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Sendung vom 17.04.1970: Unterschied zwischen den Versionen

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K
K (Darsteller)
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* '''Details:''' Am Montag, dem 22.09.1969 um 17:20 Uhr bergen Rettungskräfte bei Diessenhofen im Kanton Thurgau zwischen Konstanz und Schaffhausen eine männliche Leiche aus dem Hochrhein. Der Tote ist etwa 55 Jahre alt, voll bekleidet und nicht erkennbar verletzt. Bei der Leichenschau finden sich 120 DM, ein Schließfachschlüssel der Deutschen Bundesbahn in Konstanz und eine Schiffsrückfahrkarte von Konstanz nach Stein am Rhein in den Taschen des Toten. Ausweispapiere trägt er nicht bei sich. Die Polizisten vermuten zunächst, dass der Mann unglücklich aus dem Schiff gestürzt ist. Bei der Betrachtung der Uhr und der Fahrkarte ergeben sich allerdings Ungereimtheiten: Die wasserdichte Automatik-Uhr des Toten zeigte beim Auffinden des Toten das Datum 16.09. Aufgrund der Laufreserve von 24 Stunden muss jedoch davon ausgegangen werden, dass der Mann bereits am 15.09. gestorben ist. Die Schiffsfahrkarte wurde jedoch erst am 16.09. gelocht. Somit ergeben sich folgende Möglichkeiten: Entweder hatte der Mann seine Uhr falsch eingestellt und ist dann, ob mit oder ohne Fremdeinwirkung umgekommen, oder jemand hat nach seinem Tode noch an der Uhr herumgestellt. Dann jedoch erkennen die Beamten, dass der Mann stranguliert wurde und schließen Selbstmord oder ein Unglück fortan aus. Mithilfe des Gepäcks aus dem Schließfach und dem in Zürich gekauften Mantel findet die Polizei schnell seine Identität heraus. Es ist der 56-jährige Friseurmeister Josef L. aus Selbitz bei Hof. Zusammen mit einem Konstanzer Kollegen befragt ein Kantonspolizist aus Thurgau die Witwe des Friseurs. Diese erzählt, dass ihr Mann am 03.08. gegen halb elf Uhr abends beim gemeinsamen Fernsehen ohne jeglichen Anlass in die Schweiz aufgebrochen war; und das obwohl das Enkelkind des Ehepaars zu Besuch war, mit dem ein gemeinsamer Urlaub geplant war. Ein ähnliches Verhalten hatte der Ermordete schon einmal gezeigt, als er zum Kauf seines Mantels zu Pfingsten allein für 2-3 Tage in die Schweiz gefahren war. Die Witwe vermutet, dass ihr Mann nun bei seiner letzten Reise in die Schweiz am 3. August den letzten Bus nach Hof und dann die Bahn in die Schweiz genommen hat. Doch die einzige Auslandsfahrkarte, die an dem betreffenden Tage in Hof verkauft wurde, führte ohne Rückfahrt nach Innsbruck. Dort hat Josef L. jedoch in keinem Gasthof unter seinem Namen genächtigt. Seine Spur kann erst später wieder aufgenommen werden: Am 3. Tag nach seiner Abreise in Selbitz mietet L. unter Vorlage seines deutschen Passes ein Zimmer im Hotel "Stoller" in Zürich. Während der drei Tage seines Aufenthalts dort trägt er ständig plissierte Smoking-Hemden und eine Fliege zu einem Hellgrauen Anzug. Auch seine schwarz-weißen Schuhe fallen auf. Nach drei Tagen in Zürich kehrt der Friseurmeister nach Deutschland zurück. In Lindau am Bodensee wohnt er vier Tage lang im besten Hotel der Stadt, dem "Seegarten". Scheinbar grundlos wechselt er dann in die kleine Pension "Ruf" in Lindau. Dort bemüht er sich um ein besonders billiges Zimmer und kündigt an, etwa eine Woche zu bleiben. Wie schon auf seinen vorherigen Stationen ist unbekannt, was Josef L. tat, nachdem er jeden Morgen sehr früh seine Unterkunft verließ. Als er eines Tages in Lindau gute Bekannte aus seinem Heimatort auf der Straße trifft, geht er grußlos an der Familie vorüber. Am 19.08.1969 reist L. dann nach Konstanz weiter. Dort quartiert er sich im noblen "Deutschen Haus" ein. Auch hier verlässt er jeden Morgen sehr früh ohne Frühstück das Haus. Fast täglich fährt er außerdem mit dem Schiff auf die Insel Reichenau, wo er oft im Hotel "Schloss Königsegg" verkehrt. Obwohl er ohne Zweifel immer genug Geld mit sich führt, versucht er auf der Insel Reichenau erfolglos in zwei Friseurläden zwei seiner Haarscheren für 18 DM zu verkaufen. Nach 10 Tagen reist er dann wieder zurück nach Lindau. Dort bewohnt er den Gasthof "Zum Stift" für 10 Tage. Danach reist er wieder nach Konstanz, ins Hotel "Krone". Erneut besucht er fast täglich die Insel Reichenau und frühstückt im "Schloss Königsegg". Eines Abends erhält Josef L. einen Brief, den ihm der Nachtportier aushändigt. Der unbekannte Absender steht im Mittelpunkt des polizeilichen Interesses. Die Familienmitglieder des Ermordeten wussten zu diesem Zeitpunkt nämlich nichts von dessen Aufenthalt in dem Hotel. Möglicherweise stammt der Brief sogar vom späteren Mörder. Am Samstag, 13.09.1969 verabschiedet sich Josef L. beim Ober des "Schloss Königsegg" auf unbestimmte Zeit. Die Polizei ist sich nicht im Klaren darüber, ob er damit nur ablenken wollte. Anschließend kauft er sich eine Fahrkarte und kehrt trotz seiner Verabschiedung am nächsten Tag nochmals zurück. Am Morgen des 15.09. bezahlt Josef L. im Hotel "Krone" in Konstanz. Entgegen seiner bisherigen Gewohnheiten trägt er nun einen dunkelblauen Anzug mit Krawatte unter einem braunen Mantel. Auch die schwarz-weißen Schuhe trägt er nicht mehr. Ob der Ermordete nach dem Verlassen des Hotels selbst sein Gepäck ins Bahnhofs-Schließfach gestellt hat, konnte nicht ermittelt werden. Der ominöse Brief konnte dort jedenfalls, genau wie in seiner Kleidung, nicht gefunden werden. Allerdings findet sich im Gepäck in dem Schließfach ein feuchter Waschlappen, der weder Josef L., noch einem der Hotels gehört. Nachdem die Kripo das herausgefunden hat, ergibt der gerichtsmedizinische Bericht unerwartete neue Fakten. Der Ermordete hatte noch gelebt, als er ins Wasser gelangt war. Das Wasser in seiner Lunge stammt jedoch nicht aus dem Rhein, sondern aus der Wasserleitung. Außerdem wurden dem Mann schwere Verletzungen im Genitalbereich zugeführt, die auch nach seinem Tod noch schwere Blutungen nach sich gezogen haben müssen. Beides spricht dafür, dass Josef L. in einem geschlossenen Raum ermordet wurde. Der Täter muss das Opfer nach Ende der Blutung abgewaschen, angekleidet und in den Rhein geworfen haben, denn an der Kleidung des Opfers wurden keinerlei Blutspuren gefunden. Es ist sehr unwahrscheinlich, dass Josef L. tatsächlich am 16.09. noch mit dem Schiff gefahren ist. Wahrscheinlich wurde ihm die Schiffsfahrkarte in die Tasche gesteckt, um die Polizei zu irritieren.
 
