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Aktuelle Version vom 3. Dezember 2019, 09:10 Uhr

Vermisst: Katrin K. (Eisregen)

Inhalt

  • Dienststelle: Kripo Lüchow-Dannenberg
  • Kommissar im Studio: Kriminalkommissar Andreas Rusche
  • Tag des Verschwindens: 01. Januar 2001, gegen 18:45 Uhr
  • Ort des Verschwindens: Bushaltestelle in Bergen an der Dumme
  • Details: 15-jährige Schülerin Katrin K.; seit 01. Januar 2001 vermisst; Polizei geht von Tötungsdelikt aus; Familie hofft auf Wiedersehen; April 2002: über ein Jahr ist seit Katrins Verschwinden vergangen; angeblich mehrmals gesehen worden, u. a. als Animateurin in der Türkei; alle Spuren im Sande verlaufen; Polizei will neue Aktion starten; Plakatwände aufstellen; 01. Januar 2001: Familie nach Silvesterparty sehr müde; Katrin als erste wieder fit; versucht einem Gespräch mit ihrer Mutter aus dem Weg zu gehen; will zum Abendessen wieder da sein; Katrins 15 Jahre älterer Freund holt sie mit einem Bekannten ab; heimliche Beziehung; Bergen an der Dumme; 12km entfernt; Nachmittag verläuft nicht wie geplant; Schwierigkeiten nach Hause zu kommen; sehr schlechtes Wetter; Eisregen; keiner kann Katrin fahren; lehnt Geld für Taxi ab; macht sich zu Fuß auf den Heimweg; Bekannter sieht wenige Minuten später Katrin die Hauptstraße entlang gehen; Katrins Ziel: Bushaltestelle; nächster Bus fährt erst in 30min; sehr kalt; Zeugin sieht vermutlich Katrin an einem Wagen stehen; Berliner Kennzeichen; dunkler BMW; riesige Plakatwand aufgestellt; 270 Hinweise eingegangen; erfolglos;
  • Zitate: „Ihre letzte SMS, die werde ich nie löschen! […] Am meisten fehlt mir ihr Lächeln.“
  • Sprecherin: Isolde Thümmler
  • Darsteller: Michael Hiller, Thomas Kollhoff, Angelika Sedlmeier, Carsten Steuwer, Raphaela Tyroller
  • Besonderheiten: Einblendung von falschem Datum (01. Januar 2002)
  • Belohnung: 5.000€
  • Bewertung: ***
  • Status: ungeklärt

Nachspiel

Die erste Fahndung nach Katrin erfolgt als Studiofall in der Sendung vom 23.03.2001, also knapp vier Monate nach Katrins spurlosem Verschwinden. Der erste Aufruf bei Aktenzeichen XY verläuft jedoch erfolglos, daher startet die Kripo Lüchow-Dannenberg einen zweiten Versuch, den Verbleib Katrins endlich zu klären. Auch die filmische Umsetzung des Verschwindens der 15-jährigen Schülerin verhilft der Kripo nicht zu entscheidenden Hinweisen, welche die Ermittlungen voranbringen.

Der Vermisstenfall umfasst bis dato mehr als 45 Aktenordner, über 400 Spuren wurden überprüft und ausgewertet und doch gibt es knapp zwei Jahre nach Katrins Verschwinden weder einen dringend Tatverdächtigen noch eine heiße Spur. Vom Tag des Verschwindens an, hinterließ Katrin K. kein einziges Lebenszeichen. Auch ihre Leiche oder persönliche Gegenstände wie ihre Kleidung oder ihr Handy sind seither nirgends aufgetaucht.

Anlässlich des 18. Geburtstages von Katrin stellt die Kripo 18 Plakatschilder an der Strecke zwischen Bergen und Katrins Wohnhaus in Groß Gaddau auf, um an den Vermisstenfall zu erinnern und auf den Täter und mögliche Zeugen Druck auszuüben. Doch vergebens - die Ermittlungen werden müssen eingestellt werden.

