Die nächste Ausstrahlung von Aktenzeichen XY erfolgt am 15. Januar 2020 im ZDF! Unbedingt einschalten!

VF 045 (Sendung vom 27.11.1974)

Aus Aktenzeichen XY ... ungelöst - Wiki
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Filmfälle

Neue Tricks an der Haustür

  • Details: Neues Hochhaus in Hannover mit preisgünstigen Wohnungen ist bezugsfertig. Mehrere Mieter ziehen gleichzeitig ein, etliche Transporteure schwirren im Haus umher. Einige Probleme beim Einzug von Ehepaar Wegner: Auslegeteppich und Teil der Möbel werden nicht rechtzeitig geliefert.
    • Da kommt Herr Groll vorbei, angeblich im Auftrag der Hausverwaltung, informiert über besondere Empfindlichkeit des Fußbodens, Versiegelung mit Pflegemittel sei verpflichtend. Wegners verweisen vergeblich auf bestellte Teppiche: Boden müsse trotzdem behandelt werden, könne sonst rissig werden. Herr Groll kassiert für Pflegemittel sofort 46,90 DM. Wegen hektischen Umzugs haben Wegners keine Gelegenheit, seine Aussagen in Ruhe zu prüfen. In Wirklichkeit ist er Betrüger, Geschichte zu Boden und Auftrag der Hausverwaltung frei erfunden.
    • Kurz darauf kündigt sich per Postwurfsendung Tischler an, um nach Bedarf Möbelarbeiten zu erledigen. In Wohnzimmer Wegners wird Bücherregal benötigt. Tischler macht guten Preis, sei aber grade auf unbezahltem Großauftrag sitzengeblieben und mache deshalb jetzt Maßanfertigungen nur noch gegen Anzahlung. Lässt Teil des Materials schon mal in der Wohnung, bekommt vorab 200 DM von Frau Wegner. Danach lässt er nichts mehr von sich hören.
    • Statt dessen erscheint Handwerker, der Loch für Spion in Wohnungstür bohren will. Spion kostet 14 DM, angeblich von Hausverwaltung bezuschusster Sonderpreis. Frau Wegner ist einverstanden, muss sofort zahlen, damit später Monteuren des Spions die Rechnung vorgezeigt werden kann. Auch hier warten Wegners dann vergebens auf Einbau.
    • Als Nächstes klingelt Frau mit Paket Gardinen für Nachbarn. Frau Wegner will Lieferung überbringen, erfährt dann aber von offenem Restbetrag (30 DM), den sie zunächst nicht auslegen möchte. Lieferantin suggeriert, Frau Wegner solle Verhältnis zu neuen Nachbarn nicht belasten. Frau Wegner will nicht als ungefällig gelten, nimmt Paket ab und legt Restbetrag aus. Stellt später fest, dass Nachbarwohnung noch gar nicht belegt, in Paket nur Füllmaterial ist.
    • Weitere Handwerker tauschen Türschloss aus, da Generalschlüssel gestohlen worden sei. Wollen 35 DM Einbaukosten kassieren. Herr Wegner ist von ständig neuen Unkosten genervt, sieht auch Verantwortung für Verlust des Schlüssels bei Hausverwaltung, zahlt aber doch, da sich seine Frau mit altem Schloss nicht mehr sicher fühlen würde. Geschichte der Schlosser war ebenfalls erfunden, eingebauter Zylinder billigste Ware. Ede ergänzt später, dass falsche Schlosser gerne Schlüssel zurückbehalten, um bei passender Gelegenheit einzubrechen.
    • Abschließend klingelt junger Mann, der für 8,50 DM neues Türschild anbringen will. Herr Wegner ist über vorangegangene Betrügereien so erbost, dass er ihm Tür vor Nase zuschlägt. Ede liefert Pointe, dass ausgerechnet dieser Mann wirklich von Hausverwaltung kam.
  • Darsteller: Heta Mantscheff und Eberhard Möbius als Ehepaar Wegner, Wolfgang Borchert als Herr Groll, Joachim Wolff als Tischler, Wolfgang Giese als Türlochbohrer, Wilma Gatzke als Paketlieferantin, Andreas von der Meden als Schlosser
  • Zitate: Studio-Ede: "Damit wird es immer schwerer, den richtigen Mittelweg zu finden zwischen allzu bequemer Vertrauensseligkeit und verbissenem Misstrauen, an dem man dann selbst Schaden nimmt".
  • Besonderheiten: Eine Art Collage betrügerischer Tricks in Zusammenhang mit Einzug in neue Wohnung. Vergleichbare Episodenfilme gab es zuvor schon 1972 zur Abwicklung von Autounfällen sowie in der vorigen Sendung zu fingierten Auffahrunfällen.
  • Bewertung: ***