* '''Details:''' Am Montag, dem 22.09.1969 um 17:20 Uhr bergen Rettungskräfte bei Diessenhofen im Kanton Thurgau zwischen Konstanz und Schaffhausen eine männliche Leiche aus dem Hochrhein. Der Tote ist etwa 55 Jahre alt, voll bekleidet und nicht erkennbar verletzt. Bei der Leichenschau finden sich 120 DM, ein Schließfachschlüssel der Deutschen Bundesbahn in Konstanz und eine Schiffsrückfahrkarte von Konstanz nach Stein am Rhein in den Taschen des Toten. Ausweispapiere trägt er nicht bei sich. Die Polizisten vermuten zunächst, dass der Mann unglücklich aus dem Schiff gestürzt ist. Bei der Betrachtung der Uhr und der Fahrkarte ergeben sich allerdings Ungereimtheiten: Die wasserdichte Automatik-Uhr des Toten zeigte beim Auffinden des Toten das Datum 16.09. Aufgrund der Laufreserve von 24 Stunden muss jedoch davon ausgegangen werden, dass der Mann bereits am 15.09. gestorben ist. Die Schiffsfahrkarte wurde jedoch erst am 16.09. gelocht. Somit ergeben sich folgende Möglichkeiten: Entweder hatte der Mann seine Uhr falsch eingestellt und ist dann, ob mit oder ohne Fremdeinwirkung umgekommen, oder jemand hat nach seinem Tode noch an der Uhr herumgestellt. Dann jedoch erkennen die Beamten, dass der Mann stranguliert wurde und schließen Selbstmord oder ein Unglück fortan aus. Mithilfe des Gepäcks aus dem Schließfach und dem in Zürich gekauften Mantel findet die Polizei schnell seine Identität heraus. Es ist der 56-jährige Friseurmeister Josef L. aus Selbitz bei Hof. Zusammen mit einem Konstanzer Kollegen befragt ein Kantonspolizist aus Thurgau die Witwe des Friseurs. Diese erzählt, dass ihr Mann am 03.08. gegen halb elf Uhr abends beim gemeinsamen Fernsehen ohne jeglichen Anlass in die Schweiz aufgebrochen war; und das obwohl das Enkelkind des Ehepaars zu Besuch war, mit dem ein gemeinsamer Urlaub geplant war. Ein ähnliches Verhalten hatte der Ermordete schon einmal gezeigt, als er zum Kauf seines Mantels zu Pfingsten allein für 2-3 Tage in die Schweiz gefahren war. Die Witwe vermutet, dass ihr Mann nun bei seiner letzten Reise in die Schweiz am 3. August den letzten Bus nach Hof und dann die Bahn in die Schweiz genommen hat. Doch die einzige Auslandsfahrkarte, die an dem betreffenden Tage in Hof verkauft wurde, führte ohne Rückfahrt nach Innsbruck. Dort hat Josef L. jedoch in keinem Gasthof unter seinem Namen genächtigt. Seine Spur kann erst später wieder aufgenommen werden: Am 3. Tag nach seiner Abreise in Selbitz mietet L. unter Vorlage seines deutschen Passes ein Zimmer im Hotel "Stoller" in Zürich. Während der drei Tage seines Aufenthalts dort trägt er ständig plissierte Smoking-Hemden und eine Fliege zu einem Hellgrauen Anzug. Auch seine schwarz-weißen Schuhe fallen auf. Nach drei Tagen in Zürich kehrt der Friseurmeister nach Deutschland zurück. In Lindau am Bodensee wohnt er vier Tage lang im besten Hotel der Stadt, dem "Seegarten". Scheinbar grundlos wechselt er dann in die kleine Pension "Ruf" in Lindau. Dort bemüht er sich um ein besonders billiges Zimmer und kündigt an, etwa eine Woche zu bleiben. Wie schon auf seinen vorherigen Stationen ist unbekannt, was Josef L. tat, nachdem er jeden Morgen sehr früh seine Unterkunft verließ. Als er eines Tages in Lindau gute Bekannte aus seinem Heimatort auf der Straße trifft, geht er grußlos an der Familie vorüber. Am 19.08.1969 reist L. dann nach Konstanz weiter. Dort quartiert er sich im noblen "Deutschen Haus" ein. Auch hier verlässt er jeden Morgen sehr früh ohne Frühstück das Haus. Fast täglich fährt er außerdem mit dem Schiff auf die Insel Reichenau, wo er oft im Hotel "Schloss Königsegg" verkehrt. Obwohl er ohne Zweifel immer genug Geld mit sich führt, versucht er auf der Insel Reichenau erfolglos in zwei Friseurläden zwei seiner Haarscheren für 18 DM zu verkaufen. Nach 10 Tagen reist er dann wieder zurück nach Lindau. Dort bewohnt er den Gasthof "Zum Stift" für 10 Tage. Danach reist er wieder nach Konstanz, ins Hotel "Krone". Erneut besucht er fast täglich die Insel Reichenau und frühstückt im "Schloss Königsegg". Eines Abends erhält Josef L. einen Brief, den ihm der Nachtportier aushändigt. Der unbekannte Absender steht im Mittelpunkt des polizeilichen Interesses. Die Familienmitglieder des Ermordeten wussten zu diesem Zeitpunkt nämlich nichts von dessen Aufenthalt in dem Hotel. Möglicherweise stammt der Brief sogar vom späteren Mörder. Am Samstag, 13.09.1969 verabschiedet sich Josef L. beim Ober des "Schloss Königsegg" auf unbestimmte Zeit. Die Polizei ist sich nicht im Klaren darüber, ob er damit nur ablenken wollte. Anschließend kauft er sich eine Fahrkarte und kehrt trotz seiner Verabschiedung am nächsten Tag nochmals zurück. Am Morgen des 15.09. bezahlt Josef L. im Hotel "Krone" in Konstanz. Entgegen seiner bisherigen Gewohnheiten trägt er nun einen dunkelblauen Anzug mit Krawatte unter einem braunen Mantel. Auch die schwarz-weißen Schuhe trägt er nicht mehr. Ob der Ermordete nach dem Verlassen des Hotels selbst sein Gepäck ins Bahnhofs-Schließfach gestellt hat, konnte nicht ermittelt werden. Der ominöse Brief konnte dort jedenfalls, genau wie in seiner Kleidung, nicht gefunden werden. Allerdings findet sich im Gepäck in dem Schließfach ein feuchter Waschlappen, der weder Josef L., noch einem der Hotels gehört. Nachdem die Kripo das herausgefunden hat, ergibt der gerichtsmedizinische Bericht unerwartete neue Fakten. Der Ermordete hatte noch gelebt, als er ins Wasser gelangt war. Das Wasser in seiner Lunge stammt jedoch nicht aus dem Rhein, sondern aus der Wasserleitung. Außerdem wurden dem Mann schwere Verletzungen im Genitalbereich zugeführt, die auch nach seinem Tod noch schwere Blutungen nach sich gezogen haben müssen. Beides spricht dafür, dass Josef L. in einem geschlossenen Raum ermordet wurde. Der Täter muss das Opfer nach Ende der Blutung abgewaschen, angekleidet und in den Rhein geworfen haben, denn an der Kleidung des Opfers wurden keinerlei Blutspuren gefunden. Es ist sehr unwahrscheinlich, dass Josef L. tatsächlich am 16.09. noch mit dem Schiff gefahren ist. Wahrscheinlich wurde ihm die Schiffsfahrkarte in die Tasche gesteckt, um die Polizei zu irritieren.
 
* '''Zitate:''' „Er kann doch nicht als Leiche vom Schiff gefallen sein.“ „Er dürfte mehrere Stunden stark geblutet haben, auch nach seinem Tode noch.“
 
* '''Zitate:''' „Er kann doch nicht als Leiche vom Schiff gefallen sein.“ „Er dürfte mehrere Stunden stark geblutet haben, auch nach seinem Tode noch.“
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* '''Darsteller:''' Jacqueline Bügler, Günter Claasen (auch Günter Claassen), Hans Faber, Hansjakob Gröblinghoff, Erwin Kohlund, Fred Tanner
 
