Die nächste Ausstrahlung von Aktenzeichen XY erfolgt am 24. April 2019 im ZDF! Unbedingt einschalten!

'''Unbekannte Tote (Grünes Minikleid) Ausführliche Informationen'''

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Mord an einer Unbekannten ("Grünes Minikleid")

Inhalt

  • Dienststelle: Kripo Wiesbaden
  • Beamter im Studio: Kriminaloberrat Konrad Gaulke
  • Damalige Belohnung: 3.000,- DM
  • Tatverdächtig: Im Update ist die Frau zwar immer noch nicht identifiziert, es wird aber ein Tatverdächtiger vorgestellt. Allerdings scheint es sich dabei nicht um den Täter gehandelt zu haben.
  • Details: Waldstück bei Roth/Westerwald: Mopedfahrer fährt in den Wald, um Farnkräuter für seinen Garten zu suchen, findet in Teich weibliche Wasserleiche, die mit 2 Steinen beschwert war und mehrere Wochen im Wasser lag. 2 Schüsse in die linke Kopfhälfte, auffälliges "schockgrünes" Minikleid ("Tanzkleid"), weitere Kleidungsstücke in der Umgebung. Junges Opfer war betrunken (mindestens 2,5 Promille) und hatte sehr schlechte Zähne. Ermittlungen führen in eine Nachtbar, Kellnerin erinnert sich. Männliche Begleitung mit großen Händen und einem Ring mit schwarzem Stein. Am Ende Foto von der Wasserleiche.
  • Zitate: "Die Naht, die ist so primitiv zusammengezogen, als ob es eine 12-Jährige gemacht hätte ...oder ein Mann."
                "Das Rätsel der unbekannten Toten im grünen Minikleid wartet unter dem Aktenzeichen "4 Js 472/67 auf seine Lösung." (klasse Zitat von Wolfgang)
  • Bewertung: ***
  • Status: geklärt
  • Ausführliche Informationen

Nachspiel

In seinem Buch "Das unsichtbare Netz" von 1969 beschreibt Eduard Zimmermann, wie der Einsatz des Mediums Fernsehen auch an seine Grenzen gestoßen ist (S. 167 ff). Obwohl mehr als 200 Hinweise auf die Austrahlungen (inkl. nochmaliges darauf Eingehen) eingingen, konnte der Fall nicht mit Hilfe der Zuschauer gelöst werden.

Dabei war die Lösung schon am Tage nach der Sendung so greifbar nahe: Eine Freundin der Mutter der Toten meinte: "Du sag mal, die Tote, die gestern im Fernseher kam, könnte das nicht die Christel sein?" Aber die Mutter winkte ab. Sie vermutete ihre Tochter bei irgendwelchen Männern oder amerikanischen Soldaten. Christel hatte ihrer Mutter in den letzten Jahren mehr Kummer als Freude bereitet. Sie arbeitete in Bars und Nachtlokalen, oft in der Nähe amerikanischer Kasernen.

Die Spur zum Mörder und zur Identifizierung von Christel S. brachte letztendlich nicht Aktenzeichen XY, sondern die Redseligkeit ihres "Totschlägers" unter Alkoholeinfluss. Erich W., Sohn eines Butzbacher Barbesitzers und aus dem Milieu, war mit Christel verlobt und wegen wechselseitiger Untreue in heftige Eifersuchtsstreitigeiten verwickelt. In einem geschickt vorbereiteten Geständnis lancierte er folgende Version: Während einer nächtlichen Autofahrt griff die stark alkoholisierte Christel in sein Handschuhfach, zog einen Revolver und drohte, sich zu selbst erschießen. Unglücklicherweise löste sich ein Schuss und traf sie in den Kopf. Die Getroffene stöhnte und schrie. Um ihr weitere Qualen zu ersparen, setzte Erich W. noch einen zweiten aufgesetzten Schuss hinterher.

Der Tat war Erich hinterher seelisch nicht gewachsen. Insbesondere in betrunkenem Zustand hat er gegenüber neuen Verlobten drohende Aussagen und kolportierende Geständnisse verfasst und mit einem der Vorgängerin vergleichbaren Schicksal gedroht. Die Limburger Mordkommision wurde auf ihn aufmerksam. Eine Schwurgerichtskammer in Gießen verurteilte ihn wegen Totschlags zu zwölf Jahren Zuchthaus. Mord konnte ihm nicht bewiesen werden.

1. Update in der Sendung vom 05.07.1968.
2. Update in der Sendung vom 02.08.1968.
Über die endgültige Klärung des Falls wird dann in der Sendung vom 07.03.1969 berichtet.