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'''Goethepark Weimar Mord an Stephanie D.:Ausführliche Informationen'''

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Sexualmord an Stephanie D. (Goethepark)

Inhalt

  • Dienststelle: Kripo Jena
  • Beamter im Studio: Kriminalhauptkommissar Helmut Albrecht
  • Tattag: 24. August 1991, gegen 15:45 Uhr
  • Fund der Leiche: 26. August 1991
  • Tatort: Autobahnbrücke Teufelstal
  • Tatverdächtig: ein unbekannter Mann
  • Details: 10-jährige Stephanie D.; ZDF-Sonntagskonzert im Goethepark Weimar; Goethepark stark besucht; beliebter Aufenthaltsort, vor allem für Kinder während der Schulferien; Stephanie D. und ihre zwei jüngeren Geschwister samt einer Freundin halten sich dort oft auf; ein fremder Mann zeigt einen Tag zuvor Interesse an den Kindern; bietet ihnen Eis an, doch die Kinder verweigern jeglichen Kontakt; halten sich am nächsten Tag an der Sphinx-Grotte auf; unbekannter Mann versucht nun mit Geld an die Mädchen ranzukommen; kommt mit ihnen ins Gespräch; Parkbesucher müssen wohl unbeabsichtigt den unbekannten Mann im Hintergrund gefilmt haben; Stephanie nimmt Angebot an, dem Unbekannten für 50 DM das Schloss Belvedere zu zeigen; Stephanie kehrt nicht zurück; Suche durch den Vater bleibt erfolglos; das bewusstlose Opfer wird vermutlich nachts an der Autobahnbrücke Teufelstal, 35km von Weimar entfernt, heruntergeschmissen; stirbt an den Folgen des Aufpralls; Täter trug eine Armbanduhr, die auf Knopfdruck eine Melodie spielte; hat Zugang zu rezeptpflichtigen Medikamenten; große Mengen Beruhigungsmittel im Blut; Phantombild; Scheitel;
  • Zitate: "Wisst Ihr wo das Schloss Belvedere ist? Kann mir das nicht eine von euch zeigen?"
  • Belohnung: 5.000 DM
  • Bewertung: **
  • Status: geklärt

Nachspiel

Im Herbst 2016 wurde die SOKO "Altfälle" gegründet, die sich drei ungeklärte Fälle von Kindstötungen in Jena und Weimar vornahm und wieder neu aufrollte. Dies war neben dem Mordfall Stephanie D. (1991) auch der Mord an dem 10-jährigen Bernd B. (1993) aus der Sendung vom 02.09.1994 und der 9-jährigen Ramona K. (1996). Ursächlich für die Bildung dieser SOKO war der Fund von DNA-Spuren des deutschen Neonazi und NSU-Mitglieds Uwe B. an den sterblichen Überresten der seit 2001 vermissten 9-jährigen Peggy K. (Sendung vom 03.06.2015), die im Juli 2016 in einem Waldstück in Thüringen entdeckt worden sind. Dieser Fund elektrisierte die Ermittler in Thüringen derart, dass sie beschlossen, drei ungeklärte Mordfälle an Kindern neu aufzurollen und diese nach Parallelen zu den Mordfällen des NSU zu untersuchen.

Im März 2017 teilte die Staatsanwaltschaft Bayreuth schließlich mit, dass es sich um eine Trugspur handle, die mutmaßlich durch die Spurensicherung der Polizei an den Leichenfundort Peggys gelangt sei; ein Zusammenhang zwischen dem Mordfall Peggy K. und der Mordserie des NSU sei mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auszuschließen.

Trotz dieser ernüchternden Erkenntnis, die eine Klärung des Mordfalles Peggy K. in weite Ferne rücken ließ, arbeitete die SOKO “Altfälle“ weiter an den ungeklärten Fällen und intensivierte die Anstrengungen, die sog. "Cold Cases" doch noch klären zu können.

Tatsächlich verkündete die Kripo Jena am 05. März 2018, also nach fast 27 Jahren, dass der Mordfall Stephanie D. aufgeklärt ist und ein 65-jähriger LKW-Fahrer in Berlin-Reinickendorf festgenommen werden konnte. Der 65-jährige Hans-Joachim G. wurde wochenlang observiert und am Morgen des 04. März 2018 mithilfe des SEK in seiner Wohnung gestellt und festgenommen. Zuvor soll er noch versucht haben, der Festnahme mittels einer Eisenstange zu entkommen. Nach dem Handgemenge mit den Beamten legte der 65-Jährige schon vor Ort ein Teilgeständnis ab, ehe er dieses auf dem Präsidium wiederholte. So musste Stephanie D. sterben, um den sexuellen Missbrauch der Schülerin zu verdecken.

Hans-Joachim G. (65) wurde in Weimar geboren und ist erst kurz vor der Wende nach Berlin gezogen. Der 65-Jährige lebt geschieden und fiel immer wieder durch Sexualstraftaten an Kindern auf.

Auf die Spur des 65-Jährigen kam die Kripo schließlich mittels neuer Methoden zur DNA-Analyse und moderner Computertechnik. An Asservaten im Mordfall Stephanie D. konnte dank neusten Methoden eine DNA-Spur des Tatverdächtigen gesichert werden, die dem 65-Jährigen einwandfrei zuzuordnen ist. Die DNA-Spur des Mannes war aufgrund zahlreicher früherer Sexualstraftaten schon in der DNA-Datei-Datenbank des BKA gesichert, jedoch reichte die Qualität der Spuren für einen Treffer bisher nicht aus. Hans-Joachim G. war der Polizei bekannt. Er saß wegen des sexuellen Missbrauchs und der Entführung mehrerer Kinder von 1996 bis 2013 in einer Justizvollzugsanstalt und anschließend in einem psychischen Krankenhaus, ehe er 2013 wieder auf freien Fuß kam.

Auch aufwändige Rekonstruktionsarbeiten der Tatorte und ein neues Fallbearbeitungssystem unterstützte die Ermittler. Unzählige Aktenordner wurden digitalisiert, um ungeklärte Fälle besser vergleichen zu können. Im Mordfall Bernd B. fiel dann sogar der Name des 65-jährigen LKW-Fahrers, jedoch hatte dieser ein Alibi vorzuweisen. Sein Profil passte jedoch zum Mordfall Stephanie D. und so wurde Hans-Joachim G., zusätzlich durch den Fund seiner DNA-Spuren, als dringend tatverdächtig eingestuft.

Auch wurde ein Bewegungsprofil des Tatverdächtigen erstellt, um zu untersuchen, ob der 65-Jährige nicht auch für andere ungeklärte Kindsmorde verantwortlich ist.

Schließlich wurde am 30. November 2018 der Beschuldigte des Missbrauches, sowie des Mordes an Stephanie schuldig gesprochen und zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt. Zwar gestand der Täter nur den Missbrauch der Schülerin und behauptete er hätte diese auf der Brücke nur ausgesetzt, aber das Gericht sah es als erwiesen an, dass er zur Vertuschung der Straftat sie von der Brücke geworfen hatte. Außerdem wurde der Angeklagte von der gleichaltrigen Freundin der Getöteten belastet, indem diese angab, in ihm den Mann zu erkennen, der wie in XY dargestellt, die beiden Mädchen an den beiden Tagen ansprach.

Über die Klärung diese Falles wird in der Sendung vom 28.03.2018 berichtet.