* '''Bewertung:''' ***
 
* '''Bewertung:''' ***
 
* '''Status:''' ungeklärt
 
* '''Status:''' ungeklärt
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* '''Details:''' Am späten Abend des 19.05.1968 kommt Helga S., wohnhaft in Wuppertal, von einer kleinen Feier im Freundeskreis nach Hause. Sie ist sehr müde, wird jedoch am zu Bett gehen durch ein andauerndes Klopfgeräusch gehindert. Bei der Nachschau kann sie die Geräuschquelle allerdings nicht lokalisieren, denn in den Wohnungen des Mehrparteienhauses brennt kein Licht. Plötzlich hört das Klopfen auf und die Frau legt sich schlafen. Um kurz nach ein Uhr, eine Stunde später, wird sie jedoch von demselben Geräusch wieder aus dem Schlaf gerissen. Nachdem sie sich wütend aus dem Fenster heraus beschwert hat, ebbt das Klopfen unbekannter Quelle erneut ab. Doch schon kurz darauf beginnt der Lärm von neuem. Als sie nun empört das Haus verlässt, um sich noch einmal auf die Suche nach dem Verursacher zu machen, bemerkt sie, dass die Geräusche aus dem Pelzhaus "Menke" herzurühren scheinen. Sie ruft die Störer zur Ordnung und droht mit der Polizei; wieder hört das Klopfen auf. An einen verbrecherischen Hintergrund der nächtlichen Arbeit denkt sie jedoch nicht. Stattdessen vermutet sie, dass die Betreiber des Pelzhandels ihr Schaufenster neu dekorieren. Daher beachtet sie auch den ortsfremden dunklen Mercedes 230 S, der vor dem Pelzgeschäft steht, nicht. Die tatsächliche Ursache für das Geräusch sind keine Dekorationsarbeiten, sondern zwei Männer, die seit drei Stunden versuchen, eine Mauer zu durchbrechen, hinter der sie wertvolle Pelze vermuten. Gegen zwei Uhr haben es die beiden geschafft. Sie entwenden Mäntel, Jacken und Rohfelle im Gesamtwert von über 200.000 DM. Bei dem Pelzhaus handelt es sich um eines der renommiertesten der Bundesrepublik, das Stücke führt, die erst wenige Wochen zuvor ausgezeichnet wurden. Die Kripo findet vor Ort nicht genug Spuren und muss die Akte bereits nach kurzer Zeit schließen. Der Kürschner Hubert B., ein Angestellter des bestohlenen Pelzhändlers, entdeckt jedoch am 09.08.1968 in einem anderen Pelzgeschäft in Wuppertal eines der gestohlenen Stücke. Als der Angestellte nach 20 Minuten seinen Chef herbeigeholt hat, ist der prämierte Breitschwanzmantel allerdings verschwunden. Die beiden Männer alarmieren die Polizei. Diese findet in den Räumlichkeiten des Geschäfts den besagten Mantel, sowie alle anderen gestohlenen Waren. Die Schaufenster-Dekorateurin erklärt den Beamten, ihr Chef habe sie vorhin mit Nachdruck angewiesen, den Mantel wieder aus der Auslage zu nehmen, angeblich weil dieser Einbrecher neugierig machen würde. Der Chef selbst behauptet, von den Männern, die ihm die Ware verkauft haben, nur die Vornamen, Hans und Jürgen zu kennen. Außerdem erinnerte er sich an den schwarzen Mercedes des Mannes namens Jürgen. Trotz der ungenauen Angaben kann die Polizei zwei Tatverdächtige ermitteln und schon am nächsten Tag einen der beiden festnehmen. Aufgrund seines breiten Vorstrafenregisters wird er zu sechs Jahren Zuchthaus verurteilt. Sein Komplize Jürgen M. ist noch flüchtig.  
 
* '''Details:''' Am späten Abend des 19.05.1968 kommt Helga S., wohnhaft in Wuppertal, von einer kleinen Feier im Freundeskreis nach Hause. Sie ist sehr müde, wird jedoch am zu Bett gehen durch ein andauerndes Klopfgeräusch gehindert. Bei der Nachschau kann sie die Geräuschquelle allerdings nicht lokalisieren, denn in den Wohnungen des Mehrparteienhauses brennt kein Licht. Plötzlich hört das Klopfen auf und die Frau legt sich schlafen. Um kurz nach ein Uhr, eine Stunde später, wird sie jedoch von demselben Geräusch wieder aus dem Schlaf gerissen. Nachdem sie sich wütend aus dem Fenster heraus beschwert hat, ebbt das Klopfen unbekannter Quelle erneut ab. Doch schon kurz darauf beginnt der Lärm von neuem. Als sie nun empört das Haus verlässt, um sich noch einmal auf die Suche nach dem Verursacher zu machen, bemerkt sie, dass die Geräusche aus dem Pelzhaus "Menke" herzurühren scheinen. Sie ruft die Störer zur Ordnung und droht mit der Polizei; wieder hört das Klopfen auf. An einen verbrecherischen Hintergrund der nächtlichen Arbeit denkt sie jedoch nicht. Stattdessen vermutet sie, dass die Betreiber des Pelzhandels ihr Schaufenster neu dekorieren. Daher beachtet sie auch den ortsfremden dunklen Mercedes 230 S, der vor dem Pelzgeschäft steht, nicht. Die tatsächliche Ursache für das Geräusch sind keine Dekorationsarbeiten, sondern zwei Männer, die seit drei Stunden versuchen, eine Mauer zu durchbrechen, hinter der sie wertvolle Pelze vermuten. Gegen zwei Uhr haben es die beiden geschafft. Sie entwenden Mäntel, Jacken und Rohfelle im Gesamtwert von über 200.000 DM. Bei dem Pelzhaus handelt es sich um eines der renommiertesten der Bundesrepublik, das Stücke führt, die erst wenige Wochen zuvor ausgezeichnet wurden. Die Kripo findet vor Ort nicht genug Spuren und muss die Akte bereits nach kurzer Zeit schließen. Der Kürschner Hubert B., ein Angestellter des bestohlenen Pelzhändlers, entdeckt jedoch am 09.08.1968 in einem anderen Pelzgeschäft in Wuppertal eines der gestohlenen Stücke. Als der Angestellte nach 20 Minuten seinen Chef herbeigeholt hat, ist der prämierte Breitschwanzmantel allerdings verschwunden. Die beiden Männer alarmieren die Polizei. Diese findet in den Räumlichkeiten des Geschäfts den besagten Mantel, sowie alle anderen gestohlenen Waren. Die Schaufenster-Dekorateurin erklärt den Beamten, ihr Chef habe sie vorhin mit Nachdruck angewiesen, den Mantel wieder aus der Auslage zu nehmen, angeblich weil dieser Einbrecher neugierig machen würde. Der Chef selbst behauptet, von den Männern, die ihm die Ware verkauft haben, nur die Vornamen, Hans und Jürgen zu kennen. Außerdem erinnerte er sich an den schwarzen Mercedes des Mannes namens Jürgen. Trotz der ungenauen Angaben kann die Polizei zwei Tatverdächtige ermitteln und schon am nächsten Tag einen der beiden festnehmen. Aufgrund seines breiten Vorstrafenregisters wird er zu sechs Jahren Zuchthaus verurteilt. Sein Komplize Jürgen M. ist noch flüchtig.  
 
* '''Zitat:''' "Dekorieren Sie Ihr Schaufenster gefälligst am Tag."
 
* '''Zitat:''' "Dekorieren Sie Ihr Schaufenster gefälligst am Tag."
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* '''Darsteller:''' Berno von Cramm, Jürgen Feindt, Markwart Müller-Elmau, Jens Scholkmann, Ingrid Stein, Carmen Steinkrauss, Frank Michael Weber, Hans Zander
 
* '''Bewertung:''' *
 
* '''Bewertung:''' *
 
* '''Belohnung:''' 1.000 DM
 
* '''Belohnung:''' 1.000 DM
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* '''Tatort:''' in der Nähe von Heidelberg
 
