Die nächste Ausstrahlung von Aktenzeichen XY erfolgt am 24. April 2019 im ZDF! Unbedingt einschalten!

Sendung vom 05.07.1968Filmfall 1 Ausführliche Informationen

Aus Aktenzeichen XY ... ungelöst - Wiki
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  • Kompletter Sprechertext von Wolfgang:

Der 19. August 1962 ist ein strahlend schöner Sonntag. Kriminalkommissar Reinecke, Chef der Bielefelder Mord Kommission, ist zum Bereitschaftsdienst eingeteilt. Er kann sich zwar seinem Garten widmen, muss jedoch für die Kriminalwache ständig zu erreichen sein.

Kommissar Reinecke war zu optimisttisch. Zur selben Zeit nämlich, zu der er die Routinefrage einer Tageszeitung beantwortet, ereignet sich wenige Kilometer von seinem Haus entfernt doch noch etwas an diesem Wochenende. In der Wistinghauser Senne, einem spärlich bewaldeten Ödlandstrich, finden Pilzsammler die vergrabene Leiche eines jungen Mädchens. Ein Fuchs hatte an der Stelle, an der die Tote im Sand lag, ein Loch gescharrt und dabei den Arm des Mädchens freigelegt. Sonst wäre die Leiche vermutlich nie gefunden worden. Kurz nach 19 Uhr erscheint Kommissar Reinecke mit der Mordkommission am Fundort. Die Beamten beginnen mit ihrer unerfreulichen Arbeit.

Schon am nächsten Tag bestätigt sich die Vermutung der Beamten. Die Eltern des vermissten Mädchens Lydia S. erkennen Kleider und Schuhe ihrer Tochter wieder, die vor dreieinhalb Monaten verschwunden ist. Die Kripo hatte die Spur des Kindes damals bis zu einem Autobahnrastplatz verfolgen können. Die Vermisstenakte hat in diesen dreieinhalb Monaten beachtlichen Umfang angenommen.

Die Zeugin, die im Elternhaus des Mädchens wohnt, hat auf dem Hof Wäsche aufgehängt und dabei beobachtet, wie Lydia aus einem Mansardenfenster geklettert ist. Danach balancierte das Mädchen auf der Dachrinne entlang. Die Frau hat sich nichts weiter dabei gedacht. Lydia und ihre beiden kleineren Brüder waren auch früher schon auf dem Dach herumgeklettert. Die Mutter des Mädchens sagte später aus, dass Lydia Stubenarrest hatte und in ihrem Zimmer eingeschlossen war.

Lydia wurde auch noch von einer zweiten Frau gesehen. Sie hat beobachtet, wie Lydia auf das Garagendach gesprungen ist. Das Mädchen trug einen blauen Anorak, einen weiten rot-blau karierten Rock und schwarze Halbschuhe. Außerdem hatte sie eine rote Ledertasche bei sich, in der ein Paar Holzsandalen steckten. Das Kind ist nach Angaben der Zeugin in Richtung Autobahn verschwunden. Ein Straßenarbeiter hat Lydia dort gegen 16 Uhr 15 beobachtet und gesehen, wie sie versucht hat, Autos anzuhalten.

Die nächste und vielleicht wichtigste Aussage kam von einem LKW-Fahrer. Er heißt Wilfried B.. Er ist an dem Mädchen vorbeigefahren. Sein Chef hatte den Fahrern ausdrücklich untersagt, Anhalter in Firmenwagen mitzunehmen. Wilfried B. hat dann im Rückspiegel gesehen, wie hinter ihm ein roter Sattelschlepper angehalten hat. Ob das Mädchen wirklich eingestiegen ist konnte er nicht mehr feststellen, weil der Wagen aus dem Blickfeld des Rückspiegels geriet. Jetzt war der Mann neugierig geworden. Er hielt auf dem nächsten Parkplatz an und wartete auf den roten LKW. Der Sattelschlepper passierte kurz darauf den Parkplatz. Wilfried B. hat deutlich erkannt, dass das Mädchen neben dem Fahrer saß und dass der Wagen unbeladen war.

Die Suche beginnt an den Grenzübergängen nach Belgien. Es stellt sich heraus, dass nur beladene Fahrzeuge registriert werden, unbeladene nicht. Es bleibt den Beamten also nichts weiter übrig, als alle Wagen festzustellen, die kurz vor dem 26. April mit Fracht in die Bundesrepublik gekommen sind. Einer von ihnen müsste an dem fraglichen Tag leer zurückgefahren sein. Das Ergebnis dieser Prüfung schlägt sich in einer langen Liste nieder, die in Bielefeld aus dem Fernschreiber tickt. Zulassungsnummern und Anschriften von 253 belgischen LKWs. Die Liste geht über Interpol an die belgische Polizei. Dort kann festgestellt werden, welche Zulassungsnummern zu Sattelschleppern gehören. Es sind etwa zwanzig, deren Fahrtenbücher daraufhin von den belgischen Beamten überprüft werden.

Auf diese Weise wird der Fahrer, der Lydia S. mitgenommen hat, tatsächlich gefunden. Er heißt Valerie van R. und ist bei einer Holzhandlung in der Nähe von Gent beschäftigt. Er erinnert sich genau an das Mädchen, das am 26. April in Deutschland in seinen Wagen gestiegen ist. Kommissar Reinecke erhält von den belgischen Behörden die Genehmigung, den Mann selbst zu vernehmen.

Kommissar Reinecke lässt die Angaben des belgischen Kraftfahrers überprüfen. Die kontrollierten Fahrtenbücher belegen, dass der Mann tatsächlich nicht mehr im Raum Bielefeld gewesen sein konnte. Er scheidet als Täter also aus. Es gibt auch keinen Grund, an seiner Schilderung zu zweifeln. Für die Männer der Bielefelder Mordkommission ist deshalb die Frage immer noch offen, wie Lydia S. von der belgischen Grenze zurückgekommen ist in den den Bielefelder Raum.

  • Nachbesprechung mit Ede:

„Das Jahr 1962, meine Damen und Herren, und das zur besseren Erinnerung, war das Jahr der Flukatastrophe in Hamburg. In Chile wurde in diesem Jahr die Fußball-Weltmeisterschaft ausgetragen, Konrad Adenauer war noch Bundeskanzler und einen Tag vor Lydias Verschwinden began in München der Aufsehen errregende erste Prozess gegen Vera B..“ Ede nach dem Film zur zeitlichen Einordnung.

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