Die nächste Ausstrahlung von Aktenzeichen XY erfolgt am 28. August 2019 im ZDF! Unbedingt einschalten!

XY-Spezial 10: Wo ist mein Kind? vom 24.07.2019

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Filmfälle

Vermisst seit 11.06.2017: Marvin K.

Inhalt

  • Dienststelle: Kripo Duisburg
  • Beamter im Studio: Kriminalhauptkommissar Stefan Hausch
  • Weitere Gäste im Studio: Manuela & Melina K., Mutter & Schwester des Vermissten
  • Tag des Verschwindens: 11. Juni 2017
  • Details: Marvin K., geboren 2004 in Duisburg, ist ein aufgeweckter und wissbegieriger Junge. Als Marvin 6 Jahre alt ist, liegt sein Vater schwer krank im Krankenhaus. Am 14. Dezember 2009 kommt es in der späten Nacht zu einer merkwürdigen Situation: Der junge Marvin kann nicht schlafen und berichtet seiner Mutter davon, dass sein Vater sich soeben am Bett von ihm verabschiedet habe und nun tot sei. Unmittelbar darauf erreicht die Mutter tatsächlich die Todesnachricht des Vaters. Marvin wird mit dem Tod des Vaters nicht fertig. Er zieht sich mehr und mehr zurück, wird aggressiv gegenüber Lehrern und Mitschülern, sodass seine Mutter mehrmals wegen angezeigter Körperverletzungen bei der Polizei vorsprechen muss. Ein Arzt verschreibt dem Jungen ein Neuroleptikum, nachdem er bei ihm eine emotionale Störung diagnostiziert hat. Mit neun Jahren kommt Marvin 2013 in eine betreute Einrichtung in Amern (Schwalmtal). Von dort aus besucht er eine Realschule, darf aber in den Ferien und an Wochenenden nach Hause. 2016 hält er es in der Einrichtung nicht mehr aus. Er fühlt sich unverstanden und wird im Februar 2016 schließlich wieder nach Hause geholt. Die Umstellung fällt ihm nicht leicht. Weil er an seiner alten Schule nicht mehr aufgenommen wird, findet seine Mutter schließlich einen Platz an einer Sekundarschule für ihn. Zunächst gibt es dort keine Probleme. Doch nach drei Monaten attackiert Marvin einen Mitschüler und wird von der Rektorin zum Arzt geschickt. Die Ärztin erklärt ihn für nicht weiter beschulbar. Während er die nächsten Wochen nur zu Hause verbringt, kommt es vermehrt zu heftigen innerfamiliären Reibereien. Marvin dreht mehrfach völlig durch. Schließlich kommt der 12-jährige nach Oer-Erkenschwick in eine weitere Einrichtung, darf aber noch immer keine Schule besuchen, weil er keinen Platz in der Psychiatrie bekommt. Da es auch bei seinen wenigen Besuchen zu Hause ständig zu heftigen Konflikten kommt, verzichtet seine Mutter schweren Herzens auf weitere Besuche. Im Mai 2017 kommt es in Recklinghausen zu einem versuchten Straßenraub, bei dem Marvin als Täter auftritt. Die Strafverfolgung wird allerdings eingestellt. Marvin gerät trotz strenger Restriktionen des Heims in der Folgezeit an zwielichtige Gestalten. Am Sonntag, den 11. Juni 2017, gegen 10 Uhr, verlässt Marvin die Einrichtung. Er gibt gegenüber einer Betreuerin an, sich mit einem gewissen "Ismael" am Berliner Platz treffen zu wollen. Obwohl die Betreuerin ihn auf seine Meldeauflage hinweist, verschwindet Marvin an diesem Tag spurlos. Um 11:37 Uhr schreibt er einem Betreuer, er sei am Berliner Platz. Tatsächlich befindet sich sein Handy nach den späteren Ermittlungen dabei jedoch acht Kilometer weiter südlich, am Neumarkt in Recklinghausen. Am Abend alarmieren die Betreuer die Polizei. In seinem Zimmer ist alles wie immer, seine privaten Gegenstände hat Marvin dort zurückgelassen. Seine Mutter und seine Schwester versuchen, über soziale Netzwerke Informationen zu bekommen. Auch auf diesem Wege erreichen die Polizei mehrere angebliche Sichtungen Marvins in verschiedenen Städten. Am 5. Juli 2017 meint ein Bekannter aus Kindertagen, Marvin gegen 16 Uhr an einem Auto stehend in Duisburg-Hochfeld erkannt zu haben. Er spricht ihn an, Marvin schickt ihn weg, und auch der Fahrer der Limousine mit Essener Kennzeichen blafft den Zeugen an. Die Polizei bewertet die Aussage als glaubwürdig.
  • Sprecherin: Hansi Jochmann
  • Status: ungeklärt

Nachspiel

Vermisst seit 20.01.1990: Christina H.