* '''Tatort:''' in der Nähe von Heidelberg
 
* '''Details:''' Am Freitag, dem 23. August 1963 mieten sich zwei Männer im renommierten Hotel "Stiftsmühle" ein. Sie geben Wohnadressen in Hamburg und Lübeck, sowie die Namen Wolfgang V. und Gerd K. an. Alle Angaben erweisen sich später als falsch. Die beiden Männer fallen in dem noblen Hotel aus dem Muster der üblichen Gäste heraus. Sie behaupten, Monteure zu sein und tragen einfache Kleidung. Dennoch scheinen sie mit derartigen Hotels vertraut zu sein. Bei ihrem ersten Abendessen im Hotel zeigt sich, dass die beiden Männer anspruchsvolle Musikliebhaber sind. Sie beauftragen die Kapelle mit Stücken von Schubert und Tschaikowsky. Außerdem zeigen sich die Männer, von denen der größere stets nur Apfelsaft trinkt, recht großzügig. In den Tagen ihres Aufenthaltes machen die Männer mehrere Fahrten mit verschiedenen Taxis, die Zielorte sind der Polizei jedoch nicht bekannt. Manchmal kehren die beiden auch zu Fuß zur "Stiftsmühle" zurück. Erst nach fünf Tagen nehmen die Männer Kontakt mit dem späteren Opfer Anneliese S. auf, welche 17 Kilometer vom Hotel entfernt in Schönau ein Mietwagenunternehmen führt. Meist erledigt sie mit ihrem einzigen Wagen Krankenfahrten, zu welchen sie von Krankenkassen beauftragt wird. Sie hat zwei Söhne im Alter von 13 und 14 Jahren. Ihr Mann arbeitet in Karlsruhe und kommt meist nur am Wochenende nach Hause. Die 69-jährige Mutter der Taxifahrerin wohnt in demselben Haushalt. Am Montag, dem 26. August erledigt Anneliese S. eine Fahrt nach Heidelberg. An diesem Tag lässt sich einer der beiden Männer aus dem Hotel auch erstmals in Schönau blicken: In einem Schreibwarengeschäft, in einem Kiosk, und in der Bahnhofsgaststätte. In letzterer will er gegen Anfang der Öffnungszeit einen Kaffee bestellen. Da dieser noch nicht zur Verfügung steht, begnügt er sich mit ein paar Würstchen und einem Apfelsaft. In den nächsten Tagen unternehmen die beiden Männer dann einige undurchsichtige Dinge. Einer von ihnen gibt am nächsten Tag (Dienstag, 27. August 1963) um 15:55 Uhr am Bahnhofspostamt ein Telegramm an sich selbst auf. Als er in das Hotel zurückkehrt, nimmt er dieses scheinbar ahnungslos vom Rezeptionist entgegen. Er liest den Inhalt des Telegramms, in dem ihm scheinbar jemand mitteilt, der Hotelaufenthalt werde ihm zu teuer. Daher kündigt er dem Rezeptionisten an, das Hotel am nächsten Abend gegen 18 Uhr zu verlassen, um vor einem langen Trip am Abend noch zu schlafen. Am nächsten Nachmittag erscheinen die beiden Männer dann wieder in Schönau, noch bevor sie vollends aus dem Hotel ausgezogen sind. Zunächst betritt der Apfelsaft-Trinker, der sich Wolfgang V. nennt, gegen 14:30 Uhr das Postamt und führt dort ein sehr kurzes Ferngespräch, es kostet nur 64 Pfennig. Als der Postbeamte den angeblichen Wolfgang V. nach der Nummer fragt, nennt dieser nach einiger Bedenkzeit die falsche Nummer "2202" in Neckargemünd. Der tatsächliche Gesprächspartner wohnte vermutlich weiter entfernt. Während Wolfgang V. das Postamt verlässt, betritt gleichzeitig der andere Mann, der angebliche Gerd K., die Amtsstube. Die beiden tun jedoch so, als würden sie sich nicht kennen. Gerd K. bestellt ein Ortsgespräch mit der Nummer "293", der Nummer von Anneliese S. Er bestellt bei ihr eine Fahrt vom Postamt zum Stift Neuburg. Dabei nennt er einen anderen Nachnamen als den, den er im Hotel benutzt hat. Als Anneliese S. allerdings am Postamt vorfährt, steigt nicht Gerd K., sondern Wolfgang V. in das Fahrzeug. Die Fahrt führt jedoch nicht zum Stift Neuburg. Denn im Fahrtenbuch von Anneliese S. stehen später 22 Kilometer für diese Fahrt. Zum Stift Neuburg und zurück wären es allerdings 34 Kilometer gewesen. Während der Fahrt stellt Wolfgang V. für die kommende Nacht eine lange Fahrt vom Stift Neuburg über Kirlach nach Speyer für sich und einen zweiten Mann in Aussicht und verspricht, sich zuvor nochmal telefonisch zu melden. Gegen 21 Uhr ruft tatsächlich einer der beiden Männer, die die "Stiftsmühle" inzwischen endgültig verlassen haben, von einem unbekannten Ort aus bei Anneliese S. an. Er fordert ihr Taxi für drei Uhr morgens zum Portal des Stiftes an. Auf einem alten Briefumschlag notiert sich Anneliese S. den geplanten Reiseweg, sowie die Namen der beiden Männer. Beide nennen andere Namen, als im Hotel. Als die Mutter der Taxifahrerin Bedenken wegen der bevorstehenden nächtlichen Fahrt äußert, weist Anneliese S. diese zurück. Bei der nachmittäglichen Fahrt hatte Wolfgang V. der Frau gegenüber behauptet, im kirchlichen Auftrag unterwegs zu sein. Das Auto der beiden Männer sei kaputt und sie müssten zum Bischof nach Speyer. Die Frau glaubt den beiden und hält sie für vertrauenswürdige Leute. Doch die Mutter hat in ihren Bedenken richtig gelegen. Um 03:15 Uhr wird eine 16-jährige von lautstarkem Handgemenge in der Nähe des Stiftes Neuburg wach. Sie sieht auf dem Weg zum Stift schemenhaft das Taxi von Anneliese S. und hört, wie jemand auf die wehrlose Frau einschlägt. Nachdem die Frau mit elf Hieben mit einem Totschläger, und vierzehn Messerstichen hingerichtet wurde, lassen die Täter sie im Rasen zurück und fahren mit dem Taxi davon.  
 
