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'''Appenzeller Radtourmord:Ausführliche Informationen'''

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Mord an Karin G. und Brigitte M. (Appenzeller Radtourmord)

Inhalt

  • Dienststelle: Kapo St. Gallen
  • Kommissar im Studio: Oberleutnant Benziger
  • Beginn der Radtour: 29. Juli 1982
  • Details: Radtour zu zweit; Oma besuchen; Appenzeller Land; Zithermusik; Schöpflöffel; Jugendherberge; Wäsche im Fluß waschen; dicke Oberschenkel; Abzweigung verpassen; auf Schilder starren an Kreuzung; Fahrräder am Straßenrand, Mädels verschwunden; grauenhafte Entdeckung im Wald; alter Damenstützstrumpf wahrscheinlich als Mordwaffe
  • Bewertung: ***
  • Belohnung: 25.000 CHF
  • Status: ungeklärt

Nachspiel

Vor 20 Jahren geschah der Doppelmord an den beiden Mädchen Brigitte M. und Karin G. (31.07.2002 Bruno Schildknecht)

Heute Mittwoch sind es 20 Jahre her, dass die damals 17-jährige Brigitte M. und die 15-jährige Karin G. aus Goldach zwischen Eggerstanden und Kobelwies vermisst und Wochen später ermordet aufgefunden wurden. Die Täterschaft ist bis heute nicht gefaßt.

Mitte der Woche nach dem ominösen Verschwinden der beiden Mädchen wurde der Fall im Rheintal publik. Nachdem die Polizei nach einer Vermißtmeldungsanzeige keine Spur der beiden Mädchen ausmachen konnte, gelangte sie an die Öffentlichkeit. Brigitte und Karin waren auf einer Velotour unterwegs und übernachteten vom 30. auf den 31. Juli in der Jugendherberge Schwende bei Weissbad. Am Samstagmorgen des 31. Juli versprachen sie ihren Eltern telefonisch, gegen Abend zuhause einzutreffen. Von da an verlor sich ihre Spur.

Grundsätzlich ging die Polizei von einem Unfall aus, als die Fahrräder der beiden Mädchen geordnet abgestellt gefunden wurden, «zumal das Gelände im Bereich der Kristallhöhle Felsbänder aufweist, wo ein Absturz durchaus möglich wäre», wie es in der damaligen Polizeimeldung hieß.

Weil auch eine Flugblatt-Aktion, bei welcher in allen Haushaltungen von Oberriet-Kobelwald auf die vermißten Mädchen aufmerksam gemacht wurde, keinen Erfolg brachte, wurde schließlich eine Großfahndung anberaumt, an welcher sich rund 50 Polizeibeamte beteiligten. Bei dieser Fahndung kamen auch Hunde zum Einsatz und ein spezielles Augenmerk wurde auf kriminalpolizeiliche Aspekte geworfen.

«Überhaupt keine einzige heiße Spur», meldete die Polizei jedoch eine Woche nach dem Verschwinden von Brigitte und Karin. «Die Mädchen wurden jedoch nicht vom Erdboden des Rheintals verschluckt», gab ein Polizeibeamter zu bedenken und forderte die Bevölkerung auf, weiterhin allfällige Wahrnehmungen und Beobachtungen sofort zu melden. Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit schloß die Polizei zu diesem Zeitpunkt einen Unfall aus.

Eine weitere Suchaktion, wenige Tage später, wurde von den beiden Feuerwehren von Goldach und Oberriet gestartet. Zusammen mit der Kantonspolizei beteiligten sich rund 100 Feuerwehrleute an der Aktion. Mittlerweile wurde auch bekannt, daß die beiden Mädchen an jenem fraglichen Samstag eigentlich über den Stoß nach Altstätten und von dort nachhause fahren wollten. Erst ein Tip von Einheimischen bewog sie, über Eggerstanden und die Waldstraße zu fahren. Ein Hinweis für die Fahnder, daß Karin und Brigitte nicht mit jemandem verabredet waren.

