflikte; Sohn distanziert sich von Eltern; sehr allein; Zeuge sieht Vermissten am Bahnhof; Hausmeister zeigt Spind; Zeitungsdrücker in Frankfurt; französische Fremdenlegion
  • Zitate:
  • Besonderheiten: Studiofall der Sendung vom 25.11.2004; Mutter sowie ehemaliger Klassenlehrer von Daniel anwesend
  • Belohnung:
  • Bewertung: ***
  • Status: ungeklärt

Nachspiel

Auch von Daniel fehlt bis heute immer noch jede Spur. Dazu ein Artikel aus der Augsburger Allgemeine vom 23.08.2017

Die Studiofälle der Sendung

  • SF 1: Polizei Auerbach - Vermisst: Hans-Georg O.: 6-jähriger Hans-Georg O. seit dem 01. August 2011 vermisst; Eltern seit 2008 getrennt; Elternvereinbarung; mit jedem Elternteil drei Wochen Urlaub; zunächst drei Wochen im Juli bei seiner Mutter; 35-jährige Juliane R. telefonisch nicht erreichbar; Kind-Übergabe am 01. August scheitert; Wohnung bereits aufgegeben; Verschwinden geplant; Vermisstenanzeige; Öffentlichkeitsfahndung ergebnislos; europäischer Haftbefehl; 14-jähriger Sohn von Juliane R. und Halbbruder von Hans-Georg wohl Begleiter; schwarzer Fiat Panda; "V JR 188"; Verbindungen nach Frankreich, die Niederlande und England;

Geklärt: In der Sendung vom 28.11.2012 wird berichtet, dass die Mutter sowie der Sohn in Paris aufgefunden wurden.


  • SF 2: Vermisst: Ylenia C.: Tochter von Romina Power und Albano Carrisi; verschwindet 1994 während US-Tournee; Drogen- und Suizidgerüchte; Ehe der Eltern geht nach 30 Jahren zu Bruch; Spur von Ylenia verliert sich in New Orleans;

Erste Ergebnisse

Glühende Drähte im XY-Studio

Große Resonanz auf Spezialsendung mit Vermisstenfällen


Sechs vermisste Kinder und junge Menschen waren diesmal Thema der Spezialsendung. Ihre Eltern hatten sich verzweifelt an die XY-Redaktion gewandt in der Hoffnung, endlich Nachricht von ihren Kinder zu bekommen. Darunter auch ein prominenter Gast: Schauspielerin und Sängerin Romina P. - extra aus Los Angeles angereist.

Sie vermisst seit 1994 ihre damals 23-jährige Tochter Ylenia. Die Anteilnahme der XY-Zuschauer war groß. Viele wollten helfen und manche konnten sogar Hinweise zu Ylenia geben. Das Bundeskriminalamt wird diesen Spuren nachgehen.


Ganz konkret war ein Hinweis zum vermissten sechsjährigen Hans-Georg O. Das Kind ist mit seiner Mutter unterwegs - zumindest zeitweise wohl mit einem schwarzen Fiat Panda. Ein Zuschauer erkannte prompt den gesuchten Wagen und meldete sich noch während der Sendung im Studio. Und tatsächlich: Mit großer Wahrscheinlichkeit handelt es sich um das Auto der gesuchten Juliane R. Jetzt hat die Polizei endlich einen konkreten Anhaltspunkt, an dem sie ansetzen kann.


Auch in einem weiteren aktuellen Fall meldeten sich viele Zuschauer. Gesucht wurde der heute 23-jährige Max W. aus Gera, der seit Anfang März vermisst wird. Bisherige Ermittlungen der Polizei legen nahe, dass der Student ausgestiegen ist und eventuell im Wald lebt. Diese Vermutung bestätigten jetzt auch XY-Zuschauer, die Max W. ebenfalls in oder an Waldgebieten gesehen haben wollen. Die Polizei Gera wird Einiges zu tun haben in nächster Zeit.


Was die Hinweise und Reaktionen der Zuschauer betrifft, war auch die zweite Ausgabe von XY-Spezial ein voller Erfolg. Bleibt zu hoffen, dass wenigstens eines der gesuchten Kinder bald wieder nach Hause zurückkehrt.

(Quelle: ZDF)

Bemerkungen

  • Weltstar Romina Power als Angehörige (SF2) im Studio!
  • Original-Videoaufnahmen der Vermissten in FF1, FF2 und FF4!
  • Panne: Nach FF1 wird nicht die Telefonnummer der Dienststelle eingeblendet!
  • Sogar bei beiden Studiofällen sind Angehörige im Studio anwesend!
  • Zum ersten Mal 2 XY-Sendungen innerhalb von 2 Wochen!
  • 400 Hinweise kamen in der ersten Spezialsendung rein - insgesamt 100 im Fall Katrin K.!
  • Vorbeugefilm zum Schutz für Kinder und Infos im Teletext (Seite 395).
  • Ebenfalls zum ersten Mal wurde die Sendung ganze 15 Minuten überzogen!! Am Ende wurde es deswegen hektisch, Alfred Hettmer ging zu früh ins Bild und lief nochmal zurück an den Platz.


Vorherige Sendung: Sendung vom 12.10.2011

Nächste Sendung: Sendung vom 09.11.2011

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