* '''Details:''' Am Freitag, dem 23. August 1963 mieten sich zwei Männer im renommierten Hotel "Stiftsmühle" ein. Sie geben Wohnadressen in Hamburg und Lübeck, sowie die Namen Wolfgang V. und Gerd K. an. Alle Angaben erweisen sich später als falsch. Die beiden Männer fallen in dem noblen Hotel aus dem Muster der üblichen Gäste heraus. Sie behaupten, Monteure zu sein und tragen einfache Kleidung. Dennoch scheinen sie mit derartigen Hotels vertraut zu sein. Bei ihrem ersten Abendessen im Hotel zeigt sich, dass die beiden Männer anspruchsvolle Musikliebhaber sind. Sie beauftragen die Kapelle mit Stücken von Schubert und Tschaikowsky. Außerdem zeigen sich die Männer, von denen der größere stets nur Apfelsaft trinkt, recht großzügig. In den Tagen ihres Aufenthaltes machen die Männer mehrere Fahrten mit verschiedenen Taxis, die Zielorte sind der Polizei jedoch nicht bekannt. Manchmal kehren die beiden auch zu Fuß zur "Stiftsmühle" zurück. Erst nach fünf Tagen nehmen die Männer Kontakt mit dem späteren Opfer Anneliese S. auf, welche 17 Kilometer vom Hotel entfernt in Schönau ein Mietwagenunternehmen führt. Meist erledigt sie mit ihrem einzigen Wagen Krankenfahrten, zu welchen sie von Krankenkassen beauftragt wird. Sie hat zwei Söhne im Alter von 13 und 14 Jahren. Ihr Mann arbeitet in Karlsruhe und kommt meist nur am Wochenende nach Hause. Die 69-jährige Mutter der Taxifahrerin wohnt in demselben Haushalt. Am Montag, dem 26. August erledigt Anneliese S. eine Fahrt nach Heidelberg. An diesem Tag lässt sich einer der beiden Männer aus dem Hotel auch erstmals in Schönau blicken: In einem Schreibwarengeschäft, in einem Kiosk, und in der Bahnhofsgaststätte. In letzterer will er gegen Anfang der Öffnungszeit einen Kaffee bestellen. Da dieser noch nicht zur Verfügung steht, begnügt er sich mit ein paar Würstchen und einem Apfelsaft. In den nächsten Tagen unternehmen die beiden Männer dann einige undurchsichtige Dinge. Einer von ihnen gibt am nächsten Tag (Dienstag, 27. August 1963) um 15:55 Uhr am Bahnhofspostamt ein Telegramm an sich selbst auf. Als er in das Hotel zurückkehrt, nimmt er dieses scheinbar ahnungslos vom Rezeptionist entgegen. Er liest den Inhalt des Telegramms, in dem ihm scheinbar jemand mitteilt, der Hotelaufenthalt werde ihm zu teuer. Daher kündigt er dem Rezeptionisten an, das Hotel am nächsten Abend gegen 18 Uhr zu verlassen, um vor einem langen Trip am Abend noch zu schlafen. Am nächsten Nachmittag erscheinen die beiden Männer dann wieder in Schönau, noch bevor sie vollends aus dem Hotel ausgezogen sind. Zunächst betritt der Apfelsaft-Trinker, der sich Wolfgang V. nennt, gegen 14:30 Uhr das Postamt und führt dort ein sehr kurzes Ferngespräch, es kostet nur 64 Pfennig. Als der Postbeamte den angeblichen Wolfgang V. nach der Nummer fragt, nennt dieser nach einiger Bedenkzeit die falsche Nummer "2202" in Neckargemünd. Der tatsächliche Gesprächspartner wohnte vermutlich weiter entfernt. Während Wolfgang V. das Postamt verlässt, betritt gleichzeitig der andere Mann, der angebliche Gerd K., die Amtsstube. Die beiden tun jedoch so, als würden sie sich nicht kennen. Gerd K. bestellt ein Ortsgespräch mit der Nummer "293", der Nummer von Anneliese S. Er bestellt bei ihr eine Fahrt vom Postamt zum Stift Neuburg. Dabei nennt er einen anderen Nachnamen als den, den er im Hotel benutzt hat. Als Anneliese S. allerdings am Postamt vorfährt, steigt nicht Gerd K., sondern Wolfgang V. in das Fahrzeug. Die Fahrt führt jedoch nicht zum Stift Neuburg. Denn im Fahrtenbuch von Anneliese S. stehen später 22 Kilometer für diese Fahrt. Zum Stift Neuburg und zurück wären es allerdings 34 Kilometer gewesen. Während der Fahrt stellt Wolfgang V. für die kommende Nacht eine lange Fahrt vom Stift Neuburg über Kirlach nach Speyer für sich und einen zweiten Mann in Aussicht und verspricht, sich zuvor nochmal telefonisch zu melden. Gegen 21 Uhr ruft tatsächlich einer der beiden Männer, die die "Stiftsmühle" inzwischen endgültig verlassen haben, von einem unbekannten Ort aus bei Anneliese S. an. Er fordert ihr Taxi für drei Uhr morgens zum Portal des Stiftes an. Auf einem alten Briefumschlag notiert sich Anneliese S. den geplanten Reiseweg, sowie die Namen der beiden Männer. Beide nennen andere Namen, als im Hotel. Als die Mutter der Taxifahrerin Bedenken wegen der bevorstehenden nächtlichen Fahrt äußert, weist Anneliese S. diese zurück. Bei der nachmittäglichen Fahrt hatte Wolfgang V. der Frau gegenüber behauptet, im kirchlichen Auftrag unterwegs zu sein. Das Auto der beiden Männer sei kaputt und sie müssten zum Bischof nach Speyer. Die Frau glaubt den beiden und hält sie für vertrauenswürdige Leute. Doch die Mutter hat in ihren Bedenken richtig gelegen. Um 03:15 Uhr wird eine 16-jährige von lautstarkem Handgemenge in der Nähe des Stiftes Neuburg wach. Sie sieht auf dem Weg zum Stift schemenhaft das Taxi von Anneliese S. und hört, wie jemand auf die wehrlose Frau einschlägt. Nachdem die Frau mit elf Hieben mit einem Totschläger, und vierzehn Messerstichen hingerichtet wurde, lassen die Täter sie im Rasen zurück und fahren mit dem Taxi davon.  
* '''Zitate:''' "Ist denn hier niemand?" - "Jaja. Wo brennt's denn?" - "Morgen, schöne Frau! Kann man denn hier mal nen Kaffee kriegen?" - "I hab selber no koin getrunke." - "Was gibt's denn sonst?" - "A paar Würschtle." - "Na gut. Aber dann geben Sie mir noch nen Apfelsaft!" | "Und könnten Sie mir noch 'n Apfelsaft aufs Zimmer schicken?" | "Frau S.'s Mutter hat keine Gespenster gesehen." (Sprechertext Wolfgang Grönebaum)
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* '''Zitate:''' „Ist denn hier niemand?- „Jaja. Wo brennt's denn?- „Morgen, schöne Frau! Kann man denn hier mal nen Kaffee kriegen?- „I hab selber no koin getrunke.- „Was gibt's denn sonst?- „A paar Würschtle.- „Na gut. Aber dann geben Sie mir noch nen Apfelsaft!| „Und könnten Sie mir noch 'n Apfelsaft aufs Zimmer schicken?| „Frau S.'s Mutter hat keine Gespenster gesehen.(Sprechertext Wolfgang Grönebaum)
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* '''Darsteller:''' Andreas Adams, Charlotte Lanzinger, Manfred Paethe
 
* '''Bewertung:''' ***
 
* '''Bewertung:''' ***
 
* '''Belohnungen:''' 5.000 DM
 
* '''Belohnungen:''' 5.000 DM
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* Höchst mysteriöse Filmfälle 1 und 3! Fall 1 ist in der Tat wohl einer der merkwürdigsten Fälle, die je bei Aktenzeichen gesendet worden sind (vergleichbar vielleicht mit dem ebenso mysteriösen Fall G. aus der 60er Jahren).
 
* Höchst mysteriöse Filmfälle 1 und 3! Fall 1 ist in der Tat wohl einer der merkwürdigsten Fälle, die je bei Aktenzeichen gesendet worden sind (vergleichbar vielleicht mit dem ebenso mysteriösen Fall G. aus der 60er Jahren).
 
* In Filmfall 3 kommt kurioserweise nicht die "Wischblende" zum Einsatz, dafür gibt es eine außergewöhnlich toll gemachte Überleitung zwischen 2 tickenden Weckern.
 
* In Filmfall 3 kommt kurioserweise nicht die "Wischblende" zum Einsatz, dafür gibt es eine außergewöhnlich toll gemachte Überleitung zwischen 2 tickenden Weckern.
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* Weiterer Darsteller Ulrich Fréer
  
 
Vorherige Sendung: [[Sendung vom 06.03.1970]]
 
Vorherige Sendung: [[Sendung vom 06.03.1970]]

Version vom 13. Juli 2019, 23:51 Uhr

Filmfälle

Mord an Josef L. ("Bodensee-Mord")