Ende Oktober 2006 scheint wieder Bewegung in den Fall zu kommen. Am 30. Oktober 2006 um 19:59 Uhr erhält Katrins Schwester Mandy K. plötzlich einen mysteriösen Anruf. Eine Frau mit osteuropäischem Akzent sagt, es ginge um ihre verschwundene Schwester Katrin. "BMW, schwarz, Hamburg", sagt die Unbekannte, dann bricht die Verbindung ab. Die Kripo findet heraus, dass der Anruf aus einer öffentlichen Telefonzelle aus Nürnberg kam. Mit derselben Telefonkarte wurden von dort aus mehrere Gespräche - unter anderem nach England und zum Berliner Landeskriminalamt - geführt. Doch trotz intensiver Ermittlungen, auch über einen erneuten Aufruf in XY in der Sendung vom 07.12.2006 konnte die Anruferin nie verifiziert werden, die Spur wurde kalt. Die Sonderkommission löst sich schließlich wieder auf.

Über einen erneuten Zeugenaufruf versucht die Kripo in der Sondersendung vom 30.03.2011 des XY-Spezials "Wo ist mein Kind?" den Fall wieder in das Gedächtnis der Menschen zu rufen. Die Hoffnung der Kripo ruht darauf, dass der Täter sein Gewissen erleichtert und Menschen aus seinem nächsten Umfeld eingeweiht hat. Doch: es folgt die Ernüchterung. Erneut erreichen die Kripo zwar zahlreiche Hinweise, die sich jedoch allesamt als nicht zielführend herausstellen. Der Vermisstenfall der 15-jährigen Schülerin umfasst im Dezember 2011 schon 70 Aktenordner, mehr als 560 Spuren wurden erfolglos überprüft und unzählige Zeugen vernommen. Katrins komplettes persönliches Umfeld wurde ermittelt ohne auch nur die geringste Spur zu der 15-Jährigen zu finden. Die Akten werden schließlich geschlossen, da der Fall als "ausermittelt" gilt.

Im Jahr 2014, während der Sendung vom 05.02.2014 meldet sich im Studio eine XY-Zuschauerin - anonym. Sie macht Angaben zum Fall Katrin K., auch wenn dieser in der XY-Sendung überhaupt nicht thematisiert wird. Sie sagt nur wenige Sätze, aber der Inhalt klingt für die Kripo so präsent, dass diese unbedingt noch einmal Kontakt zu dieser Frau aufnehmen möchte. Berichtet wird dies alles in der Sendung vom 06.08.2014. Ob die Anruferin jemals identifiziert werden konnte, ist unklar. Auch zum Inhalt des vorangegangenen Anrufs wird geschwiegen.

Erneut Bewegung kommt in den Fall als Mitte September 2017 eine Kreide-Nachricht auf der Innenseite des Buswartehäuschens, in dem die spurlos verschwundene Katrin K. am Neujahrstag 2001 zum letzten Mal gesehen worden war, auftaucht. Zu lesen ist dort in eher weiblich anmutender Schrift, dass Katrin von zwei namentlich genannten Personen missbraucht worden wäre und die Polizei eine für nötig befundene Untersuchung nicht aufnehmen würde. Was hat das zu bedeuten? Ist es das Werk von Schülern, die sich einen üblen Spaß erlaubt haben? Ist es eine üble Nachrede? Oder doch eine heiße Spur? Die Polizei sucht den Verfasser der Kreide-Nachricht, jedoch ohne Erfolg. Der Fall bleibt rätselhaft und Katrin bleibt verschwunden - seit nunmehr 18 Jahren.

"Ich weiß in diesem Fall heute genau soviel wie am 1. Januar 2001, dem Tag des Verschwindens, als sich die Spur an der Bushaltestelle in Bergen verliert", sagt Kriminaloberkommissar Andreas Rusche in einem Interview mit dem "Hamburger Abendblatt" im Dezember 2011. "Wir sind keinen Schritt weiter. Ich kenne keinen vergleichbaren Fall, bei dem ein Mensch scheinbar wie vom Erdboden verschluckt wurde."