Die Masche mit dem Schnapsglas

  • Details: Harmlose Rentner verbringen schönen Herbsttag in Bochumer Stadtpark. Frau Schrüppers dagegen hat böse Absichten und sucht in diesem Umfeld neue Opfer: Versucht zunächst, unauffällig Inhalt fremder Gespräche mitzubekommen. Setzt sich zu zwei Senioren, die von einem verwitweten Herrn Szymanski mit gesundheitlichen Problemen und ohne Hilfsperson reden, macht sich aufschlussreiche Notizen dazu ("Frau tot - Operation - Schimanski"), spricht die beiden als vermeintliche Krankenschwester des alten Herrn an, um weitere Informationen über Herrn Szymanski zu erhalten. Verabschiedet sich, um ihn zu besuchen, nachdem sie Adresse herausgefunden hat. Herr Szymanski hat gerade Rente von Post abgeholt, bewahrt Bargeld im Küchenschrank auf. Da klingelt Frau Schrüppers, spielt Bekanntschaft als Krankenschwester vor, nutzt dafür die ihr bekannten Informationen. Er erkennt sie nicht wieder, bittet sie dennoch herein, um sich keine Blöße zu geben. Sie kommt gleich auf Frau Szymanski zu sprechen, er berichtet von kürzlichem Tod seiner Ehefrau, auf den gespielten Schreck darüber bittet sie um Schnäpschen. Gedächtnis von Herrn Szymanski nicht mehr das beste, er glaubt jetzt sogar, sie wohl doch kennen zu müssen, holt Schnaps aus Küche. Merkt nicht, dass sie ihn dabei beobachtet und auch Geldversteck (direkt neben Kaffeegebäck) schon erspäht hat. Beim Umtrunk bietet sie an, öfters mal bei ihm vorbeizuschauen, stößt dann scheinbar versehentlich sein Schnapsglas um. Während er Lappen zum Wegwischen holt, schenkt sie ihm neu ein, mischt Betäubungsmittel bei. Herr Szymanski leert Glas in einem Zug, klappt kurz darauf bewusstlos zusammen. Frau Schrüppers stiehlt Brieftasche, durchsucht Wohnung, nimmt Geld aus Küchenschrank mit, verschwindet, ohne sich weiter um Opfer zu kümmern.
  • Darsteller: Henny Reinheimer als Frau Schrüppers, Theo Ennisch als Herr Szymanski
  • Zitate: Off-Ede: "Für Anneliese Schrüppers, eine Frau mit bösen und gefährlichen Absichten, ist der Stadtpark ein ideales Jagdrevier, in dem sie leicht und scheinbar beiläufig nützliche Bekanntschaften machen kann".
  • Besonderheiten: Relativ brutale, wenig raffinierte Methode. Beachtlicher Ede-Tipp: Vorsicht bei Trinkeinladungen durch Unbekannte! Will dies ausdrücklich, aber dezent formuliert, auch auf Männer bezogen wissen, die sich mit zuviel Geld ins Nachtleben bei "verlockenden neuen Bekanntschaften" stürzen!
  • Bewertung: **

Wo Diebe leichte Beute machen

  • Details: In "Akademie für Fortbildung" einer Partei im Rheingau fährt Mann vor, informiert sich über aktuelles Tagungsprogramm: Gerade sind junge Kommunalpolitiker aus Baden-Württemberg anwesend, um sich Grundlagen für Arbeit im Gemeinderat anzueignen. Zwischen Unterricht in Kommunalrecht und Baurecht ist Zeit für kurze Pause: Einige Teilnehmer gehen raus in Hof, um frische Luft zu schnappen. Dort spricht sie der Mann an, stellt sich als Revisor Guttendorf aus Bonn vor, fragt nach Zufriedenheit mit Unterbringung, Versorgung, Kursprogramm. Erfährt aus Reaktionen, dass alle anschließend an Doppelstunde Unterricht ohne Pause teilnehmen werden. Verabschiedet sich eilends, während Kommunalpolitiker in Lehrsaal zurückkehren. Beginnt dann "Inspektion" von Schlaf- und Aufenthaltsräumen der Gäste. Teilnehmer Rudi erleidet in Baurechtskurs Kreislaufschwäche, will in Quartier zurück und sich hinlegen. Dort begegnet er zufällig Revisor, als dieser gerade aus einem Zimmer kommt. Revisor pariert geschickt, gibt vor, auf Suche nach Raum mit defektem Fenster zu sein. Rudi beachtet Situation wegen Unwohlseins nicht weiter. Als die anderen vom Unterricht zurückkommen, stellt einer fest, dass sein Geld gestohlen wurde. Bei anderen ist Brieftasche oder Scheckheft mit Scheckkarte abhanden gekommen. Die Gruppe weckt nun Rudi auf, auch ihm wurde Geld gestohlen. Er gibt an, dass er Revisor bei Zimmern getroffen hatte. Da will man Revisor befragen, dessen Auto steht aber nicht mehr im Hof.
  • Darsteller: Peter Schmitz als Revisor Guttendorf
  • Zitate: Kommunalpolitiker mit städtebaulicher Beobachtungsgabe: "Hier die Straße liegt irgendwie sehr blöde. Die is ja ziemlich breit. Ist da Durchgangsverkehr?"
  • Besonderheiten: Wohl einer der wenigen Filme über Diebstahl, bei denen eigentliche Tat nicht gezeigt wird. Erst nachträgliche Entdeckungen der Teilnehmer bringen Aufklärung.
    Da sich gewisse Betrüger auf Schulungsheime spezialisiert haben, gibt Ede präventive Tipps: Tagungsleitung informieren, wenn dort jemand verdächtige Fragen stellt. Außerdem Geld und Wertsachen immer abschließen.
  • Bewertung: **

Experiment: Hauptsache, die Waage stimmt

  • Details: Bernd Schröder und Robert Kerndorf (Kamera) nehmen selbstgefertigte Plaketten "Eichamt geprüft", Quittungsblock mit entsprechendem Stempel, Ausweiskärtchen und geliehene Gewichte mit in Geschäfte und prüfen als Eichbeamte Waagen nach, kassieren 5-15 DM pro Waage als Gebühr. Pauschale Behauptung, dass Waagen falsch anzeigen würden, fördert Zahlungsbereitschaft. Mehrere Inhaber schimpfen aber auf Beamte wegen Beutelschneiderei, andere scheinen zumindest eingeschnappt, ohne sich zu äußern. Trotzdem zahlen alle, insgesamt wurden an einem Tag 240 DM eingenommen.
  • Zitate:
  • Besonderheiten: Bei der Prüfung wurden teils wirklich Abweichungen der Waagen festgestellt, allerdings zugunsten der Kunden.
  • Bewertung: ***

Bemerkungen

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