Inhalt

  • Dienststelle: Kripo Halle an der Saale
  • Beamter im Studio: Ralf Karlstedt
  • Weitere Gäste im Studio: Erika & Joachim H., Eltern der Vermissten
  • Tag des Verschwindens: 20. Januar 1990
  • Details: Christina H. kommt am 6. Januar 1968 zur Welt. Sie wächst in Halle an der Saale in der damaligen DDR auf. Während sie als Kind noch ruhig und introvertiert gewesen war, eckt sie im jugendlichen Alter mit dem System des Staates und mit ihren Eltern an. Sie hat weder einen festen Wohnsitz noch eine Arbeit – ein Lebensstil, der in der DDR mit Freiheitsstrafe bedroht ist. 1985 lernt sie den NVA-Soldaten Erik kennen. Die beiden ziehen zusammen in eine Wohnung ein. Im Oktober 1987 heiraten sie, und vier Monate darauf kommt die gemeinsame Tochter Steffi zur Welt. Das Familienidyll hält nicht lange, schon bald kommt es zu Streitereien des Ehepaars. Gegen den Willen seiner Frau, die von chronischer Bronchitis geplagt wird, schafft Erik einen Hund an. Christinas Gesundheitszustand verschlechtert sich zusehends. Als am Wochenende ihre Schwiegereltern zu Besuch kommen, deuten diese an, Christinas Fähigkeiten als Mutter anzuzweifeln. Sie wollen Steffi mit zu sich nehmen, was auch Erik für eine gute Idee hält. Die DDR-Behörden segnen das ab, und nachdem das zweite Kind Mike zur Welt gekommen ist, wird Steffi tatsächlich von den Großeltern aufgenommen. Christina ist so sehr von dem Sorgerechtsstreit und der drohenden Scheidung eingenommen, dass sie die Veränderungen in der Zeit des Mauerfalls nur am Rande mitbekommt. Gelegentlich fährt sie zu ihren Schwiegereltern, mit denen sie ein schlechtes Verhältnis hat, um ihre Tochter zu besuchen. Während gerade ein Brief zu ihr unterwegs ist, in dem ihr das alleinige Sorgerecht zugesprochen wird, verschwindet die 22-Jährige am 20. Januar 1990 auf dem Weg zu ihren Schwiegereltern "in die Höhle der Löwen", wie sie es nennt, spurlos.
  • Zitate: „Was soll der Hund hier?“
  • Sprecherin: Hansi Jochmann
  • Status: ungeklärt

Nachspiel

Vermisst seit 24.12.2011: Johannes B.