Inhalt

  • Dienststelle: Kapo Thurgau / Kripo Konstanz
  • Beamter im Studio: Oberleutnant Flanzer
  • Tattag: 15./16. September 1969
  • Details: Am Montag, dem 22.09.1969 um 17:20 Uhr bergen Rettungskräfte bei Diessenhofen im Kanton Thurgau zwischen Konstanz und Schaffhausen eine männliche Leiche aus dem Hochrhein. Der Tote ist etwa 55 Jahre alt, voll bekleidet und nicht erkennbar verletzt. Bei der Leichenschau finden sich 120 DM, ein Schließfachschlüssel der Deutschen Bundesbahn in Konstanz und eine Schiffsrückfahrkarte von Konstanz nach Stein am Rhein in den Taschen des Toten. Ausweispapiere trägt er nicht bei sich. Die Polizisten vermuten zunächst, dass der Mann unglücklich aus dem Schiff gestürzt ist. Bei der Betrachtung der Uhr und der Fahrkarte ergeben sich allerdings Ungereimtheiten: Die wasserdichte Automatik-Uhr des Toten zeigte beim Auffinden des Toten das Datum 16.09. Aufgrund der Laufreserve von 24 Stunden muss jedoch davon ausgegangen werden, dass der Mann bereits am 15.09. gestorben ist. Die Schiffsfahrkarte wurde jedoch erst am 16.09. gelocht. Somit ergeben sich folgende Möglichkeiten: Entweder hatte der Mann seine Uhr falsch eingestellt und ist dann, ob mit oder ohne Fremdeinwirkung umgekommen, oder jemand hat nach seinem Tode noch an der Uhr herumgestellt. Dann jedoch erkennen die Beamten, dass der Mann stranguliert wurde und schließen Selbstmord oder ein Unglück fortan aus. Mithilfe des Gepäcks aus dem Schließfach und dem in Zürich gekauften Mantel findet die Polizei schnell seine Identität heraus. Es ist der 56-jährige Friseurmeister Josef L. aus Selbitz bei Hof. Zusammen mit einem Konstanzer Kollegen befragt ein Kantonspolizist aus Thurgau die Witwe des Friseurs. Diese erzählt, dass ihr Mann am 03.08. gegen halb elf Uhr abends beim gemeinsamen Fernsehen ohne jeglichen Anlass in die Schweiz aufgebrochen war; und das obwohl das Enkelkind des Ehepaars zu Besuch war, mit dem ein gemeinsamer Urlaub geplant war. Ein ähnliches Verhalten hatte der Ermordete schon einmal gezeigt, als er zum Kauf seines Mantels zu Pfingsten allein für 2-3 Tage in die Schweiz gefahren war. Die Witwe vermutet, dass ihr Mann nun bei seiner letzten Reise in die Schweiz am 3. August den letzten Bus nach Hof und dann die Bahn in die Schweiz genommen hat. Doch die einzige Auslandsfahrkarte, die an dem betreffenden Tage in Hof verkauft wurde, führte ohne Rückfahrt nach Innsbruck. Dort hat Josef L. jedoch in keinem Gasthof unter seinem Namen genächtigt. Seine Spur kann erst später wieder aufgenommen werden: Am 3. Tag nach seiner Abreise in Selbitz mietet L. unter Vorlage seines deutschen Passes ein Zimmer im Hotel "Stoller" in Zürich. Während der drei Tage seines Aufenthalts dort trägt er ständig plissierte Smoking-Hemden und eine Fliege zu einem Hellgrauen Anzug. Auch seine schwarz-weißen Schuhe fallen auf. Nach drei Tagen in Zürich kehrt der Friseurmeister nach Deutschland zurück. In Lindau am Bodensee wohnt er vier Tage lang im besten Hotel der Stadt, dem "Seegarten". Scheinbar grundlos wechselt er dann in die kleine Pension "Ruf" in Lindau. Dort bemüht er sich um ein besonders billiges Zimmer und kündigt an, etwa eine Woche zu bleiben. Wie schon auf seinen vorherigen Stationen ist unbekannt, was Josef L. tat, nachdem er jeden Morgen sehr früh seine Unterkunft verließ. Als er eines Tages in Lindau gute Bekannte aus seinem Heimatort auf der Straße trifft, geht er grußlos an der Familie vorüber. Am 19.08.1969 reist L. dann nach Konstanz weiter. Dort quartiert er sich im noblen "Deutschen Haus" ein. Auch hier verlässt er jeden Morgen sehr früh ohne Frühstück das Haus. Fast täglich fährt er außerdem mit dem Schiff auf die Insel Reichenau, wo er oft im Hotel "Schloss Königsegg" verkehrt. Obwohl er ohne Zweifel immer genug Geld mit sich führt, versucht er auf der Insel Reichenau erfolglos in zwei Friseurläden zwei seiner Haarscheren für 18 DM zu verkaufen. Nach 10 Tagen reist er dann wieder zurück nach Lindau. Dort bewohnt er den Gasthof "Zum Stift" für 10 Tage. Danach reist er wieder nach Konstanz, ins Hotel "Krone". Erneut besucht er fast täglich die Insel Reichenau und frühstückt im "Schloss Königsegg". Eines Abends erhält Josef L. einen Brief, den ihm der Nachtportier aushändigt. Der unbekannte Absender steht im Mittelpunkt des polizeilichen Interesses. Die Familienmitglieder des Ermordeten wussten zu diesem Zeitpunkt nämlich nichts von dessen Aufenthalt in dem Hotel. Möglicherweise stammt der Brief sogar vom späteren Mörder. Am Samstag, 13.09.1969 verabschiedet sich Josef L. beim Ober des "Schloss Königsegg" auf unbestimmte Zeit. Die Polizei ist sich nicht im Klaren darüber, ob er damit nur ablenken wollte. Anschließend kauft er sich eine Fahrkarte und kehrt trotz seiner Verabschiedung am nächsten Tag nochmals zurück. Am Morgen des 15.09. bezahlt Josef L. im Hotel "Krone" in Konstanz. Entgegen seiner bisherigen Gewohnheiten trägt er nun einen dunkelblauen Anzug mit Krawatte unter einem braunen Mantel. Auch die schwarz-weißen Schuhe trägt er nicht mehr. Ob der Ermordete nach dem Verlassen des Hotels selbst sein Gepäck ins Bahnhofs-Schließfach gestellt hat, konnte nicht ermittelt werden. Der ominöse Brief konnte dort jedenfalls, genau wie in seiner Kleidung, nicht gefunden werden. Allerdings findet sich im Gepäck in dem Schließfach ein feuchter Waschlappen, der weder Josef L., noch einem der Hotels gehört. Nachdem die Kripo das herausgefunden hat, ergibt der gerichtsmedizinische Bericht unerwartete neue Fakten. Der Ermordete hatte noch gelebt, als er ins Wasser gelangt war. Das Wasser in seiner Lunge stammt jedoch nicht aus dem Rhein, sondern aus der Wasserleitung. Außerdem wurden dem Mann schwere Verletzungen im Genitalbereich zugeführt, die auch nach seinem Tod noch schwere Blutungen nach sich gezogen haben müssen. Beides spricht dafür, dass Josef L. in einem geschlossenen Raum ermordet wurde. Der Täter muss das Opfer nach Ende der Blutung abgewaschen, angekleidet und in den Rhein geworfen haben, denn an der Kleidung des Opfers wurden keinerlei Blutspuren gefunden. Es ist sehr unwahrscheinlich, dass Josef L. tatsächlich am 16.09. noch mit dem Schiff gefahren ist. Wahrscheinlich wurde ihm die Schiffsfahrkarte in die Tasche gesteckt, um die Polizei zu irritieren.
  • Zitate: „Er kann doch nicht als Leiche vom Schiff gefallen sein.“ „Er dürfte mehrere Stunden stark geblutet haben, auch nach seinem Tode noch.“
  • Darsteller: Jacqueline Bügler, Günter Claasen (auch Günter Claassen), Hans Faber, Hansjakob Gröblinghoff, Erwin Kohlund, Fred Tanner
  • Bewertung: ***
  • Status: ungeklärt

Nachspiel

Werner Vetterli berichtet in der Folgesendung über neue Spuren und ist zuversichtlich, den Fall schnell zu lösen. Die Tat ist in der Schweiz mittlerweile verjährt, die Akte wurde bereits 1973 geschlossen. Alle Fragen sind nach wie vor offen. Die Kantonspolizei Thurgau schloss nicht aus, dass Josef L. im Homosexuellen-Milieu verkehrte (Quelle: Ummenhofer, Stefan/Thaidigsmann, Michael: Aktenzeichen XY ...ungelöst. Kriminalität, Kontroverse, Kult; S. 162-163).

Im Lauf einer Diskussion im Internetforum allmystery.de kamen durch die Recherche in Zeitungsarchiven einige Details zutage, die im FF entweder überhaupt nicht oder anders dargestellt wurden: Das Drosselungs-Werkzeug war eine Damenstrumpfhose, die noch um den Hals des Toten geschlungen war (Südkurier vom 24.9.1969). Die Vermutung, es könnte sich um einen Homosexuellen handeln, kam sehr früh auf (zwei Tage nach Auffinden der Leiche, also noch vor der Identifizierung). Ob die Vermutung auf der bloßen Leichenschau beruhte (Art der Genitalverletzung?) oder auf anderen Ermittlungen, geht aus dem Zeitungsartikel nicht hervor (Südkurier vom 25.9.1969). Bei den Habseligkeiten des Toten wurde ein Farbfilm gefunden und entwickelt, was aber nichts zur Klärung des Falles beitragen konnte (Thurgauer Zeitung vom 29.9.1969). Die Abreise des Josef L. aus Selbitz verlief nicht so grundlos und mysteriös wie in Aktenzeichen gezeigt. Als Auslöser wird vielmehr ein schon länger bestehender Streit mit der Ehefrau und den beiden erwachsenen Töchtern angenommen (Südkurier, wahrscheinlich vom 29.9.1969).