Regierungsrat Florian Schlegel, der damalige Vorsteher des kantonalen Justiz- und Polizeidepartements, stellte fest, daß es sich bei dieser Suchaktion um die größte ihrer Art im Kanton St. Gallen handle. «Die Hypothese, die mir immer wahrscheinlicher erscheint, ist die, daß hier ein Verbrechen vorliegt», gab sich Schlegel keiner Illusion mehr hin. «Wir müssen also nach Leichen suchen.» Neun Wochen nach ihrem Verschwinden wurden die beiden Mädchen schließlich ganz in der Nähe der Kristallhöhle gefunden, nur rund 800 Meter Luftlinie entfernt von jenem Punkt, an dem sie am 31. Juli zum letzten Mal gesehen worden waren. Am Samstagmorgen, 2. Oktober, wurde Brigitte M. unter einem schweren Stein entdeckt, nachdem ein Passant in der Nähe starke Verwesungsgerüche festgestellt hatte. Die Suche nach Karin G. erwies sich als schwierig, doch am Sonntagmorgen, 3. Oktober, wurde die ebenfalls bekleidete Leiche der 15-Jährigen unter verschiedenen kleineren Steinen geortet. Tatsache war, daß der Fundort der beiden Mädchen nur durch Klettern von oben oder von unten erreichbar war.

Die Schlüsse aus dem Fundort im unwegsamen Gelände waren relativ rasch gezogen: Daß es sich kaum um einen Einzeltäter gehandelt haben konnte, da sich der Transport der Mädchen respektive deren Leichen an diesen unwegsamen Ort kaum durch eine Einzelperson bewerkstelligen ließ. Und daß es sich bei der Täterschaft um ortskundige, um nicht zu sagen einheimische Personen gehandelt haben muß. Die Polizei verfolgte hunderte von Hinweisen, leider führte keiner zum Fahndungserfolg.
(Quelle des Artikels unbekannt; online nicht abrufbar)

In der Folgesendung wird auf den Fall eingegangen.

Allgemeines: Zwischen 1980 und 1989 wurden in acht Schweizerischen Kantonen elf Kinder im Alter zwischen 6 und 14 Jahren entführt, ein Zeitraum der von manchen als die 'dunklen Achtzigerjahre' bezeichnet wurde. Während sieben ermordet aufgefunden wurden, gelten vier bis heute als vermißt. Diese 4 Vermißtenfälle, sowie 4 weitere ungeklärte Kindermorde (darunter auch die von Brigitte M. und Karin G.) wurden 2007 von der Schweizerischen 'SOKO Rebecca' nochmals neu aufgerollt, im Verbund mit dem zeitgleichen Verschwinden der fünfjährigen Ylenia L. Siehe auch: '20 Minuten Onlineartikel vom 09.08.2007'

Im September 2007 wird die Leiche von Ylenia L. zwischen Oberbüren and Niederwil gefunden; der damalige Tatverdächtige Urs Hans von A. beging 15 Tage zuvor Selbstmord. Neben seiner Leiche wurden Gegenstände gefunden, die ebenfalls Ylenia angehörten. Siehe auch 'Der Fall Ylenia L.'.

Bei weiteren Recherchen zum Leben von Urs Hans von A. ergab sich, daß er bis zum Jahr 1990 in der Region St. Gallen ansässig war. Daraufhin gab es erste Vermutungen, daß er eventuell auch etwas mit dem Verschwinden und der Ermordung von Brigitte M. und Karin G. zu tun gehabt haben könnte. Was auch auffiel war, daß die Serie von vermißten bzw. ermordeten Kindern generell nach 1989 stoppte. In diesem Jahr nämlich wurde der Schweizer Werner F. verhaftet, der daraufhin 4 Kindermorde gestand; ein Jahr später wanderte Urs Hans von A. nach Spanien aus.

Sollte Urs Hans von A. etwas mit der Ermordung von Brigitte M. und Karin G. zu tun gehabt haben, wird es schwierig sein, dies jemals zu beweisen, da er die Wahrheit mit ins Grab genommen hat. Gegen die Verstrickung von Werner F. in die Morde von BM and KG spricht, daß das Profil der beiden Mädchen nicht dem von Werner F. entsprach; beinahe alle seine Opfer waren männlich und nicht älter als 10 Jahre alt.

Siehe auch:

Wikipedia-Artikel zu Werner F.

Hans von A. - Der Schattenmann'