Inhalt

  • Dienststelle: Kripo Karlsruhe
  • Beamter im Studio: Kriminalhauptkommissar Dominique Eller
  • Gäste im Studio: Rose & Anna B., Mutter & Schwester des Vermissten
  • Tag des Verschwindens: Heiligabend 24. Dezember 2011
  • Details: Johannes B. ist bereits als Kind auffallend intelligent. Mit acht Jahren bringt er seiner kleinen Schwester das Lesen bei. Die Mutter ist 1994 seit kurzem alleinerziehend. Nach einem Umzug in ein kleines Dorf in Baden-Württemberg, Johannes kommt in Murrhardt aufs Gymnasium, ändert sich sein Verhalten. Der 12-jährige rebelliert gegen die Lehrer und das Schulsystem. 2001 zieht die Mutter dann in die Nähe des Vaters nach Karlsruhe. Mit 16 Jahren gerät Johannes dort in die Drogen-Szene. Er scheint dem Alltag entfliehen zu wollen. Mit der Zeit intensiviert sich der Konsum, er experimentiert mit verschiedenen Substanzen, geht immer öfter feiern und nimmt schließlich Ecstasy. Er wird zum notorischen Schulschwänzer und bricht die Schule in der zwölften Klasse schließlich ganz ab. Mit 22 Jahren lernt Johannes 2009 seine große Liebe Bella kennen, die ebenfalls in der Drogen- und Partyszene unterwegs ist. Die beiden ziehen zusammen. Doch sie geraten immer tiefer in den Drogen-Sumpf, und Johannes distanziert sich zunehmend von seiner Mutter. Am 1. November 2011 erleidet er einen Kreislaufkollaps. Sein Freund Enno ruft zwar den Rettungsdienst, behauptet aber, Johannes nicht zu kennen. Zwei Wochen später erhält Johannes Besuch von seiner Mutter und einer Freundin. Es geht ihm schon wieder recht gut, er verschweigt aber den Vorfall. Sie verabreden sich, das Weihnachtsfest zusammen zu verbringen. Am 23. Dezember 2011 und in der darauffolgenden Nacht hat das Paar Besuch von einem Freund. Diesem fällt nichts ungewöhnliches an Johannes auf. Dessen Freundin Bella konsumiert mittlerweile ein Drogenersatz-Präparat. Auch Johannes bedient sich davon. Weil sie keine neuen Tabletten besorgt hat, kommt es an Heiligabend gegen 21 Uhr zum Streit, und Johannes verlässt die Wohnung. Am 6. Januar 2012 alarmiert die Mutter die Polizei, doch sie wird auf eine Frist von drei Wochen vertröstet. Am 18. Januar nimmt die Polizei dann die Ermittlungen auf. Am 12. Januar wird Johannes' Umhängetasche in der Gerwigstraße 77 auf einem Parkplatz der Verkehrsbetriebe gefunden. Darin befinden sich persönliche Gegenstände und Medikamente. Aufgrund der spät begonnenen Ermittlungen und der Speicherfristen der Netzbetreiber kann die Polizei vier Personen, die Johannes am Abend seines Verschwindens angerufen hat, nicht mehr identifizieren. 2015 stirbt Johannes' Freundin Bella an den Folgen ihres Drogenmissbrauchs.
  • Zitate: „Ich koch' Spaghetti, ok?“ | „Siehst du das auch, wie das Wasser plötzlich viel ruhiger wirkt?“
  • Sprecherin: Hansi Jochmann
  • Darsteller: Nadine Knobloch, Katrin Mohrhardt, Joshua Mutig, Philipp Schuster
  • Besonderheiten: Rudi erwähnt eine gewisse Ähnlichkeit zum britischen Rockmusiker Pete Doherty. (Wikipedia)
  • Status: ungeklärt

Nachspiel

Bericht mit Bildern über die Dreharbeiten unter der Regie von Jochen Müller vom 17. bis 21. Juli 2018 in Karlsruhe, in dem auch einige der Schauspieler erwähnt werden.

Quelle: Aktenzeichen XY... ungelöst: Dreharbeiten in Karlsruhe; FILM IN KARLSRUHE.

Vermisst seit 14.06.1996: Natalie L.

Inhalt

  • Dienststelle: Kripo Saarbrücken
  • Gäste im Studio: Evelyn & Eileen L., Mutter & Schwester der Vermissten
  • Tag des Verschwindens: 13. Juni 1996
  • Details: Natalie L. wird am 11. November 1981 in Saarlouis geboren. Ihre erst 17-jährige Mutter geht noch auf die Berufsschule, ihr Vater arbeitet als Ofenbauer. Die junge Familie zieht schon bald in eine gemeinsame Wohnung, und Natalie bekommt noch zwei Geschwister. Sie ist ein aufgewecktes Kind, geht gerne zum Fasching. Im Alter von 12 Jahren geht sie 1994 auf eine Sekundarschule in Wallerfangen. Sie ist eine gute und beliebte Schülerin. Doch in der Familie kriselt es. Wenn der Vater am Wochenende nach Hause kommt, kommt es zu Streitigkeiten unter den Eheleuten. Natalie leidet sehr darunter. Alsbald trennt sich die Mutter und zieht mit ihren Kindern nach Altforweiler. Die pubertierende Natalie kapselt sich immer mehr von ihrer Mutter ab. Sie gerät an einen neuen Freundeskreis und interessiert sich fortan mehr für Partys als für die Schule. Dabei kommt sie auch mit Drogen in Kontakt. Am 13. Juni 1996 fährt die Mutter Natalie und ihren Bruder zur Schule. Am Nachmittag erwartet sie die beiden bei der Großmutter. Doch Natalie hat an diesem Tag Nachsitzen. Schließlich fährt die Mutter zur Schule, doch dort ist ihre Tochter nicht mehr aufzufinden. Natalies neuen Freund Thomas kann sie nicht erreichen, erfährt aber, dass ihre Tochter wohl dort sein soll. Am nächsten Tag fährt sie zu dessen Haus, doch dort ist nur Thomas' Schwester anzutreffen. Natalie befindet sich in diesen Augenblicken auf dem Gelände der Sekundarschule in Saarlouis bei ihren neuen Freunden. Diese benötigen Suchtmittel, und Natalie erklärt sich bereit, deshalb nach Saarbrücken zu fahren. Ein Schüler lässt sie an den Saarwiesen am Staatstheater aus dem Auto, wo zu dieser Zeit mit Drogen gedealt wurde. Daraufhin ist sie verschwunden. Weder polizeiliche Ermittlungen noch private Plakataktionen führen zu einem Ergebnis.
  • Sprecherin: Hansi Jochmann
  • Zitate: „Natalie, hol mir noch 'ne Flasche Bier aus dem Kühlschrank!“
  • Status: ungeklärt