Einbruch in Pelzgeschäft ("Hehlerware im Schaufenster")

Inhalt

  • Dienststelle: Kripo Wuppertal
  • Beamter im Studio: Kriminalhauptkommissar Otto Schmider
  • Tatzeit: Nacht von Sonntag, 19. Mai 1968 auf Montag, 20. Mai 1968, etwa zwischen 23 und 2 Uhr
  • Tatort: Wuppertal
  • Tatverdächtig: Jürgen M.
  • Details: Am späten Abend des 19.05.1968 kommt Helga S., wohnhaft in Wuppertal, von einer kleinen Feier im Freundeskreis nach Hause. Sie ist sehr müde, wird jedoch am zu Bett gehen durch ein andauerndes Klopfgeräusch gehindert. Bei der Nachschau kann sie die Geräuschquelle allerdings nicht lokalisieren, denn in den Wohnungen des Mehrparteienhauses brennt kein Licht. Plötzlich hört das Klopfen auf und die Frau legt sich schlafen. Um kurz nach ein Uhr, eine Stunde später, wird sie jedoch von demselben Geräusch wieder aus dem Schlaf gerissen. Nachdem sie sich wütend aus dem Fenster heraus beschwert hat, ebbt das Klopfen unbekannter Quelle erneut ab. Doch schon kurz darauf beginnt der Lärm von neuem. Als sie nun empört das Haus verlässt, um sich noch einmal auf die Suche nach dem Verursacher zu machen, bemerkt sie, dass die Geräusche aus dem Pelzhaus "Menke" herzurühren scheinen. Sie ruft die Störer zur Ordnung und droht mit der Polizei; wieder hört das Klopfen auf. An einen verbrecherischen Hintergrund der nächtlichen Arbeit denkt sie jedoch nicht. Stattdessen vermutet sie, dass die Betreiber des Pelzhandels ihr Schaufenster neu dekorieren. Daher beachtet sie auch den ortsfremden dunklen Mercedes 230 S, der vor dem Pelzgeschäft steht, nicht. Die tatsächliche Ursache für das Geräusch sind keine Dekorationsarbeiten, sondern zwei Männer, die seit drei Stunden versuchen, eine Mauer zu durchbrechen, hinter der sie wertvolle Pelze vermuten. Gegen zwei Uhr haben es die beiden geschafft. Sie entwenden Mäntel, Jacken und Rohfelle im Gesamtwert von über 200.000 DM. Bei dem Pelzhaus handelt es sich um eines der renommiertesten der Bundesrepublik, das Stücke führt, die erst wenige Wochen zuvor ausgezeichnet wurden. Die Kripo findet vor Ort nicht genug Spuren und muss die Akte bereits nach kurzer Zeit schließen. Der Kürschner Hubert B., ein Angestellter des bestohlenen Pelzhändlers, entdeckt jedoch am 09.08.1968 in einem anderen Pelzgeschäft in Wuppertal eines der gestohlenen Stücke. Als der Angestellte nach 20 Minuten seinen Chef herbeigeholt hat, ist der prämierte Breitschwanzmantel allerdings verschwunden. Die beiden Männer alarmieren die Polizei. Diese findet in den Räumlichkeiten des Geschäfts den besagten Mantel, sowie alle anderen gestohlenen Waren. Die Schaufenster-Dekorateurin erklärt den Beamten, ihr Chef habe sie vorhin mit Nachdruck angewiesen, den Mantel wieder aus der Auslage zu nehmen, angeblich weil dieser Einbrecher neugierig machen würde. Der Chef selbst behauptet, von den Männern, die ihm die Ware verkauft haben, nur die Vornamen, Hans und Jürgen zu kennen. Außerdem erinnerte er sich an den schwarzen Mercedes des Mannes namens Jürgen. Trotz der ungenauen Angaben kann die Polizei zwei Tatverdächtige ermitteln und schon am nächsten Tag einen der beiden festnehmen. Aufgrund seines breiten Vorstrafenregisters wird er zu sechs Jahren Zuchthaus verurteilt. Sein Komplize Jürgen M. ist noch flüchtig.
  • Zitat: "Dekorieren Sie Ihr Schaufenster gefälligst am Tag."
  • Darsteller: Berno von Cramm, Jürgen Feindt, Markwart Müller-Elmau, Jens Scholkmann, Ingrid Stein, Carmen Steinkrauss, Frank Michael Weber, Hans Zander
  • Bewertung: *
  • Belohnung: 1.000 DM
  • Status: geklärt

Nachspiel

Der Tatverdächtige in diesem Fall stellte sich auch als Täter heraus. Jürgen M. stellte sich selbst der Polizei. Auflösung in der Folgesendung.

Mord an Anneliese St. ("Heidelberger Taximord")

Inhalt

  • Dienststelle: Kripo Heidelberg
  • Beamter im Studio: Kriminalrat Wilhelm Berg
  • Tattag: Donnerstag, 29. August 1963
  • Tatort: in der Nähe von Heidelberg
  • Details: Am Freitag, dem 23. August 1963 mieten sich zwei Männer im renommierten Hotel "Stiftsmühle" ein. Sie geben Wohnadressen in Hamburg und Lübeck, sowie die Namen Wolfgang V. und Gerd K. an. Alle Angaben erweisen sich später als falsch. Die beiden Männer fallen in dem noblen Hotel aus dem Muster der üblichen Gäste heraus. Sie behaupten, Monteure zu sein und tragen einfache Kleidung. Dennoch scheinen sie mit derartigen Hotels vertraut zu sein. Bei ihrem ersten Abendessen im Hotel zeigt sich, dass die beiden Männer anspruchsvolle Musikliebhaber sind. Sie beauftragen die Kapelle mit Stücken von Schubert und Tschaikowsky. Außerdem zeigen sich die Männer, von denen der größere stets nur Apfelsaft trinkt, recht großzügig. In den Tagen ihres Aufenthaltes machen die Männer mehrere Fahrten mit verschiedenen Taxis, die Zielorte sind der Polizei jedoch nicht bekannt. Manchmal kehren die beiden auch zu Fuß zur "Stiftsmühle" zurück. Erst nach fünf Tagen nehmen die Männer Kontakt mit dem späteren Opfer Anneliese S. auf, welche 17 Kilometer vom Hotel entfernt in Schönau ein Mietwagenunternehmen führt. Meist erledigt sie mit ihrem einzigen Wagen Krankenfahrten, zu welchen sie von Krankenkassen beauftragt wird. Sie hat zwei Söhne im Alter von 13 und 14 Jahren. Ihr Mann arbeitet in Karlsruhe und kommt meist nur am Wochenende nach Hause. Die 69-jährige Mutter der Taxifahrerin wohnt in demselben Haushalt. Am Montag, dem 26. August erledigt Anneliese S. eine Fahrt nach Heidelberg. An diesem Tag lässt sich einer der beiden Männer aus dem Hotel auch erstmals in Schönau blicken: In einem Schreibwarengeschäft, in einem Kiosk, und in der Bahnhofsgaststätte. In letzterer will er gegen Anfang der Öffnungszeit einen Kaffee bestellen. Da dieser noch nicht zur Verfügung steht, begnügt er sich mit ein paar Würstchen und einem Apfelsaft. In den nächsten Tagen unternehmen die beiden Männer dann einige undurchsichtige Dinge. Einer von ihnen gibt am nächsten Tag (Dienstag, 27. August 1963) um 15:55 Uhr am Bahnhofspostamt ein Telegramm an sich selbst auf. Als er in das Hotel zurückkehrt, nimmt er dieses scheinbar ahnungslos vom Rezeptionist entgegen. Er liest den Inhalt des Telegramms, in dem ihm scheinbar jemand mitteilt, der Hotelaufenthalt werde ihm zu teuer. Daher kündigt er dem Rezeptionisten an, das Hotel am nächsten Abend gegen 18 Uhr zu verlassen, um vor einem langen Trip am Abend noch zu schlafen. Am nächsten Nachmittag erscheinen die beiden Männer dann wieder in Schönau, noch bevor sie vollends aus dem Hotel ausgezogen sind. Zunächst betritt der Apfelsaft-Trinker, der sich Wolfgang V. nennt, gegen 14:30 Uhr das Postamt und führt dort ein sehr kurzes Ferngespräch, es kostet nur 64 Pfennig. Als der Postbeamte den angeblichen Wolfgang V. nach der Nummer fragt, nennt dieser nach einiger Bedenkzeit die falsche Nummer "2202" in Neckargemünd. Der tatsächliche Gesprächspartner wohnte vermutlich weiter entfernt. Während Wolfgang V. das Postamt verlässt, betritt gleichzeitig der andere Mann, der angebliche Gerd K., die Amtsstube. Die beiden tun jedoch so, als würden sie sich nicht kennen. Gerd K. bestellt ein Ortsgespräch mit der Nummer "293", der Nummer von Anneliese S. Er bestellt bei ihr eine Fahrt vom Postamt zum Stift Neuburg. Dabei nennt er einen anderen Nachnamen als den, den er im Hotel benutzt hat. Als Anneliese S. allerdings am Postamt vorfährt, steigt nicht Gerd K., sondern Wolfgang V. in das Fahrzeug. Die Fahrt führt jedoch nicht zum Stift Neuburg. Denn im Fahrtenbuch von Anneliese S. stehen später 22 Kilometer für diese Fahrt. Zum Stift Neuburg und zurück wären es allerdings 34 Kilometer gewesen. Während der Fahrt stellt Wolfgang V. für die kommende Nacht eine lange Fahrt vom Stift Neuburg über Kirlach nach Speyer für sich und einen zweiten Mann in Aussicht und verspricht, sich zuvor nochmal telefonisch zu melden. Gegen 21 Uhr ruft tatsächlich einer der beiden Männer, die die "Stiftsmühle" inzwischen endgültig verlassen haben, von einem unbekannten Ort aus bei Anneliese S. an. Er fordert ihr Taxi für drei Uhr morgens zum Portal des Stiftes an. Auf einem alten Briefumschlag notiert sich Anneliese S. den geplanten Reiseweg, sowie die Namen der beiden Männer. Beide nennen andere Namen, als im Hotel. Als die Mutter der Taxifahrerin Bedenken wegen der bevorstehenden nächtlichen Fahrt äußert, weist Anneliese S. diese zurück. Bei der nachmittäglichen Fahrt hatte Wolfgang V. der Frau gegenüber behauptet, im kirchlichen Auftrag unterwegs zu sein. Das Auto der beiden Männer sei kaputt und sie müssten zum Bischof nach Speyer. Die Frau glaubt den beiden und hält sie für vertrauenswürdige Leute. Doch die Mutter hat in ihren Bedenken richtig gelegen. Um 03:15 Uhr wird eine 16-jährige von lautstarkem Handgemenge in der Nähe des Stiftes Neuburg wach. Sie sieht auf dem Weg zum Stift schemenhaft das Taxi von Anneliese S. und hört, wie jemand auf die wehrlose Frau einschlägt. Nachdem die Frau mit elf Hieben mit einem Totschläger, und vierzehn Messerstichen hingerichtet wurde, lassen die Täter sie im Rasen zurück und fahren mit dem Taxi davon.
  • Zitate: „Ist denn hier niemand?“ - „Jaja. Wo brennt's denn?“ - „Morgen, schöne Frau! Kann man denn hier mal nen Kaffee kriegen?“ - „I hab selber no koin getrunke.“ - „Was gibt's denn sonst?“ - „A paar Würschtle.“ - „Na gut. Aber dann geben Sie mir noch nen Apfelsaft!“ | „Und könnten Sie mir noch 'n Apfelsaft aufs Zimmer schicken?“ | „Frau S.'s Mutter hat keine Gespenster gesehen.“ (Sprechertext Wolfgang Grönebaum)
  • Darsteller: Andreas Adams, Charlotte Lanzinger, Manfred Paethe
  • Bewertung: ***
  • Belohnungen: 5.000 DM
  • Status: ungeklärt