Am 26. Oktober 2018 teilte die Polizeiinspektion Lüneburg/Lüchow-Dannenberg über eine Pressekonferenz mit, dass der Vermisstenfall Katrin K. komplett neu aufgerollt werde und eine Ermittlungsgruppe gegründet worden sei. Die neu besetzte Ermittlungsgruppe (EG) der Kriminalpolizei arbeitet den Fall in Kooperation mit der Operativen Fallanalyse (OFA) des Landeskriminalamts Niedersachsen komplett neu auf. Hierbei soll eine vollständige Neubewertung der Geschehnisse und Erkenntnisse erfolgen. Zudem wird die Kripo mit einer Mobilen Wache wird die Kripo vom 30. Oktober bis zum 04. Dezember 2018 dauerhaft in Bergen an der Dumme präsent sein, um Hinweise jeglicher Art entgegenzunehmen.

Die Ermittler setzen darüber hinaus auf die bewährte, internetbasierte Kommunikationsplattform "BKMS". Das "BKMS"-System bietet die unkomplizierte Möglichkeit, online - und absolut anonym - Hinweise zu geben. Absender sind nicht identifizierbar, der Inhalt der Meldungen wird durch Sicherheitstechnik geschützt. Für sachdienliche Hinweise, die zur Aufklärung des Verbrechens führen, sind 10.000€ ausgelobt worden.

Am 26. November 2018 hat sich aus einer Telefonzelle am Bahnhofsplatz in Celle ein anonymer Anrufer gemeldet. Über die Notrufnummer 110 habe dieser die Polizei kontaktiert und mehrere Minuten mit dem Beamten in der Leitstelle gesprochen. Dabei soll der anonyme Anrufer mehrere interessante Hinweise gegeben haben. Unter anderem soll er angedeutet haben, zu wissen, wo sich die Leiche der damals 15-jährigen Schülerin befindet. Ob er einen konkreten Ort genannt hat und ob die Beamten diesen bereits abgesucht haben, bleibt indes unklar. Nach einigen Minuten habe der Anrufer das Gespräch jedoch unvermittelt abgebrochen. Die Kripo bittet den Hinweisgeber nun, sich erneut zu melden.

Am 21. und 22. Januar 2019 wurde ein 100 mal 100 Meter großes Waldstück bei Bergen aufwendig durchsucht und umgegraben. Auslöser für die erneute Suchaktion war ein anonymer Hinweis, der die Kripo über die Kommunikationsplattform "BKMS" erreicht hatte. Doch trotz des Einsatzes von Spürhunden, Drohnen, Infrarot-Sonden und der Hilfe von Archäologen und Anthropologen fanden die Ermittler keine Hinweise auf die Leiche der 15-Jährigen. Der Hinweis sei sehr konkret gewesen, was sich in dem hohen personellen und technischen Aufwand der Suche widergespiegelt hat.

Anfang März 2019 gaben die Ermittler bekannt, dass sie im Rahmen ihrer fallanalytischen Betrachtungen und erneuten Ermittlungen sowie der Vernehmung eines bislang unbekannt gebliebenen Zeugen davon ausgehen, dass Katrin eine Mitfahrgelegenheit mindestens bis nach Clenze gesucht hat. Der Täter dürfte sie mit seinem Kfz im Bereich der Bushaltestelle in Bergen (Dumme) aufgenommen und freiwillig mitgenommen haben. Dabei dürfte Katrin nicht zwischen einem Bekannten und einem völlig Fremden unterschieden haben. Sie hätte auf jeden Fall die Mitfahrgelegenheit genutzt. Im weiteren Verlauf ist es dann vermutlich zu einem Tötungsdelikt zum Nachteil von Katrin K. gekommen.