Nachspiel

Die Studiofälle der Sendung

XY-Gelöst

  • FF 5 der XY-Spezial 8: Wo ist mein Kind? vom 31.05.2017: Der 22-jährige Arian ist wieder bei seiner Familie. Er hatte in Mailand gelebt. Noch am Tag seines Verschwindens war er mit der Bahn nach Mailand gereist. Dort war er zunächst in einer Psychiatrie untergebracht, später in einer betreuten Einrichtung. In der Weihnachtszeit 2018 bekam Arian offenbar Heimweh, sodass Betreuer ihm seinen richtigen Namen entlocken und die Familie wiedervereinen konnten.

Erste Ergebnisse

Gibt es neue Spuren?

Spannende Frage nach «XY Spezial»


Fälle, die unter die Haut gehen: Eltern suchen ihr verschwundenes Kind. Geschwister fordern ihren vermissten Bruder oder die Schwester auf, zurückzukommen oder wenigstens mal anzurufen. Und das nach 20, 30 Jahren der Ungewissheit. «Aktenzeichen XY… ungelöst» bietet den Angehörigen einmal im Jahr die Gelegenheit dazu. Gestern war es wieder so weit. Moderator Rudi Cerne stellte in »XY Spezial«  vier Vermissten-Fälle vor.


Seit 11. Juni 2017 wird der damals 13-jährige Marvin K. vermisst. Alle Hoffnung setzten Marvins Mutter und seine Schwester auf die XY-Zuschauer. Und tatsächlich: Noch während der Sendung gingen knapp 30 Hinweise im XY-Studio ein und knapp 20 weitere bei der Kripo in Duisburg. Erster Polizeihauptkommissar Stefan Hausch und seine Kollegen werden alle diese Spuren in den kommenden Tagen sorgfältig abprüfen. «Die Hoffnung, dass Marvin noch lebt ist durchaus groß», so Hausch zuversichtlich.


Am 20. Januar 1990 macht sich die damals 22-jährige Christina H. auf den Weg zu ihren Schwiegereltern nach Gutenberg. Doch dort kommt sie nicht an. Ist Christina Opfer eines Gewaltverbrechens geworden? Oder ist sie freiwillig verschwunden, untergetaucht? Hätte sie wirklich ihre beiden kleinen Kinder zurück gelassen und sich kein einziges Mal bei ihren Eltern gemeldet? Fragen, die Polizeirat Ralf Karlstedt von der Polizei Halle bewegen. In der Sendung bekam er einen überraschenden Zuschauer-Hinweis. Mehr will er dazu noch nicht sagen, bevor der Hinweis nicht überprüft ist.


An Weihnachten 2011 verlässt der 25-jährige Johannes B. nach einem Streit mit seiner Freundin die gemeinsame Wohnung im Karlsruher Stadtteil Hagsfeld. Wie sich später herausstellt, hat er wohl noch am selben Abend einen Freund in Karlsruhe besucht. Nach 23.30 Uhr gibt es kein Lebenszeichen mehr von Johannes. Drei Wochen später wird seine Umhängetasche in einem Industriegebiet gefunden, 15 Gehminuten von der Wohnung des Freundes entfernt. »Nur weil die Tasche dort gefunden wurde, muss das nicht heißen, dass Johannes selbst dort war«, so Hauptkommissar Dominique Eller aus Karlsruhe. Er fragte deshalb die XY-Zuschauer, wer Johannes nach dem 24. Dezember 2011 noch gesehen hat oder einen Hinweis auf seine Tasche geben kann.

Und prompt kamen die Antworten: Mehrere Zuschauer meinen, Johannes noch nach seinem Verschwinden gesehen zu haben. »Das sind gute Ansatzpunkte, die wir prüfen können«, so Eller. Was die Überprüfungen ergeben, bleibt abzuwarten.

Bemerkungen

Rudi Cerne berichtet als Einstieg in die Sendung, dass innerhalb den letzten neun Jahre, also in neun Spezialsendungen zu vermissten Kindern und jungen Erwachsenen, insgesamt nach 43 Langzeitvermissten gesucht wurde und davon mittlerweile wieder vier wohlbehalten zu ihren Familien zurückkehren konnten.

Vorherige Sendung: Sendung vom 10.07.2019

Nächste Sendung: Sendung vom 28.08.2019

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