Nachspiel

In der Nachbereitung des Falls wird auf eine Verbindung zwischen vermutlichem Täter und Opfer aufmerksam gemacht. Einer der Verdächtigen gab in seiner Anmeldekarte als Geburtort Arnsdorf aus dem Kreis Liegnitz an. Dieser Ort in Schlesien trägt seit Kriegsende einen anderen Namen, und es ist bemerkenswert, dass der vermutliche Täter diesen kleinen Ort, der nur 2000 Einwohner zählt, kennt. Desweiteren hat Anneliese St. in der Zeit von 1941 bis 1945 in Liegnitz als Gewandmeisterin an einem Theater gearbeitet, allerdings unter ihrem Mädchennamen. Der Fall, wie auch 27 weitere alte Prüffälle, wird zur Zeit durch die Kripo Heidelberg komplett neu aufgerollt. Das Speziallabor des Stuttgarter Bundeskriminalamts ist momentan damit beschäftigt, die DNA des Täters sowie weitere Spuren aufzubereiten und mit den Datenbanken des Bundeskriminalamts zu vergleichen. Die Spuren ergeben sich aus Blutspritzern auf der Kühlerhaube und der Fahrertür des Taxis sowie einigen Fingerabdrücken. Außerdem, so schreibt die Rhein-Neckar-Zeitung, wurde am Fundort des Tatmessers "...ein „Exkrementenhaufen“", mit dem der Mann "...hier seine Notdurft verrichtete" aufgefunden. Die Ergebnisse des BKA haben zudem ergeben, dass der Mann "im Ziegelhäuser Hotel „Stiftsmühle“ sein Essen eingenommen" hat. In Folge der neuen Ergebnisse wurden bis jetzt über 200 Personen erfolglos überprüft. Die meisten Verdächtigen sind schon über 70 Jahre alt oder bereits verstorben. Raubmord schließt die Kripo bislang aus, da auch dem Mörder bekannt gewesen sein müsste, daß die Taxifahrerin für diese nächtliche Fahrt nur das Nötigste mitnahm. Eine Beziehungstat ist wohl nicht auszuschließen, da Frau S. ihren Mörder anscheinend kannte. Sie fuhr aus Sicherheitsgründen üblicherweise nur tagsüber und erwähnte auch gegenüber ihrer Familie, ihr wäre der Fahrgast bekannt gewesen. Ob es sich dabei tatsächlich um die beiden Männer aus dem Hotel handelt, wie im Filmfall gezeigt, ist nicht bekannt. Ebenso könnte es ein junger Fahrgast sein, mit dem das Opfer einige Stunden zuvor im Taxi gesehen wurde. (Quelle: Rhein-Neckar-Zeitung vom 11./12. Juli 2009 (Ausgabe 157))

Die Studiofälle der Sendung:

  • SF 1: Kripo Essen - Fahndung nach Eduard Sch. (35), gesucht wegen Betrugs. Seine Masche ist es, gebrauchte Autos mit gefälschten Schecks zu bezahlen. Da er seine Opfer nur am Wochenende besucht, können diese die Schecks nicht überprüfen.

Geklärt: Eduard Sch. wurde in Düsseldorf festgenommen. Mit seiner Festnahme stieß die Polizei auch auf eine bisher unbekannte Gruppe von Hehlern und Mittätern. Auflösung in der Folgesendung.

  • SF 2: Fahndung für Österreich nach Erich G. (37), gesucht wegen Autodiebstahls. Ihm fehlt ein Daumen. Er wird bereits seit 3 Jahren gesucht.

Geklärt: Erich G. wurde noch am Abend der Sendung in München festgenommen. Er hatte eine Stelle als Tankwart angetreten. Ein Zuschauer, der Kriminalbeamter war und bei ihm öfters verkehrte, hatte ihn erkannt. Auflösung in der Folgesendung.

  • SF 3: Fahndung für die Schweiz nach Salvadore N. (31), gesucht wegen Raubmords an einem Invaliden. Er wird verdächtigt, zusammen mit einem Komplizen in Fribourg einen 71-jährigen Lotterieverkäufer beraubt und niedergeschlagen zu haben. Der alte Mann ist, ohne das Bewusstsein wiedererlangt zu haben, verstorben.

Geklärt: Salvadore N. hielt sich am Tage der Sendung in Deutschland auf und es gelang ihm noch, in die Niederlande zu fliehen. Drei Tage nach der Sendung konnte er dort festgenommen werden. Auflösung in der Folgesendung.

XY Gelöst – der Rückblick

Zwischenergebnisse aus früheren Sendungen:

keine Zwischenergebnisse in dieser Sendung.

XY Gelöst:

Bemerkungen

  • 25. Folge. Dazu eine kleine Ede-Rechtfertigung und Danksagung
  • Peter Hohl macht sich wichtig.
  • Höchst mysteriöse Filmfälle 1 und 3! Fall 1 ist in der Tat wohl einer der merkwürdigsten Fälle, die je bei Aktenzeichen gesendet worden sind (vergleichbar vielleicht mit dem ebenso mysteriösen Fall G. aus der 60er Jahren).
  • In Filmfall 3 kommt kurioserweise nicht die "Wischblende" zum Einsatz, dafür gibt es eine außergewöhnlich toll gemachte Überleitung zwischen 2 tickenden Weckern.
  • Weiterer Darsteller Ulrich Fréer

Vorherige Sendung: Sendung vom 06.03.1970

Nächste Sendung: Sendung vom 22.05.1970

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